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Erdbebengebiete der Erde

Die Erdkruste besteht aus mehreren großen Krustenplatten und kleineren Bruchstücken. Besonders an den Stellen, wo diese sogenannten Lithosphärenplatten aufeinandertreffen, entstehen Spannungen, die sich in Erdbeben entladen. Die Karte gibt einen Überblick über die Erdbebengebiete der Erde.

Erdbebenstärken messen – Skalen

Die weithin bekannteste Skala zur Messung von Erdbebenstärken ist die 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg entwickelte Richterskala. Insbesondere zur Beschreibung von besonders hohen Erdbebenstärken wird heutzutage häufiger die Momenten-Magnituden-Skala verwendet.

Magnituden und Erdbebenauswirkungen

< 2,0 bis < 4,0:
nur von Instrumenten wahrnehmbar/nicht spürbar bis oft spürbar, selten Schäden

4,0 bis < 6,0: in Räumen bewegen sich Gegenstände, je nach Stabilität der Gebäude leichte bis schwere Schäden, Tote

6,0 bis < 8,0*: Zerstörung über größere bis weite Gebiete, Katastrophenausmaße

8,0* bis < 10,0* **: Großbeben, Zerstörung im Bereich von einigen hundert bis einigen tausend Kilometern

* Da die Richterskala messtechnisch auf die Magnitude 6,5 begrenzt ist, werden höhere Erdbebenstärken mit der Momenten-Magnituden-Skala bestimmt

** Das stärkste Beben seit Beginn der Aufzeichnungen ist mit einer Magnitude von 9,5 das Große Chile-Beben von 1960


Naturkatastrophen & Humanitäre Katastrophen

Erdbeben

Am 11. März 2011 um 14.45 Uhr Ortszeit begann die Erde in Japan zu beben und kündigte eine der größten Naturkatastrophen der letzten hundert Jahre an: Auf das Erdbeben der Stärke 9, dessen Epizentrum etwa 400 km nordöstlich der Hauptstadt Tokio und ca. 130 km von der Stadt Sendai entfernt lag, folgte ein gewaltiger Tsunami mit bis zu 40 Meter hohen Wellen. Am schlimmsten betroffen waren die Präfekturen von Iwate, Miyagi und Fukushima. In Folge der Naturkatastrophe kam es in Japan zum verheerendsten Reaktorunfall seit Tschernobyl.

Das Beben der Stärke 9, das am 11. März 2011 um 14.45 Uhr Ortszeit Japan in seinen Grundfesten erschütterte, und zum verheerendsten Reaktorunfall seit Tschernobyl führte, hat die Heimat von Tausenden von Menschen für Jahre unbewohnbar gemacht.

Mehr als 20.000 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben oder gelten immer noch als vermisst. Etwa eine halbe Million Menschen verlor mit einem Schlag das Dach über dem Kopf, viele leben noch immer in Evakuierungszentren oder sind bei Freunden oder Verwandten untergebracht. Ihre Heimat wird für Jahre unbewohnbar bleiben. Das Erdbeben und der Tsunami in Japan sind laut Rückversicherungsgesellschaft Munich Re mit einem gesamtwirtschaftlichen Schaden von 210 Milliarden US-Dollar die teuersten Naturkatastrophen aller Zeiten. Mit einer Stärke von 9 zählt das Erdbeben in Japan nicht nur zu den teuersten, sondern auch zu den schwersten Erdbeben der letzten hundert Jahre.

Das weltweit folgenschwerste Erdbeben war mit etwa 830.000 Todesopfern das Beben in China im Jahr 1556. Eines der ersten dokumentierten starken Erdbeben der Welt ist mit einer Stärke von 8,7 auch das Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755. Ein Tsunami und eine Feuersbrunst in Folge des Bebens zerstörten weite Teile der Stadt Lissabon. Unterschiedlichen Schätzungen zufolge forderte die Katastrophe bis zu 100.000 Todesopfer. In Reaktion auf das Beben in Lissabon entwickelte sich die moderne Seismologie. Erdbeben und seismische Wellen werden aufgezeichnet, die Daten ausgewertet und Prognosen für zukünftige Beben erstellt.

Die zehn stärksten Erdbeben der letzten hundert Jahre

Datum Land Stärke des Erdbebens Zahl der Todesopfer
22.05.1960 Chile 9,5 1.655
28.03.1964 Prince William Sund, Alaska 9,2 137
26.12.2004 Sumatra-Andamanen 9,1 228.194
11.03.2011 Nahe der Ostküste von Honshu, Japan 9,0 19.100
04.11.1952 Kamtschatka, Russland 8,9 ~2.336
27.02.2010 Offshore Bio-Bio,Chile 8,8 547
04.02.1965 Rat Islands, Alaska 8,7 keine Toten
15.08.1950 Assam – Tibet 8,6 ~4.826
28.03.2005 Nord-Sumatra, Indonesien 8,6 1.346
09.03.1957 Andreanof Islands, Alaska 8,6 2

Quelle: CATDAT Damaging Earthquakes Database, USGS, GFZ Potsdam

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