Tansania: Hand in Hand für AfrikaBilderstrecke „Ein Leben für die Ärmsten“

27-11-2012

Schwester Gabriele war das Herz der Hilfsaktion Hand in Hand für Afrika. Sie starb bei einem Autounfall. Ein Nachruf

von Mirja Halbig

Wenn es um das Thema Glück geht, denken viele Menschen erst einmal an sich. Wie werde ICH glücklich? Was macht MICH glücklich? Wo bin ICH glücklich? Nicht so Schwester Gabriele. Die Ordensschwester aus Baden-Württemberg ging 1978 nach ihrem Medizinstudium nach Tansania, um andere Menschen glücklich zu machen. Sie lebte für ihre Mitmenschen, ohne sich selbst aufzugeben.

Für das Hilfsprojekt „Hand in Hand für Afrika“ von FUNK UHR behandelte sie seit 2006 als Ärztin in Mbinga Tausende Patienten, verteilte über die Medikamentenstation Arzneien – und rettete viele, sehr viele Leben. Ihr eigenes ging nun zu Ende: Im Oktober ist Schwester Gabriele im Alter von 74 Jahren bei einem schweren Autounfall in Afrika getötet worden.

Wer ihr begegnete, war fasziniert. Von ihrem Mut, ihrer Tatkraft, ihrem Durchsetzungsvermögen. Von ihren Ideen, dem Optimismus, ihrer Energie, Wärme und Herzlichkeit. Und zugleich war sie so wunderbar resolut und pragmatisch. Das machte ihren Einsatz in einem der ärmsten Länder der Welt so erfolgreich. Schwester Gabriele war sanft, aber nicht zerbrechlich. Sonst hätte sie den Alltag in Afrika wohl nicht bewältigt. Sie musste Menschen sterben sehen, sie musste Unehrlichkeit und Unaufrichtigkeit ertragen. Und trotzdem blieb ihr Händedruck fest, und ihre Mundwinkel zeigten immer nach oben.

Was trieb die Ordensfrau an? Der Glaube an Gott und ein Leben, das sie erfüllte. Sie sagte: „Solange ich gesund bin, bleibe ich in Mbinga.“ Sie arbeitete jeden Tag, bis kein Patient mehr vor der Tür wartete. Einige waren zehn Kilometer zu Fuß gelaufen, um sich von ihr behandeln zu lassen. Nun ist es still in Mbinga, Schwester Gabriele ist nicht mehr unter uns. Ein schmerzender, schwerer Verlust. Denn Menschen wie sie sind so selten in unserer Welt. Was wir tun können, ist, ihr Lebenswerk fortzuführen: „Hand in Hand für Afrika“ wird weitergehen.

Wie geht es weiter?
Die Zukunft der Hilfsaktion von FUNK UHR ist gesichert


Es fällt schwer, an die Zukunft zu denken, wenn einen zutiefst traurige Nachrichten aus dem Jetzt lähmen. Aber es wäre im Sinne von Schwester Gabriele, dass die Arbeit von „Hand in Hand für Afrika“ von FUNK UHR nicht ins Stocken gerät. Der wichtigste Gedanke bei diesem Projekt ist die Nachhaltigkeit – dazu gehört, dass es nicht nur von einer Person abhängt. Deshalb wurden durch Leserspenden neben Arzneien auch medizinische Weiterbildungen für das Personal finanziert. Zunächst wird Lukas Komba die Apotheke führen. FUNK UHR hat ihn bei einem früheren Besuch in Tansania kennengelernt, als er noch das Krankenhaus in Litembo leitete. Die Arbeit in der Erste-Hilfe-Station übernimmt Schwester Avelina.

Jede Spende rettet Leben!

Durch das Hilfsprojekt „Hand in Hand für Afrika“ ist eine Erste-Hilfe-Station entstanden und ein einzigartiges Apothekensystem, das mehr als 300.000 Menschen versorgt. Um die Umsetzung vor Ort kümmert sich Aktion Deutschland Hilft gemeinsam mit dem Medikamentenhilfswerk action medeor. Reformhaus unterstützt das Projekt mit Spenden und Aktionen.