IrakCARE zieht Bilanz: Drei Monate nach dem Fall Bagdads sind die Bedingungen schlechter denn je

29-03-2003

Wasserknappheit, Seuchengefahr und Überfälle - drei Monate nach dem Fall Bagdads kämpfen die Menschen im Irak mit den selben Problemen wie direkt nach dem Krieg. Die Lage verschlechtert sich zunehmend, anstatt sich zu verbessern, so die Bilanz der Hilfsorganisation CARE, die seit 1991 kontinuierlich im Irak tätig ist.

"Die Sicherheit im Irak wird seit dem Krieg zunehmend schlechter statt besser. Sie ist das größte Hindernis für eine effektive humanitäre Hilfe", sagt Margaret Hassan, Leiterin des CARE Büros Bagdad, seit mehr als 30 Jahren vor Ort. "Auch die Basisversorgung der Bevölkerung mit Wasser und Strom sowie Möglichkeiten der medizinischen Versorgung haben in den letzten Wochen wieder drastisch abgenommen. Die Wiederherstellung von Sicherheit und funktionierenden öffentlichen Einrichtungen ist für eine Besserung der Lage dringend erforderlich."

Angst und Unsicherheit auf Bagdads Straßen


Trotz Abklingen der Plünderungswelle der ersten Nachkriegstage bleiben Morde, Überfälle und das Kidnappen von Fahrzeugen auf offener Straße Alltag. Die Ängste der irakischen Bevölkerung vor Übergriffen sind groß. So wurde CARE von Mitarbeitern eines Gesundheitszentrums in Bagdad gebeten, keine hochwertigen Proteinkekse für unterernährte Kinder zu verteilen. Die Verteilung von Kindernahrung könne Plünderer anlocken. Doch viele der Kinder Bagdads benötigen die Nahrungsergänzung, um zu Kräften zu kommen. CARE erhöhte daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen des Zentrums, reparierte Fenster, Türen und Schlösser und setzt trotz Übergriffsversuche auf Lager, Autos, Fahrer und Mitarbeiter seine Hilfe so gut es geht landesweit fort. Derzeit hat CARE seine Tätigkeit auch in Ramadi, einer der unsichersten Regionen des Iraks, aufgenommen, um den hier Not leidenden Menschen helfen zu können. Umfassende Vorsichtsmaßnahmen erschweren jedoch eine schnelle Hilfe.

Ein Land ohne Elektrizität, Wasser und Kommunikationsnetz

Trinkwasser, Abwasser- und Abfallentsorgung, Krankenhäuser und Unternehmen im Irak sind von Elektrizität abhängig. Die Seuchengefahr steigt mit den nunmehr herrschenden hohen Temperaturen von über 40 Grad, den wachsenden Müllbergen und Abwasserlachen in den Straßen. Sauberes Trinkwasser wird zur Mangelware und Ärzten bleiben nur bescheidene Mittel, die wachsenden Patientenzahlen, die Minenopfer und die durch den Krieg drastisch gestiegene Zahl an Frühgeburten zu behandeln. Seit Ende Juni leidet die irakische Bevölkerung erneut unter unzureichender Stromversorgung. In vielen Vierteln bleiben nicht mehr als zwei Stunden Strom pro Tag, um Essen und Wasser für die Familie abzukochen. Gleichzeitig führt der anhaltende Zusammenbruch des Kommunikationsnetzes zu einem Gefühl der Isolation von der Außenwelt.

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