Sars-CoV-2/COVID-19Corona-Prävention in Afghanistan

29-10-2020

von World Vision/Aktion Deutschland Hilft


"Wenn ich meine Hände nahe an den Wasserhahn halte, kommt das Wasser wie von Zauberhand heraus!"

Tamanna, 7 Jahre


Fließendes Wasser? Das ist für viele Familien in Afghanistan eine Seltenheit. Auch deshalb ist die Corona-Pandemie für das Land eine große Herausforderung. Nach jahrzehntelangen Konflikten ist das Gesundheitssystem des Landes marode. Es fehlt unter anderem an Krankenhäusern, die immer wieder das Ziel von Angriffen sind.

Den Behörden zufolge steckten sich seit Beginn der Pandemie mehr als 40.000 Menschen mit dem Virus an. Mehr als 1.500 starben, 77 davon waren Mitarbeiter des Gesundheitswesens.* Unter Krankenschwestern und Pflegern ist die Angst groß, sich mit dem Virus anzustecken. So geht es auch Leeda.

Tägliche Angst: Leeda über ihre Arbeit im Krankenhaus


Leeda arbeitet als Krankenschwester in Herat, einer Großstadt im Westen Afghanistans. COVID-19 hat die Kliniken an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht. Die öffentlichen Krankenhäuser in Afghanistan entsprechen meist nicht internationalen Standards.

In dem Krankenhaus, in dem Leeda arbeitet, gab es bisher zum Beispiel kaum Möglichkeiten, sich während der Arbeit regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. "Meine Familie hat mir sogar geraten, meine Arbeit aufzugeben", sagt die 30-Jährige.

Gemeinsame Nothilfe während der Pandemie

World Vision hat mit finanzieller Unterstützung von Aktion Deutschland Hilft Waschbecken mit automatischen Wasserhähnen und Seifenspendern in mehreren Kliniken im Zentrum von Herat installiert. So hat die Hilfsorganisation wichtigen Schutz für Patienten sowie Gesundheitspersonal geschaffen und hilft, der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken.


Bildergalerie: Corona-Nothilfe in Deutschland & weltweit


Die Vereinten Nationen befürchten, dass Afghanistan am Beginn einer weiteren Infektionswelle steht und sich die Lage dort weiter verschlechtern wird. Sich an Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zu halten, ist für viele Menschen schwer. Hinzukommen eine hohe Armutsrate, Ernährungsunsicherheit und die politische Instabilität, die sich seit Beginn der Pandemie verschärft hat.

Aufklärung, um dem Virus weiter entgegenzuwirken


Bündnisorganisationen wie World Vision haben ihre Hilfsmaßnahmen seit Ausbruch des Coronavirus angepasst. Ein wichtiger Bestandteil ist beispielsweise die Aufklärung der Bevölkerung über COVID-19, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

In Herat, Afghanistan, arbeitet World Vision mit Straßenkindern zusammen und ermöglicht ihnen Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Corona-Prävention ist nun ebenfalls Teil des Hilfsprojekts. Entstanden ist ein Wandgemälde mit Botschaften zur Corona-Prävention und zum Schutz von Kindern.

Wie wirkt sich das Coronavirus auf die humanitäre Hilfe aus?

Das Coronavirus erschwert die humanitäre Hilfe für Millionen Menschen auf der Welt. Das befürchten Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen.

Die weltweiten Reisebeschränkungen und die Empfehlung, von anderen Menschen Abstand zu halten, fordern Helfer in der internationalen Zusammenarbeit und die Nothilfe vor Ort heraus. Viele Projekte können wegen der Beschränkungen nicht wie geplant durchgeführt werden.

Medizinische Hilfsgüter wie Desinfektionsmittel, Mundschutz oder Beatmungsgeräte sind rar. Sie lassen sich derzeit nur unter großen logistischen Herausforderungen beschaffen. Es herrschen Exportverbote aus Deutschland und anderen Ländern. Für viele Hilfsorganisationen hat die Pandemie auch finanzielle und organisatorische Auswirkungen. Neben Spenden werden Projekte auch von Drittmittelgebern wie dem Auswärtigen Amt finanziert.

Experten der internationalen Zusammenarbeit könnten in ärmeren Ländern dabei helfen, medizinische Strukturen zu stärken und bei Aufklärungsmaßnahmen unterstützen. Derzeit können Helfer aufgrund der Reisebeschränkungen allerdings nicht entsendet werden. Die Verantwortung liegt vor allem bei lokalen Hilfskräften. Sie müssen bestmöglich geschützt und unterstützt werden.

Corona-Nothilfe in Deutschland und weltweit: Erfahren Sie, wie unser Bündnis Hilfte leistet!

Warum ist das Coronavirus für humanitäre Krisen- und Entwicklungsländer besonders gefährlich?

Experten von Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen befürchten das Schlimmste für Länder, in denen es den Menschen ohnehin an vielem mangelt. Wo Krieg, Flucht und Armut herrschen, sind Familien besonders anfällig für Krankheiten und deren Folgen. Erst recht für ein hochansteckendes Virus wie Corona.

  • Ohnehin schwache Gesundheitssysteme könnten bei einem Ausbruch endgültig kollabieren
  • Die Hygienebedingungen sind oft katastrophal. Frisches Wasser, Seife, Latrinen oder Toiletten fehlen vielerorts
  • In Flüchtlingslagern leben Tausende Menschen auf sehr kleiner Fläche. Dort ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch
  • In Ländern mit kriegerischen Konflikten wie Syrien oder Jemen sind die meisten Krankenhäuser zerstört. Es mangelt an medizinischen Geräten und Personal 
  • Vor allem in ländlichen oder schwer zugänglichen Regionen und in umkämpften Städten wie Aleppo in Syrien würde ein Ausbruch des Coronavirus erst spät bemerkt werden. Dann droht die Gefahr, dass die Ansteckungen exponentiell steigen – mit katastrophalen Folgen

Corona: Welche Länder sind besonders gefährdet?

