Seenotrettung MittelmeerSieben Jahre Seenotrettung

29-09-2022

von SOS Humanity/Aktion Deutschland Hilft

Noch immer zählt das zentrale Mittelmeer zu den tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Fast 20.000 erfasste Tote seit 2014 zeigen, dass zu wenige Rettungsschiffe dort im Einsatz waren und sind.

Seit August 2022 mit neuem Schiff im Einsatz

Seit inzwischen sieben Jahren geht es SOS Humanity um die Rettung von flüchtenden Menschen aus Seenot, um professionelle Versorgung und Unterstützung von Geretteten an Bord und um die Dokumentation ihrer Schicksale.

Im Januar 2022 hat sich die zivile Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée Deutschland in SOS Humanity umbenannt und fährt Ende August 2022 mit dem neuen Schiff Humanity 1 weiter in den Rettungseinsatz.

"Mehr Menschlichkeit wagen"

"Als SOS Humanity haben wir uns ein weiteres Ziel gesetzt," sagt Laura Gorriahn, Vorstandsvorsitzende der Organisation.

"Wir wollen die Öffentlichkeit über die Situation im Mittelmeer verstärkt aufklären, Missstände und Rechtsbrüche dokumentieren und letztlich dazu beitragen, die europäische Migrationspolitik zu verändern. Diesem Ziel liegt die Überzeugung zugrunde, dass Menschen nicht nur auf See gerettet werden, sondern auch durch politische Entscheidungen an Land. Wir fordern dazu auf, mehr Menschlichkeit zu wagen!"

"Rettung von Geflüchteten ist humanitäre Pflicht"


Die Arbeit von SOS Humanity wird von einer engagierten Zivilgesellschaft getragen. Freiwilligengruppen setzen sich an Land ein, Ehrenamtliche arbeiten an Bord mit. SOS Humanity finanziert sich in erster Linie durch Spenden, aber auch durch die Unterstützung von humanitären Organisationen, darunter zahlreichen aus unserem Bündnis – siehe Kasten.

So konnte beispielsweise durch eine Anschubfinanzierung von AWO International vor sechs Jahren das erste Schiff von damals noch SOS Méditerranée, die MS Aquarius, gechartert werden.

"Tausende Menschen fliehen vor Krieg und Gewalt und sterben, weil Europa wegsieht. Es ist unsere humanitäre Pflicht, diesen Menschen zu helfen", so Ingrid Lebherz, Geschäftsführerin von AWO International, bei der Verabschiedung des Schiffs im Februar 2016 in Bremerhaven.

Fast 35.000 gerettete Menschen seit Gründung

Mit der Gründung von SOS Méditerranée am 4. Mai 2015 in Berlin wollte der deutsche Kapitän und Historiker Klaus Vogel mit einem Kreis von Unterstützenden dazu beitragen, das Sterben auf dem Mittelmeer zu beenden. Sie konnten nicht mehr tatenlos zusehen, wie aufgrund fehlender staatlicher Rettungsschiffe Tausende Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertranken.


Der europäische, zivile Seenotrettungsverbund SOS Méditerranée mit Vereinen in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz konnte bis Ende 2021 erst mit der Aquarius, dann mit der Ocean Viking 34.631 Menschen auf der Flucht über das zentrale Mittelmeer vor dem Ertrinken bewahren und an einen sicheren Ort bringen.

Aktion Deutschland Hilft sammelt Spenden für die Seenotrettung

SOS Humanity wird von den Bündnisorganisationen AWO International, ADRA Deutschland, Arbeiter-Samariter Bund, Help – Hilfe zur Selbsthilfe, Johanniter, World Vision Deutschland, HelpAge Deutschland, LandsAid und dem Paritätischen Gesamtverband unterstützt. 

Seit 2018 ruft Aktion Deutschland Hilft unter dem Stichwort "Seenotrettung" zu Spenden auf. Weil der Bedarf so hoch ist und die direkt eingehenden Gelder nicht ausreichen, werden auch "Nothilfe weltweit"-Spenden zur Förderung der Seenotrettung genutzt.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend für die Nothilfe weltweit:

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden