von LandsAid
Nach den schweren Erdbeben in Venezuela verschärft sich die humanitäre Lage weiter. Nach aktuellen offiziellen Angaben sind inzwischen mehr als 920 Menschen ums Leben gekommen, rund 3.360 weitere wurden verletzt.
LandsAid startet mit Partnerorganisation erste Hilfsmaßnahmen
Die Such- und Rettungsarbeiten dauern an, mehr als 50.000 Menschen gelten Medienangaben zufolge weiterhin als vermisst. Experten rechnen damit, dass die Zahl der Opfer weiter steigen wird.
Die Hilfsorganisation LandsAid e. V. startet nun mit ersten Hilfsmaßnahmen. “Nach intensiven Abstimmungen steht nun fest, dass wir gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Las Comaes Andantes in Caracas zusammenarbeiten werden”, sagt die geschäftsführende Vorständin Michaela Wiese. Die Umsetzung erfolgt mit Unterstützung des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft.
Im Mittelpunkt der ersten Hilfsmaßnahmen steht die Unterstützung von Krankenhäusern bei der Versorgung der zahlreichen Verletzten. Dazu werden dringend benötigte medizinische Verbrauchsmaterialien bereitgestellt, um die Behandlungskapazitäten in den besonders betroffenen Kliniken zu stärken.
Gesundheitssystem am Limit
Die Erdbeben treffen ein Land, dessen Gesundheits- und Versorgungssystem bereits vor der Katastrophe stark belastet war. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren schon zuvor rund 7,9 Millionen Menschen in Venezuela auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Angesichts der vielen Verletzten stoßen zahlreiche Krankenhäuser nun an ihre Grenzen. Es fehlt an medizinischer Ausrüstung, Verbrauchsmaterialien und wichtigen Hilfsmitteln, die für die Behandlung der Betroffenen dringend benötigt werden.
“Schnelle Hilfe ist entscheidend”
Die Versorgungslage in Venezuela ist vielerorts ohnehin so angespannt, dass Patientinnen und Patienten selbst Medikamente, medizinische Materialien und teilweise sogar Lebensmittel mitbringen müssen. Die Erdbeben haben diese prekäre Situation zusätzlich verschärft.
"Nach einem Erdbeben dieses Ausmaßes erleben wir nun eine massive Versorgungskrise in den Krankenhäusern. Die Menschen, die jetzt noch aus den Trümmern gerettet werden können, haben von Stunde zu Stunde schlechtere Überlebenschancen. Schnelle Hilfe von außen ist entscheidnd“
Michaela Wiese, geschäftsführende Vorständin LandsAid
Jede Unterstützung ist jetzt wichtig
Damit die dringend benötigten medizinischen Materialien schnell in den betroffenen Krankenhäusern ankommen, ist LandsAid auf Unterstützung angewiesen. Wiese meint:
“Jede Spende hilft uns, die Versorgung der vielen Verletzten zu verbessern und Krankenhäuser gezielt dort zu stärken, wo die Not am größten ist. Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass lebenswichtige Unterstützung die Menschen in Venezuela rechtzeitig erreicht.”
Seit Jahren in einer Krise
Venezuela befindet sich seit Jahren in einer anhaltenden humanitären und sozioökonomischen Krise. Trotz einzelner wirtschaftlicher Stabilisierungstendenzen bleibt die Versorgungslage für große Teile der Bevölkerung angespannt.
Nach Einschätzungen internationaler Organisationen ist die Armut weiterhin weit verbreitet, während der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Strom, sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung vielerorts eingeschränkt und ungleich verteilt ist.
Strukturelle Unterversorgung
Besonders stark betroffen ist das öffentliche Gesundheitssystem. Es steht seit Langem unter erheblichem Druck – unter anderem durch Engpässe bei medizinischem Material, den Abzug von Fachpersonal sowie eine unzureichende Infrastruktur. Die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Gütern ist nicht zuverlässig gewährleistet, gleichzeitig stellen hohe Kosten für viele Menschen eine zusätzliche Hürde beim Zugang zu medizinischer Behandlung dar.
In der Praxis führt diese strukturelle Unterversorgung dazu, dass medizinische Leistungen häufig nur eingeschränkt verfügbar sind und Familien in vielen Fällen selbst dafür sorgen müssen, notwendige Medikamente oder Materialien zu beschaffen. Präventive Versorgung und die Behandlung chronischer Erkrankungen sind nur begrenzt möglich.
Verschärfung einer fragilen Situation
Die schweren Erdbeben der vergangenen Tage haben diese ohnehin fragile Situation drastisch verschärft. Kliniken sind durch die hohe Zahl an Verletzten zusätzlich überlastet, während gleichzeitig Infrastruktur beschädigt wurde und Versorgungswege eingeschränkt sind. Was zuvor bereits ein strukturelles Problem war, entwickelt sich damit in den betroffenen Regionen zu einer akuten Versorgungskrise.
LandsAid reagieren darauf mit gezielter Unterstützung für Krankenhäuser, um die medizinische Versorgung der Verletzten kurzfristig zu stabilisieren und die größten Lücken in der Versorgung zu schließen.
Über Las Comaes Andantes
Las Comaes Andantes ist ein feministisches Community-Kollektiv aus Caracas, das in benachteiligten Stadtteilen arbeitet. Die Gruppe engagiert sich insbesondere in der sozialen Basisarbeit, in Bildungs- und Präventionsangeboten sowie in der Stärkung lokaler Gemeinschaftsstrukturen. Mit ihrem niedrigschwelligen, stark communityorientierten Ansatz verfügt das Kollektiv über gute Zugänge zu besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen in den betroffenen Vierteln.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die vom Erdbeben betroffenen Menschen.
Stichwort: Erdbeben Venezuela
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX






