Flüchtlinge steigen auf ein Boot im Mittelmeer.
© SOS Méditerranée/Giorgos Moutafis

AWOMittelmeer: Hilfe für Geflüchtete

Der Seeweg über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Laut den Vereinten Nationen sind 2015 etwa 3700 Menschen beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ums Leben gekommen. Zwischen 2010 und 2014 sind bereits mehr als 23 000 Menschen gestorben. Es ist eine humanitäre Tragödie, die sich an den Grenzen Europas abspielt. AWO International unterstützt die Initiative SOS Méditerranée, die es sich zum Ziel gemacht hat, in Seenot geratene Menschen zu retten.

 „Wir werden dort dringend gebraucht“, berichtet uns Klaus Vogel nach seinem ersten dreiwöchigen Einsatz auf dem Mittelmeer. Der Kapitän und promovierte Historiker wollte es nicht mehr hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem Friedhof für geflüchtete Menschen wird, und hat im Mai 2015 gemeinsam mit Mitstreiter*innen die Initiative SOS Méditerranée gegründet. Mit Unterstützung von AWO International konnte das Rettungsschiff MS  Aquarius gechartert werden und im Februar 2016 starten. Seitdem wurden mehr als 3300 Menschen (Stand: August 2016) gerettet.
 
Das Einsatzgebiet der MS Aquarius ist das zentrale Mittelmeer zwischen Libyen und Italien und gehört zu den gefährlichsten und tödlichsten Fluchtrouten weltweit. Die Rettungseinsätze werden in enger Abstimmung mit der Rettungsleitstelle in Rom (MRCC) durchgeführt. Als ziviles Rettungsschiff ist die Aquarius ausschließlich der Seenotrettung verpflichtet.

Flucht vor Krieg, Gewalt und Armut

Die Boote, auf die die Flüchtenden von den Schlepper*innen gesetzt werden, sind in einem katastrophalen Zustand. „Kaum eines der Boote, die wir gesehen haben, würde es bis nach Italien schaffen. Was mich zutiefst erschüttert hat, war die Verzweiflung und die Angst der flüchtenden Menschen“, erzählt Vogel. In den Gesprächen an Bord berichten die Geretteten über die Gründe ihrer Flucht: Sie fliehen vor Kriegen, Gewalt, vor Armut und Perspektivlosigkeit. Insbesondere die Zeit in Libyen ist für die meisten Geflüchteten die schrecklichste Phase der Flucht. Sie werden von den Schlepper*innen in Lagern wie Sklav*innen gehalten. Sie werden erpresst, finanziell ausgenommen, vergewaltigt.

Humanitäre Hilfe braucht es dort, wo Menschen unverschuldet in Not geraten sind und sich nicht selber helfen können. „Menschen, die sich auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer machen, fliehen vor humanitären Krisen und riskieren mangels Alternativen ihr Leben. Es ist unsere humanitäre Pflicht, diesen Menschen zu helfen. Deshalb unterstützen wir SOS Méditerranée“, so Ingrid Lebherz. Denn humanitäre Hilfe und die zivile Seenotrettung haben ein gemeinsames Ziel: Menschen in Not bedingungslos zu helfen.

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