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Taifun Haiyan Interview mit der Botschafterin der Republik Philippinen in Deutschland, Maria C. Natividad

07-01-2014

Aktion Deutschland Hilft: Exzellenz, Sie leben hier in Deutschland als Botschafterin weit weg von Ihrer Heimat, den Philippinen. Mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben Sie die Ereignisse nur aus der Ferne verfolgen können. Welche Gedanken sind Ihnen in den ersten Tagen durch den Kopf gegangen?

Botschafterin Natividad: Die ersten Berichte über die Verwüstungen, die der Taifun hinterlassen und die Menschenleben, die er gekostet hat, haben mich, wie so viele andere Menschen auch, bis ins Mark erschüttert. Die Nachricht, dass Katastrophenhelfer aufgrund der zerstörten Infrastruktur nicht zu den Überlebenden des Taifuns vordringen konnten, hat mich tief betroffen gemacht.

Die Regierung hat geeignete Vorbereitungsmaßnahmen getroffen und durch das Frühwarnsystem sind viele Menschenleben gerettet wurden. Die Bilder von den Verheerungen, die der Taifun in manchen Teilen der Philippinen, dazu gehören Samar, Leyte, Negros, Cebu, Bohol, Capiz, Aklan, Antique, Iloilo und Palawan angerichtet hat, haben uns nichtsdestotrotz schockiert.

Aktion Deutschland Hilft: Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das jetzt nach der akuten Nothilfe auf den Philippinen getan werden muss?

Botschafterin Natividad: Die Regierung unter Präsident Aquino wird alles in ihrer Macht stehende tun, um die Leben der Menschen in den Katastrophengebieten in die Normalität zurückzuführen. Unsere Priorität ist es nun, sicherzustellen, dass unsere Landsleute ihre Häuser wieder aufbauen und ihre Existenzgrundlage wieder gewinnen können. Die philippinische Regierung prüft derzeit, wie man den vielen Tausenden Bauern, die durch den Taifun ihrer Existenzgrundlage entzogen wurden, helfen könne.
Seitens der lokalen Regierung besteht mittelfristig die Notwendigkeit geeignete Maßnahmen zu treffen, um zu verhindern, dass die betroffenen Gebiete, die bereits zu den ärmsten des Landes gehören, noch tiefer ins Elend abgleiten. Langfristig müssen die lokalen sowie die nationalen Katastrophenschutzbehörden besser gerüstet sein, um derartige Katastrophen bewältigen zu können.

Aktion Deutschland Hilft: Wie können die Menschen in Deutschland den Philippinern, die von Taifun Haiyan getroffen wurden, am besten helfen?

Botschafterin Natividad: Zuallererst möchte ich meine Ergriffenheit über die Anteilnahme und besonders die Unterstützung Deutschlands zum Ausdruck bringen. Bis Ende November hat die deutsche Regierung insgesamt 6,9 Millionen Euro an Soforthilfe bereitgestellt. Zusätzliche 12,9 Millionen Euro für die Opfer des Taifuns wurden dank der Spendenbereitschaft der deutschen Bürger von deutschen Hilfsorganisationen gesammelt. Dies signalisiert den Beistand, den uns die deutsche Regierung und ihre Bürger in dieser dunklen Stunde haben zuteilwerden lassen. Wenn das deutsche Volk den Taifun-Opfern darüber hinaus helfen möchte, wären Geldspenden für die Unterstützung der Aufbaumaßnahmen durch Hilfsorganisationen wohl das geeignetste Mittel.

Aktion Deutschland Hilft: Für Ihr Benefizkonzert haben Sie das Bündnis Aktion Deutschland Hilft als Kooperationspartner ausgewählt. Was wünschen Sie sich von unseren Mitgliedsorganisationen, die vor Ort auf den Philippinen arbeiten?

Botschafterin Natividad: Ich möchte die Deutsche Öffentlichkeit wissen lassen, dass ihre finanzielle Unterstützung durchaus Früchte zeigt. Deutschland ist uns ganz besonders angesichts dieses schweren Unglücks zu Hilfe geeilt. Ich hoffe, dass diese Unterstützung der deutschen Regierung, aber auch der deutschen Unternehmen und der deutschen Bürger nicht versiegen wird. 

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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