World Vision DeutschlandDas große Erbe der „Weißen Jade“

03-11-2015

World Vision: Von der Fünf-Dollar-Hilfe zur weltweiten Organisation

Wenn World Vision einen Geburtsort hat, dann sicher die Schule auf der Insel Xiamen. Am Ende seiner zweiten Chinareise, im Jahr 1947, besuchte der amerikanische Kriegskorrespondent Bob Pierce diese Einrichtung mit ihren 400 Schülerinnen. Als er am Tag seiner Abreise Abschied von der Leiterin nehmen wollte, hatte diese ein völlig erschöpftes Mädchen auf dem Arm, das Zuflucht vor den Misshandlungen durch den eigenen Vater gesucht hatte. Tena, die Leiterin der Einrichtung, drückte Bob Pierce die Kleine in den Arm mit den Worten: „Was kannst du für das Mädchen tun? Ich teile meine Reisschüssel schon mit sechs anderen Kindern“. „Ich habe noch fünf Dollar“, sagte Pierce, sichtlich überrascht – und zutiefst bewegt. „Das reicht fürs Erste“, entgegnete Tena. „Damit kaufe ich für das Mädchen ein neues Kleid, etwas Reis und Stifte für die Schule. Sie kann in der Küche schlafen. Ich verspreche dir, dass ich für sie sorgen werde, wenn du mir jeden Monat fünf Dollar für sie schickst, sobald du wieder zu Hause bist.“ Das Mädchen hieß „Weiße Jade“. Die monatlichen fünf Dollar legten den Grundstein für World Vision, der Organisation, die Bob Pierce drei Jahre später, am 22. September 1950, gründen sollte.

Nach dieser ersten Übernahme der„Patenschaft für die „Weiße Jade“ dauerte es weitere fünf Jahre, bis die Idee der Kinderpatenschaft erneut Wirklichkeit wurde: Unter dem Eindruck des furchtbaren Koreakrieges sorgte Pierce dafür, dass sich erste Paten um Kriegswaisen kümmern konnten. In Korea wurde 1954 auch das erste World Vision-Büro in einem Entwicklungsland gegründet. Das erste so genannte Unterstützungsbüro hatte damals seinen Sitz in Portland/USA. In der Folgezeit wuchs World Vision schnell und weitete seine Arbeit aus. Bereits Ende der 50er Jahre gab es drei Büros, 165 Projekte und 13.215 geförderte Kinder. Ende 1979 existierten bereits in 40 Ländern World Vision Büros, von denen aus 1932 Projekte mit nunmehr 214.525 Patenkindern unterstützt wurden. 1990 wurde die Grenze von einer Million geförderter Jungen und Mädchen überschritten.

1979 erfolgte Gründung in Deutschland

1979 wurde World Vision als eigenständiger Verein auch in Deutschland gegründet. Die Idee, sinnvolle Entwicklungspolitik über Kinderpatenschaften zu realisieren, stieß auch bei uns auf große Resonanz. Schon nach wenigen Jahren hatten sich mehr als 20.000 Menschen in Deutschland entschlossen, persönlich zu helfen. Natürlich hat sich die inhaltliche Arbeit über die Jahre hinweg stark verändert. Aus der Fünf-Dollar-Hilfe für ein einzelnes Kind ist heute die Förderung eines Regional-Entwicklungsprojektes geworden, das sowohl den Kindern, als auch ihren Familien und dem gesamten Umfeld zugutekommt.

Intensive Hilfe in Haiti

Bemerkenswert sind immer wieder die Geschichten der Patenkinder, die dank der Unterstützung ihrer deutschen Paten der schlimmsten Armut entfliehen: Ein Mädchen aus Kenia ist heute Universitätsdozentin, ein Junge aus Bolivien hat es bis ins Parlament geschafft, ein Mädchen aus Sambia fungiert heute als weltweite Kampagnenführerin gegen HIV/Aids. Heute fördern über 160.000 Paten und Spender sowie öffentliche Stellen die Arbeit von World Vision Deutschland. Mit ihren Patenbeiträgen helfen Paten, die ärmsten Regionen der Welt nachhaltig zu entwickeln. Besserer Zugang zu sauberem Trinkwasser, medizinische Versorgung, die Stärkung der Landwirtschaft und die Schaffung von Bildungsmöglichkeiten ermöglichen Kindern, ihren Familien und dem regionalen Umfeld langfristig bessere Lebensbedingungen.

Neben der Entwicklungszusammenarbeit leistet die Organisation in Katastrophenfällen auch humanitäre Hilfe. Zuletzt setzte sich World Vision intensiv für die Überlebenden der Erdbebenkatastrophe in Haiti ein. Auch viele Prominente unterstützen die Arbeit des Kinderhilfswerks. So engagieren sich beispielsweise die Musiker Wolfgang Niedecken und Peter Maffay, Schauspieler Sky du Mont oder ARD Nachrichtenmoderator Marc Bator öffentlichkeitswirksam für die Rechte von Kindern und entsprechende Anliegen von World Vision.

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