Wiederaufbau und Fertigstellung
Seit März 2010 war die Region Mullaitivu für Projektmitarbeiter erstmals wieder zugänglich. Die Schäden am Gebäude durch den Krieg waren glücklicherweise geringer, als einst befürchtet. Unser Projektpartner United Nations Office of Project Services (UNOPS) begann mit den Vorbereitungsmaßnahmen für die Weiterführung der Baustelle. Neue Baumaterialien wurden beschafft, das Gelände wurde eingezäunt und Verträge mit lokalen Anbietern wurden abgeschlossen. Im August konnte endlich weitergearbeitet werden. Kurz darauf reisten Mitarbeiter des HAMMER FORUM in das Projektgebiet und machten sich ein Bild über den Verlauf des Krankenhausbaus sowie die Lebensbedingungen in der Region: Das Gebiet Mullaitivu war immer noch durch eine starke Militärpräsenz gekennzeichnet und großflächig vermint. Strom- und Wasserversorgung waren noch nicht wiederhergestellt, sodass Flüchtlinge nur zögerlich in ihre Heimat zurückkehrten.
Zum Ende des Jahres 2010 wurde der Rohbau fertiggestellt. Im Anschluss daran wurden die Innenarbeiten ausgeführt und Personalunterkünfte in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses aufgebaut. Zudem stellte UNOPS die Wasserversorgung durch die Reparatur bestehender Brunnen wieder her. Am 15. August 2011 kam der Moment, auf den alle so lange gewartet hatten: Das Krankenhaus wurde funktionsfähig an das Gesundheitsministerium und die lokalen Ärzte übergeben.

Nachgefragt
Dr. Eckhardt Flohr, Projektleiter für HAMMER FORUM in Sri Lanka
Wie war die Lage der Kinder in Sri Lanka, als das HAMMER FORUM den Hilfseinsatz 2005 begann?
Chaotisch! Der Tsunami hat die Region Mullaitivu ganz besonders hart getroffen. Viele Kinder sind in der Welle umgekommen und die Überlebenden hatten nun mit den Folgen der Mangelversorgung und fehlenden Infrastruktur zu kämpfen.
Was hat den Einsatz schwierig gemacht?
Mitten in der Bauphase kam es zur grausamen Endphase des 30-jährigen Bürgerkriegs. Wir hatten zunächst die Idee, auf das halbfertige Gebäude noch schnell ein Dach zu setzen, um es vor dem Monsun zu schützen. Doch Material, Handwerker und Projektleiter konnten nur noch schwer und schon bald darauf gar nicht mehr an Ort und Stelle gelangen. Am Ende hat es sich als glücklichen Umstand herausgestellt, dass nur ein paar Säulen standen: Das Gebäude wurde kaum beschossen.
Haben Sie sich während des Bürgerkrieges aus Sri Lanka zurückgezogen?
Nein! Wir wollten unbedingt vor Ort bleiben, damit wir das Projekt irgendwann abschließen konnten. Also haben wir zusammen mit der Kindernothilfe ein Projekt für Kindersoldaten initiiert. Die Situation war furchtbar: Die Kinder und Jugendlichen litten unter Mangelernährung, Minenverletzungen und den traumatischen Ereignissen des Krieges.
Wie ist die Situation der Kinder heute?
Die gesundheitliche Situation ist gut. Aber es besteht nach wie vor ein großer allgemeiner Aufbaubedarf: Die Menschen wohnen immer noch in Zelten und Behelfshütten, die Infrastruktur ist marode.
Das Projekt ist abgeschlossen — wie fühlt sich das für Sie an?
Ich habe gemischte Gefühle: Ich bin froh, dass der Bau abgeschlossen ist. Andererseits denke ich, dass nun erst die Voraussetzungen für weitere, wichtige Arbeiten gegeben sind. Es gibt zu wenige Ärzte vor Ort, man müsste in ihre Ausbildung investieren. Ich werde sicherlich noch einmal hinfahren, um zu sehen, wie es läuft und welcher Bedarf noch besteht.
+++ Spendenaufruf +++
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