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Flüchtlinge Sri LankaSri Lanka: Interview mit Gerhard Serafin

29-04-2009

Gerhard SerafinGerhard Serafin (42) ist amtierender Landeskoordinator von Malteser International in Sri Lanka mit Sitz in Colombo und hat sich kürzlich ein Bild von der Lage der Menschen in den Flüchtlingslagern verschaffen können.

 

Herr Serafin, die deutschen Medien berichten derzeit verstärkt über die Kampfhandlungen in Sri Lanka. Wie ist die Lage vor Ort?

Die srilankesische Regierung, die von der „größten Befreiungsaktion der Geschichte“ spricht, hat die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) auf einem Gebiet von 16 Quadratkilometern eingekesselt.

In der Kampfzone selber schätzt man die Anzahl der verbliebenen Zivilisten auf cirka 50.000 Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Hilfsorganisationen haben zu dieser Zone keinen Zutritt. Aus dieser so genannten „No fire“-Zone sind alleine in den letzten Tagen über 110.000 Zivilisten geflüchtet. Die Menschen flüchten vor den Kämpfen und flüchten um ihr nacktes Überleben, oftmals mit nichts am Leib als ihrer völlig verschmutzten Kleidung. Unter den Flüchtlingen sind alte Männer, schwangere Frauen, und Kleinkinder. Oft haben sie tagelang nichts gegessen, viele sind extrem ausgemergelt. Den Menschen fehlt es am Nötigsten: Trinkwasser, Nahrungsmittel, Kleidung und medizinischer Versorgung.

 

Wer es aus dem Kampfgebiet schafft, wird von den Militärs einem „Screening“ unterzogen und anschließend auf eines der Flüchtlingslager in den drei Bezirken Vavuniya, Jaffna oder Mannar verteilt.

Sind die Hilfsorganisationen in der Lage, alle Flüchtlinge zu versorgen?

Flüchtlinge in Sri LankaAlleine in Vavuniya kommen täglich 30 bis 35 Busse mit Flüchtlingen an. In einem der Busse haben wir 100 Menschen gezählt. Sie können sich vorstellen, dass die Lager zum Bersten voll sind, weit über die Kapazitätsgrenzen hinaus. Im größten Lager in Vavuniya leben derzeit 50.000 Menschen, die alle dringend auf Hilfe angewiesen sind. Oftmals wurden auch Schulen zu Flüchtlingscamps umfunktioniert. Diesem immensen Ansturm sind diese Lager nicht gewachsen. Daher sind die Hilfsorganisationen auch dringend auf Spenden angewiesen, um weiterhin wirkungsvoll helfen zu können.

Wie helfen die Organisationen und insbesondere die Malteser?

Die Hilfsleistungen sind zur Koordination in so genannte „Cluster“ unterteilt. Jede Hilfsorganisation ist für bestimmte Cluster eingeteilt, beispielsweise für die Hilfe mit sauberem Trinkwasser, für die Hilfe mit Nahrungsmitteln, die medizinische Versorgung oder für die Errichtung von Notunterkünften.

Die Malteser versorgen beispielsweise im Camp Saiva Pragasa in der Nahe von Vavuniya 3,620 Menschen. Dort verteilen wir Nahrungsmittel, aber auch Hygieneartikel wie Seife oder Damenbinden sowie Kleidung und klären über die Vermeidung von Krankheiten auf („hygiene promotion“).

In dem Camp Mannic-Farm bereiten wir gerade unseren Einsatz von freiwilligen Hygieneberatern vor. Dort werden wir dann übrigens auch mit dem Arbeiter-Samariter-Bund und CARE, beide Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft, zusammenarbeiten.

Herr Serafin, was ist jetzt wichtig?

Im Namen der Malteser, der Bündnispartner vor Ort und insbesondere der Flüchtlinge in Sri Lanka bitte ich die Menschen in Deutschland um Ihre Spende, damit diese Hilfe fortgesetzt und wo nötig auch ausgeweitet werden kann.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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