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Erdbeben Haiti

Zwischen Trümmern und Hoffnung

Trotz Regenzeit, logistischer Hindernisse und der Gefahr von Wirbelstürmen – die medizinische, orthopädische und psychosoziale Hilfe der Johanniter für die Opfer des Erbebens am 12. Januar kommt an. Nachdem die Johanniter kurz nach der Katastrophe Soforthilfe mit Notärzten, Sanitätern und Logistikern geleistet hatten, liegt der Schwerpunkt jetzt auf langfristiger Hilfe.

In Abstimmung mit anderen Organisationen haben die Johanniter in Léogâne, etwa 25 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince, eine mobile Orthopädiewerkstatt aufgebaut. Dort versorgt ein internationales Team seit April Patienten mit hochwertigen Prothesen und anderen Hilfsmitteln.

Landesweit benötigen bis zu 10 000 Erdbebenopfer mit Amputationen und anderen schweren Verletzungen orthopädische Hilfe. „Unter den Patienten gibt es auch viele Kinder. Es ist schön zu sehen, wenn ein Patient nach dem Anpassen der Prothese wieder laufen oder sogar Fußball spielen kann“, sagt Cornelia Köhler, Orthopädietechnikern der Johanniter in Léogâne. Sowohl in der Orthopädie als auch in der physiotherapeutischen Versorgung bilden die Johanniter haitianische Fachkräfte aus.

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Von Léogâne aus fahren täglich drei Ambulanzen in die Dörfer der Region. Wöchentlich werden so rund 1500 Menschen medizinisch behandelt. Häufige Krankheitsbilder sind Atemwegsinfektionen und Infektionen der Haut, aber auch schwere Erkrankungen wie Malaria. Zahlreiche Menschen sind, zusätzlich zu ihren physischen Verletzungen, durch ihre Erlebnisse traumatisiert. Auf große Nachfrage stößt daher das Angebot der Johanniter, auch psychosoziale Hilfe zu leisten.

„Es ist wichtig, dass in den nächsten Monaten in ländlichen Regionen Gesundheitszentren errichtet werden, damit die Versorgung der Patienten in Zukunft gesichert ist“, erklärt Marc de Bakker, medizinischer Koordinator der Johanniter. Viele seiner Patienten leben noch immer unter Plastikplanen, andere in Zelten, zwischen Trümmern.

„Wir stehen vor der großen Aufgabe, ein System zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufzubauen“, so de Backer weiter. „Ich denke wir sind zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, um diese Aufgabe anzugehen. Man muss dabei tatsächlich von Aufbau und nicht von Wiederaufbau sprechen, denn auch vor dem Erdbeben gab es keine ausreichende medizinische Versorgung. Die Chance, das zu ändern, ist jetzt da.“

Um diesen Aufbau im Distrikt Léogâne mitgestalten zu können, werden die Johanniter voraussichtlich noch mindestens weitere drei bis fünf Jahre in Haiti bleiben. Gegenwärtig arbeiten 14 internationale Helfer und mehr als 30 lokale Mitarbeiter vor O rt. Wie auch der Großteil der Haitianer leben die Helfer der Johanniter wegen des schleppenden Wiederaufbaus noch immer in Zelten.

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