Taifun Haiyan Schnittwunden, Erkältungen, Schlaganfälle und Babys

02-12-2013

Die Johanniter leisten medizinische Soforthilfe in Ormoc

Die Region um die Stadt Ormoc im Südwesten der Insel Leyte hat der Taifun Haiyan besonders hart getroffen. 80 Prozent der Häuser in Ormoc sind komplett zerstört worden, die restlichen 20 Prozent zum Teil. Zwei Wochen lang harrten die rund 200.000 Einwohner ohne Strom aus, erst letzten Freitag ging im Rathaus von Ormoc City das Licht wieder an.

Bereits am 13. November schickten die Johanniter ein zwölfköpfiges medizinisches Einsatzteam, darunter zwei Ärzte und vier Rettungsassistenten, auf den Weg Richtung Philippinen. Nach der Landung in Cebu ging es mit der Fähre Richtung Ormoc, dem Ort des geplanten Soforthilfeeinsatzes. Die Johanniter standen in den Tagen zuvor in engem Kontakt mit ihrer lokalen Partnerorganisation „Balay Mindanaw Foundation“ und wussten daher bereits im Vorfeld von den schlimmen Zerstörungen, die sie vor Ort vorfinden würden.

„Insbesondere in der medizinischen Versorgung der Überlebenden fehlt es am Nötigsten. Die Verwundeten können nur ungenügend versorgt werden, weil alle medizinischen Einrichtungen schwer beschädigt sind“, berichtet Jutta Meissner, Fachbereichsleiterin für Südostasien bei der Johanniter-Auslandshilfe.
 
Daher war die Hauptaufgabe des Johanniter-Teams von vornherein klar: vor Ort dringend benötigte medizinische Hilfe zu leisten. Ausgestattet mit Notfallausrüstung, die neben Medikamenten (Schmerzmittel, Antibiotika, Infusionen) insbesondere Verbandsmaterialien für Verletzungen und Wunden jeglicher Art sowie Schienungsmaterial zur Behandlung von Knochenbrüchen enthielt, haben die Johanniter in den letzten Wochen bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung geholfen. Grundschulen wurden zu Evakuierungszentren umfunktioniert und dienen dem medizinischen Einsatzteam als provisorische Behandlungsräume. Gemeinsam mit Krankenschwestern ihrer philippinischen Partnerorganisation werden dort täglich mehr als 100 Patienten behandelt.

Dabei begegnen die Ärzte und Pfleger Patienten mit Schnittwunden, Erkältungs- und Durchfallkrankheiten, aber auch mit Knochenbrüchen und Schlaganfällen. Ausschläge und Allergien nehmen durch den Kontakt mit unsauberen Wasser und fehlender Körperhygiene zu. Aber nicht nur kranke Menschen suchen Hilfe: Dr. Pramendorfer aus dem Team der Johanniter beispielsweise half dabei, die kleine Yhra auf die Welt zu bringen. Ein ganz besonderer Moment in einem solchen Einsatz.

Vor vier Tagen traf ein zweites Team nach 24-stündiger Anreise in Ormoc ein. Die sieben Mitarbeiter haben ihre Kollegen mittlerweile abgelöst und führen die Arbeit der Johanniter vor Ort fort.

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