Hilfe für FlüchtlingeEine neue Chance für Fatima

05-09-2019

von Aktion Deutschland Hilft/World Vision

Straßenschilder, die Namen von Geschäften, die Zahlen auf ihrem Telefon. Nichts davon konnte Fatima lesen. "Es war so demütigend", sagt die 31-jährige Frau aus Afghanistan. Sie gehörte bis vor kurzem zu den über 750 Millionen Analphabeten auf der Welt. Das sind Menschen, die weder lesen noch schreiben können.

Dank World Vision, Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft, bekam Fatima eine neue Chance!

Eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt

Afghanistan gilt als eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Seit Jahrzehnten prägen Konflikte, Terror und Armut das Leben der Menschen. Auch das Bildungssystem litt: Viele Kinder können die Schule nicht regelmäßig besuchen, weil die Lage zu unsicher ist. Über 60 Prozent der Erwachsenen in dem Land sind Analphabeten.

Definition: Was ist Analphabetismus?

Analphabeten beherrschen das Alphabet kaum oder gar nicht. Sie können weder lesen noch schreiben. Gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, ist für diese Menschen äußerst schwierig.

Es gibt verschiedene Formen von Analphabetismus:

  • Primäre oder natürliche Analphabeten haben nie die Schule besucht
  • Sekundäre Analphabeten haben ihre Kenntnisse in der Schriftsprache nicht geübt und dadurch verlernt
  • Funktionale Analphabeten beherrschen die Schriftsprache nur unzureichend und können sie im Alltag nicht anwenden

Ursachen: Warum gibt es Analphabetismus?

Für Analphabetismus gibt es viele Gründe:

  • Konflikte: zerstörte Schulen, ein geschwächtes Bildungssystem, fehlende Lehrer oder unzureichende Sicherheit, die den Schulbesuch unmöglich macht
  • Armut: Eltern können sich den Schulbesuch für ihre Kinder nicht leisten oder sind auf deren Unterstützung als Arbeitskraft angewiesen
  • Weite Wege: es gibt Regionen, in denen die nächste Schule weit weg ist und der Besuch mit einem stundenlangen Schulweg verbunden wäre
  • soziale Verhältnisse: Eltern, die mit der Erziehung oder Förderung ihrer Kinder überfordert sind oder ihre Kinder vernachlässigen

 

Quoten weltweit: Wo gibt es die meisten Analphabeten?

Laut der UNESCO gibt es weltweit 750 Millionen Kinder, Frauen und Männer, die nicht lesen und schreiben können. Analphabetismus ist vor allem in Regionen verbreitet, in denen langjährige Konflikte oder große Armut herrschen.

Weltweite Verteilung von Analphabeten:

Zentral- und Südasien369 Mio.
Subsahara-Afrika200 Mio.
Ost- und Südostasien74 Mio.
Westasien und Nordafrika66 Mio.
Lateinamerika und Karibik31 Mio.
Europa und Nordamerika7 Mio.


Der Krieg entwurzelte Fatimas Familie; zwang sie, das Heimatdorf zu verlassen. Zur Schule gehen, Lesen, Schreiben und Rechnen lernen – dafür war in diesem Leben auf der Flucht kein Platz. Wie viele Mädchen in Afghanistan heiratete auch Fatima früh.

Das Hilfsprojekt schenkt Fatima Mut

Heute lebt Fatima in einem Camp für Binnenvertriebene im Westen des Landes. World Vision, Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft, unterstützt die Flüchtlinge – unter anderem mit einem Bildungsprojekt für Kinder und Mütter. Als Fatima davon erfährt, ist sie bei der Anmeldung eine der ersten. "Ich war so aufgeregt", erinnert sie sich.

Das Hilfsprojekt richtet sich an Kinder zwischen fünf und zehn Jahren. Mütter wie Fatima werden im Klassenzimmer nebenan ebenfalls unterrichtet: Helfer klären sie über Kindererziehung und Hygienemaßnahmen auf. Und die Frauen lernen nach und nach alle Buchstaben und Zahlen kennen.


Bildergalerie: Hoffnung für Fatima & Nikbar


Fatima ist glücklich darüber, ihrer kleinen Tochter Nikbar nun bei den Hausaufgaben helfen zu können. In den anderen Müttern hat sie nicht nur Freundinnen gefunden, sondern auch Kundinnen, denen sie ihre Stickereien verkaufen kann.

Als eine Frau, die lesen und schreiben kann, entdeckt Fatima die Welt neu. Sie blickt dankbar und zuversichtlich in die Zukunft: Dank des Schulbesuchs wird ihre Tochter später mit zahlreichen Möglichkeiten in das Erwachsenenleben starten.

So setzt sich unser weltweit Bündnis für Bildung ein

Alle Kinder, Frauen und Männer haben ein Recht auf Bildung! So setzen sich die Hilfsorganisationen unseres Bündnisses für sie ein:

  • Wir bauen Schulen und Klassenzimmer wieder auf, die bei Katastrophen zerstört wurden
  • Wir errichten Notschulen in Flüchtlingscamps
  • Wir unterrichten Kinder und Jugendliche, die nach Deutschland geflohen sind und vermitteln ihnen Ausbildungsplätze
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Mädchen und Frauen ebenfalls Zugang zu Bildung und Ausbildung erhalten, damit sie ihr eigenes Geld erwirtschaften und unabhängig leben können
  • Wir klären Familien und Lehrer über Ernährung und Entwicklung von Kindern auf
  • Wir bereiten Schulen in gefährdeten Regionen darauf vor, wie sie sich im Falle einer Naturkatastrophe richtig verhalten


Danke, dass Sie die Arbeit unseres Bündnisses mit Ihrer Spende unterstützen!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für Flüchtlingshilfe weltweit

Spenden-Stichwort: Hilfe für Flüchtlinge weltweit
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Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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