von LandsAid
Drei Monate nach den schweren Erdbeben in Venezuela ist die Not immer noch groß. Beschädigte Leitungen und Ausfälle der grundlegenden Infrastruktur erschweren vielerorts den Zugang zu sauberem Wasser. Im Rahmen ihrer Erdbebenhilfe in Venezuela unterstützt die Hilfsorganisation LandsAid aktuell ein Nothilfeprojekt in La Guaira und Miranda, das die Wasserversorgung erdbebenbedingt vertriebener Menschen sichern soll. Das auf drei Monate angelegte Projekt wird gemeinsam mit der Organisation Aktion gegen den Hunger umgesetzt und durch das Bündnis Aktion Deutschland Hilft unterstützt.
Unterbrochene Wasserversorgung
Nach aktuellen Angaben kamen bei den schweren Erdbeben am 24. Juni mehr als 6.500 Menschen ums Leben, rund 17.000 erlitten Verletzungen. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Viele Familien mussten ihre Wohnungen verlassen und können dort vorübergehend nicht sicher bleiben.
In den betroffenen Gebieten ist die Versorgung mit sauberem Wasser nur eingeschränkt möglich. Zugleich fehlen teilweise geeignete Tanks und Behälter zur sicheren Lagerung des Wassers sowie ausreichend Toiletten, Duschen und Handwaschgelegenheiten. Unter diesen Bedingungen steigt das Risiko für Infektionskrankheiten.
“Sauberes Wasser wird jeden Tag gebraucht – zum Trinken, für die Körperpflege und für die Zubereitung von Lebensmitteln. Mit dem neuen Projekt sichern wir die Versorgung dort, wo der Bedarf besonders groß ist.”
Anja Kotzlowski, Programm-Managerin bei Aktion gegen den Hunger
Wasser für rund 1.800 Menschen
Das Projekt richtet sich hauptsächlich an erdbebenbedingt vertriebene Menschen beziehungsweise Haushalte, die aufgrund beschädigter oder unsicherer Wohnverhältnisse vorübergehend nicht sicher in ihren Häusern bleiben können. Dabei werden insbesondere Haushalte mit älteren Menschen, Säuglingen und Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderungen berücksichtigt.
Derzeit ist das Gebiet Bicentenario im Verwaltungsbezirk Vargas im Bundesstaat La Guaira als Einsatzort vorgesehen. Die Wasserversorgung soll über gemeinschaftliche Verteilungsstellen erfolgen. Je nach Bedarf können auch weitere vom Erdbeben betroffene Gebiete in La Guaira und Miranda einbezogen werden, in denen die Wasserinfrastruktur beschädigt ist und der Zugang zu Wasser derzeit nicht ausreicht.
Insgesamt soll das Projekt rund 1.800 Menschen erreichen. Das Wasser wird mit Tankfahrzeugen bereitgestellt und durch Chlorierung desinfiziert. Qualität und verfügbare Menge werden regelmäßig kontrolliert. Zusätzlich erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner Informationen zur sicheren Aufbewahrung und Verwendung des Wassers sowie zu grundlegenden Hygienemaßnahmen.
Schnelle Umsetzung durch bestehende Strukturen
Aktion gegen den Hunger ist seit den ersten 48 Stunden nach den Erdbeben im Einsatz und hat bereits mehr als 10.000 Menschen erreicht. Die Organisation bringt ihre Logistik, ihr Fachpersonal und bestehende Koordinierungsstrukturen in das gemeinsame Projekt ein. LandsAid finanziert zusätzliche Wasserlieferungen, die Desinfektion des Wassers und begleitende Hygienemaßnahmen.
Die Wassertransporte sichern die Versorgung, solange Leitungsnetze und andere Wassersysteme noch nicht zuverlässig funktionieren. Das übergeordnete Ziel der Maßnahme bleibt die Versorgung der vom Erdbeben betroffenen Bevölkerung mit sicherem Wasser.
Ergänzung der LandsAid-Erdbebenhilfe
Das Projekt ergänzt die bisherigen Hilfsaktivitäten von LandsAid, darunter die Verteilung von Mutter-Kind-Hilfspaketen und Lebensmittelpaketen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende eines schwer vom Erdbeben betroffenen Pflegeheims.
“Auch drei Monate nach den Erdbeben bleibt der Unterstützungsbedarf groß. Deshalb ist es wichtig, die Situation der betroffenen Familien weiter sichtbar zu machen und die Hilfe verlässlich fortzuführen.”
Michaela Wiese, geschäftsführende Vorständin von LandsAid
Hintergrund
Am 24. Juni 2026 gegen 18 Uhr Ortszeit erschütterten zwei aufeinanderfolgende Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 den Norden und das Zentrum Venezuelas. Betroffen waren unter anderem der Hauptstadtdistrikt sowie die Bundesstaaten La Guaira, Miranda, Carabobo, Yaracuy, Aragua und Falcón.
Nach aktuellen Angaben kamen mehr als 6.000 Menschen ums Leben, rund 17.000 wurden verletzt. Viele Familien mussten ihre beschädigten oder zerstörten Wohnungen verlassen und leben seitdem in temporären Unterkünften. Dort kommt es wiederholt zu Unterbrechungen der Wasserversorgung.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die vom Erdbeben betroffenen Menschen.
Stichwort: Erdbeben Venezuela
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX






