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Kinderhilfswerk setzt Soforthilfe des Auswärtigen Amtes um und tritt für nachhaltige Lösungen ein
Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision betont, dass die derzeitigen Verlautbarungen zur Cholera-Epidemie und Gewaltakten in Haiti auch eine politische Dimension haben und vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen bewertet werden müssen. „Wir haben den Eindruck, dass Informationen und genaue Zahlen zurückgehalten werden und hören selbst von den übergeordneten Gremien der Hilfswerke, dass sie nicht so gegen die Epidemie vorgehen können, wie sie es gerne wollten“, sagt Harry Donsbach, Leiter der Katastrophenhilfe von World Vision Deutschland. Manche Politiker nutzten die Krise auch dazu, Stimmung gegen die Vereinten Nationen zu machen.
Nicole Bergmann, die für das Bündnis Aktion Deutschland Hilft in Haiti arbeitet, berichtet von unfassbaren Lücken in der Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern, Polizei und staatlichen Gesundheitsbehörden. „Eine Leiche wird einfach nicht abgeholt oder auf die Straße geworfen, weil jeder Angst vor der Cholera hat und offenbar niemand die Verantwortung übernehmen will“, hat sie etwa in Carrefour beobachtet.
Verstärkte Hygiene-Maßnahmen und Aufklärung über die Krankheit zeigten unterdessen positive Wirkungen in den von World Vision betreuten Notunterkünften von Port-au-Prince. „Bei unseren mobilen Kliniken melden sich die Menschen jetzt auch bei leichten Durchfall-Erkrankungen“, sagt Projektbetreuerin Annika Müller. Seife werde den Helfern buchstäblich aus den Händen gerissen.
Das Auswärtige Amt fördert die Soforthilfe von World Vision im Département Central, in La Gonave, Font Parisien und mehreren Notlagern in Port-Au-Prince, insbesondere Trinkwasser-Aufbereitung und Hygiene-Maßnahmen. Das gemeinsame Projekt unterstützt außerdem Vorkehrungen für eine schnelle medizinische Betreuung von infizierten Kindern.
World Vision arbeitet seit vielen Jahren in Haiti insbesondere in den ländlichen Regionen außerhalb der Hauptstadt und setzt sich dort für nachhaltige Lösungen durch Zugang zu Wasser, Hygiene, Bildung und Gesundheitsversorgung ein. Die Hilfsmaßnahmen werden mit den zuständigen Regierungsstellen, der Bevölkerung und anderen Nichtregierungsorganisationen koordiniert.
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