Taifun Haiyan/PhilippinenPhilippinen: Ein halbes Jahr nach dem Taifun

08-05-2014

„Froh, einen sicheren Platz zum Schlafen zu haben“ – die Philippinen ein halbes Jahr nach dem Taifun

Am 8. Mai 2014 ist es genau ein halbes Jahr her, dass der verheerende Taifun Haiyan mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 315 km/h über die Philippinen hinwegfegte und eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Habitat for Humanity war wenige Tage nach dem Sturm vor Ort und verteilte an Familien, die ihr Haus samt Hab und Gut verloren hatten, Shelter Kits mit Wiederaufbaumaterialien – Wellblech, Holz, Baumaterialien. Über 18.000 Familien haben bislang so ihr Haus wieder aufbauen können. Im April haben die Kollegen vor Ort einige dieser Familien besucht.

Wie so viele andere, wurde auch das Haus von Jovelyn Ypsor bei dem Sturm komplett zerstört. Jovelyn lebte mit ihrem Mann Rexan und den beiden Kindern Vincent und Antica (2 und 2 Monate) in einem traditionellen Nipa, einem typischen Filipino-Haus aus Holz. „Als der Sturm kam, war ich hochschwanger und hatte schreckliche Angst um das Baby. Wir haben alle bei Freunden Unterschlupf gefunden, nachdem unser Haus zerstört war. Mit dem Shelter Kit von Habitat for Humanity konnten wir unser Haus wieder aufbauen. Es ist jetzt größer und besser als vorher“, so Jovelyn.

Die 15-jährige Lorelie Montano lebt mit ihren fünf Geschwistern ebenfalls in einem Haus, dass nach dem Sturm durch HFH Materialien wieder aufgebaut werden konnte. Lorelies Mutter hat die Familie verlassen, und nun kümmert sich der älteste Bruder um die Familie. „Während des Sturms haben wir uns bei Angehörigen versteckt. Alles um uns herum wurde zerstört, das Glas zerbrach laut und ich hatte große Angst. Jetzt sind wir in dem neuen Haus sicher. Die Leute hier haben sich verändert“, so Lorelie, “sie haben verstanden, dass das Leben kurz ist.“

Marichu Gullem, 31, ist im achten Monat schwanger – es ist ihr viertes Kind. „So einen Sturm haben wir hier noch nie erlebt“, sagt sie, „wir waren zusammen mit 15 anderen Familien in einem Unterschlupf. Die älteren haben gebetet und die Kinder haben geschrien“.

Opelia und Mario Marculla leben gemeinsam mit ihren fünf Kindern und sechs Enkelkindern unter einem Dach. Vor dem Sturm konnten sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen – sie harrten alle zusammen in einem sicheren Raum der Nachbarn aus - das Wasser stieg teilweise hüfthoch. Große Teile des Hauses der Marcullas wurden unwiderruflich zerstört. Dank der Shelter Kits von Habitat for Humanity konnten sie ihr Haus komplett wieder herstellen – Mario kann seinem Beruf als Fischer wieder nachgehen.

Doch auch die Fischerei ist schwerer geworden nach dem Sturm – es kann noch lange dauern bis die Flora und Fauna der Inselgruppe sich erholt hat. Habitat for Humanity wird mit Unterstützung von weiteren Spenden langfristige Hilfe leisten und die Menschen vor Ort bei dem Aufbau einer neuen Zukunft unterstützen. Bis zu 30.000 sturmsichere Basishäuser sind geplant.

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