550-philippinen-weihnachten

Taifun Haiyan HelpAge verteilt Weihnachtspakete an die Taifun-Opfer

25-12-2013


Babyboom im Distrikt-Hospital von Ormoc nach Taifun Haiyan


Ormoc (ce) -In der Eingangshalle des Distrikt-Hospital von Ormoc herrscht dichtes Gedränge, es ist kein Durchkommen mehr. HelpAge hat alle Patienten und ihre Angehörigen zur Weihnachtsfeier eingeladen. 600 liebevoll gepackte Weihnachtstüten mit Essensrationen, Süßigkeiten und Früchten stapeln sich an einer mit Girlanden und Weihnachtsmannkonterfei geschmückten Wand der Halle. Ganz vorne drängeln sich die Kinder, begleitet von Vater oder Mutter, die Infusionsflaschen hochhalten. Auf den Gängen liegen Mütter mit ihren Neugeborenen im Arm. Noch nicht alle Räume des Hospitals, das der Taifun Haiyan vollkommen verwüstete, konnten wieder in Betrieb genommen werden.

Babyboom im Distrikt-Hospital von Ormoc nach Taifun Haiyan

Die Klinikleiterin Dr. Maria Lourdes De Lara-Banquesto hockt auf der Ecke eines Feldbettes und streicht neugeborenen Zwillingen liebevoll über den Kopf. „Jetzt vor Weihnachten haben wir den reinsten Babyboom“, sagt sie nachdenklich lächelnd, „bis zu 16 Geburten am Tag.“ Doch dies bedeutet nicht immer nur Freude, wie an einigen Gesichtern abzulesen ist, denn ins Distrikt-Hospital kommen wegen der freien Heilfürsorge besonders die Ärmsten.

Doch für große Nachdenklichkeit hat die Klinikleiterin keine Zeit, denn alle warten schon ungeduldig auf sie, damit es endlich los geht. Zuerst wird es mit dem Abspielen der Nationalhymne noch einmal feierlich. Dann erinnert Dr. Maria Lourdes De Lara-Banquesto an die furchtbare Situation direkt nach dem Taifun und dankt allen internationalen Organisationen unter Tränen für ihre Hilfe. Draußen auf dem schmalen Rasenstreifen stehen noch dicht an dicht die weißen Zelte des Feldhospitals vom Dänischen Roten Kreuz. Der Monster-Orkan riss das Dach des 160-Betten-Krankenhauses weg und demolierte das gesamte Inventar der Klinik. Doch es musste weitergehen, Verletzte strömten herein und als Geburtsklinik genießt das Distrikt-Hospital einen guten Ruf.

Die Mitarbeiter von HelpAge und der philippinischen Partnerorganisation COSE haben sich inzwischen alle mit roten Leuchtdioden bestückte Weihnachtsmützen auf gestülpt. Unter Rumba-Rhythmen und zu den Klängen von La Bamba geht es dann in einer Art Polonaise durch die Krankenzimmer. Das Fest zur Geburt Jesu Christi wird in den streng katholischen Philippinen fröhlich begangen. Als erstes geht es zu den Alten und Gebrechlichen, denn die stehen im Zentrum der Arbeit von Helpage. „Mehr als 45 Prozent der durch den Taifun Verletzten sind ältere Menschen“, erklärt eine Mitarbeiterin von COSE, die sich selbst als Silver-Age-Volunteer beschreibt. „In diesem Land bist du alt, wenn du nicht mehr tanzen kannst“, sagt sie lachend. Die Sozialarbeiterin Emily Beridico von HelpAge setzt sich derweil zu einem alten Mann ans Bett. Henry Urgel, 77 Jahre alt, ist Reisbauer aus dem nahegelegenen Dorf Kananga. Er leidet an Nierenproblemen und einer Lungenentzündung. Sein großer Wunsch zu Weihnachten nach dem verheerenden Taifun sind Saatgut und Dünger, damit es weitergeht. Draußen vor der Klinik wartet ein junger Mann auf Frau und Kind, die heute, einen Tag vor Weihnachten, die Klinik verlassen dürfen. Auf dem Rücken seines T-Shirts steht: Roofless, Homeless but not Hopeless. „Obdachlos aber nicht hoffnungslos - typisch philippinisch“, meint Dr. Maria Lourdes De Lara-Banquesto, wieder einmal nachdenklich lächelnd, bevor sie sich mit einem gemurmelten „Merry Christmas“ verabschiedet.

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