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Flut Pakistan

Gespräch mit UN-Vertreter Simon Lawry-White

Flut Pakistan: 2 Kinder holen Wasser an einer alten Pumpe
Mr. Simon Lawry-White, UN-OCHA Multan (Pakistan)  im Gespräch mit Stefan Bihl, ADH
Mr. Simon Lawry-White, UN-OCHA Multan (Pakistan) im Gespräch mit Stefan Bihl, ADH

Informationsaustausch zwischen dem Vertreter von UN-OCHA (Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) in Multan, Pakistan, Mr. Simon Lawry-White und Stefan Bihl, Nothilfeexperte von ADH zur Lage der Menschen in den südlichen Flutgebieten Pakistans.

Das Ausmaß der Lage wird nach Einschätzung von Simon Lawry-White sowohl von Geberregierungen wie auch von den Hilfsorganisationen zurzeit noch unterschätzt. Es gibt in den südlichen Flutgebieten mehr als 300 "wilde" Camps, wo Flutbetroffene Zuflucht gefunden haben. Das heißt es sind mehr als eine Viertel Million Menschen obdachlos geworden und campieren unter Plastikplanen oder in einem Zelt. Sie sind abgeschnitten von ihrem normalen Broterwerb, die Äcker sind mindestens für die kommende Pflanzzeit unbrauchbar und die Frucht auf den Feldern ist zerstört. Nur die Häuser aus Backsteinen konnten dem Wasser widerstehen, die ärmeren Menschen jedoch leben in Lehmhäusern, die allesamt weggespült wurden. Diese Menschen benötigen dringend Hilfe von außen.

Die Regierung und die lokalen Behörden geben sich viel Mühe Hilfe zu leisten, aber angesichts des Ausmaßes sind deren Kapazitäten eher bescheiden. Die Hauptakteure der Hilfsanstrengungen sind die verschiedenen UN-Organisationen wie das Welternährungsprogramm, die Weltgesundheitsorganisation, UNICEF, IOM und andere.


Hinzu kommen 700.000 Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten und bei Verwandten oder Freunden untergekommen sind. Insgesamt rechnet der UN-Vertreter mit 3,4 Millionen Menschen, die massiv von der Jahrhundertflut in Pakistan betroffen sind.


Die vielen ausländischen Hilfsorganisationen haben sich zunächst auf den Norden konzentriert, wo Bergrutsche, Schlammlawinen und über die Ufer getretene Flüsse ganze Ortschaften zerstört haben. Jetzt weiten einige Organisationen ihre Aktivitäten auch auf den Süden aus. Insgesamt sind laut UN rund 60 internationale Hilfsorganisationen tätig, von denen allerdings rund 40 eher als kleine Organisation zu bezeichnen sind. Der Hauptgrund für die zögerlichen Aktivitäten ist das fehlende Geld.


Die Hauptprobleme für die kommenden Wochen und Monate sieht Mr. Lawry-White hauptsächlich im Ernährungsbereich, Ackerbau und Viehhaltung, Gesundheitssituation und Trinkwasser.


Mr. Simon Lawry-White freut sich über die Anstrengungen von Aktion Deutschland Hilft Spenden zu erhalten, damit noch mehr Menschen geholfen werden kann.

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