Besonders anfällig sind Länder, in denen die Menschen ohnehin unter schwierigen Bedingungen leben. Dazu zählen beispielsweise die Millionen Familien in großen Flüchtlingslagern in Bangladesch, Kenia, Südsudan, Jemen, Syrien oder Griechenland. Oder die Kinder, Frauen und Männer, die in vielen Regionen Afrikas unter Hunger leiden.

Die Fallzahlen hängen stark davon ab, wie viele Menschen überhaupt auf das Coronavirus getestet werden. Die Möglichkeiten dafür sind weltweit begrenzt – auch in Europa. Die Dunkelziffer an Infizierten in Entwicklungs- und Schwellenländern liegt vermutlich weit höher als bisher bekannt.

Wie geht es für die humanitäre Hilfe trotz aller Schwierigkeiten weiter?

Die Hilfe für Menschen in Not geht weiter – mit allen nötigen Vorsichtsmaßnahmen und trotz aller Einschränkungen. Die Krisengebiete dieser Welt dürfen über den Coronavirus-Ausbruch nicht in Vergessenheit geraten.

Gemeinsam mit ihren internationalen Netzwerken arbeiten Helfer mit Hochdruck daran, die Versorgung von Menschen in armen, von Krieg oder Naturkatastrophen betroffenen Ländern sicherzustellen und eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dort sind die Gesundheitssysteme schwach. Ohne Unterstützung von Hilfsorganisationen kann sich das Virus schnell ausbreiten. Je mehr Menschen erkranken, desto schwieriger wird es, sie alle zu behandeln.

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft können dabei auf ihre langjährige Erfahrung in der Eindämmung von Epidemien zurückgreifen. Beispiele sind die Ebola-Epidemien in Liberia, Sierra Leone und der DR Kongo, wo die Hilfsorganisationen die Bevölkerung seit mehreren Jahren unterstützen.

Die lokalen oder internationalen Helfer setzen sich auch in dieser schwierigen Zeit täglich dafür ein, die Hilfsprojekte fortzuführen.

Was können Hilfsorganisationen tun, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern?

Wie in Deutschland klären Hilfsorganisationen auch in anderen Ländern verstärkt über Hygiene- und Schutzmaßnahmen auf. So leistet unser Bündnis weltweit Corona-Nothilfe:

  • Wir informieren über das Virus und klären darüber auf, wie man einer Ansteckung vorbeugen kann
  • Wir zeigen, wie richtiges Händewaschen funktioniert und erklären, warum Abstand halten in Zeiten der Pandemie so wichtig ist
  • Wir sorgen für sauberes Trinkwasser und errichten Sanitäranlagen sowie
  • mobile Wascheinrichtungen
  • Wir verteilen Seife, Reinigungstabletten und Hygieneartikel
  • Wir unterstützen Gesundheitsstationen und klären medizinisches Personal über den Umgang mit Infizierten auf


Unser Bündnis leistet weltweit Corona-Nothilfe: Jetzt mit Ihrer Spende!

Wie hilft das Bündnis während der Corona-Pandemie?

In Deutschland und zahlreichen Länder weltweit haben die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft ihre Hilfsmaßnahmen ausgeweitet und an die Corona-Pandemie angepasst:

So helfen wir weltweit und versuchen, eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen:

  • Wir errichten Handwaschstellen
  • Wir verteilen Sanitärmaterial und Hygienekits
  • Wir klären Menschen über das Virus und Hygienemaßnahmen auf
  • Wir setzen technische Systeme auf, um Informationen schnell per SMS zu verbreiten
  • Wir verbessern die Gesundheitsversorgung durch mobile Ärzte-Teams
  • Wir impfen unterernährte Kleinkinder gegen vermeidbare Krankheiten
  • Wir helfen mit Medikamenten gegen Cholera und andere Krankheiten, die Menschen schwächen
  • Wir errichten Notunterkünfte, in denen Familien medizinische Hilfe erhalten


Und so leistet unser Bündnis in Deutschland Corona-Nothilfe:

  • Wir unterstützen den Bevölkerungsschutz
  • Wir betreiben Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
  • Wir unterstützen Kliniken mit medizinischen Geräten und Material
  • Wir kümmern uns um Screeningzentren und -fahrzeuge für potentiell Erkrankte
  • Wir bieten Einkaufshilfe, Lieferservice und Fahrdienste für Risikogruppen und ältere Menschen
  • Wir stehen Menschen ohne Obdach mit Mahlzeiten, Notquartieren und Hygieneartikeln zur Seite
  • Wir unterstützen Menschen, die auf die Tafel angewiesen sind
  • Wir leisten Alleinstehenden und Menschen in Quarantäne telefonischen Beistand
  • Wir bieten Online-Bildungsangebote für Flüchtlinge
  • Wir vermitteln ehrenamtliche Hilfsangebote und Hilfsgesuche
  • Wir unterstützen Mütter und Väter mit Tipps für die Kinderbetreuung


Unterstützen Sie unsere Corona-Nothilfe jetzt mit Ihrer Spende!

Leisten die Bündnisorganisationen auch in Deutschland Corona-Nothilfe?

Der Bevölkerungsschutz in Deutschland liegt nicht in einer Hand: Laut Grundgesetz sind Bund, Länder und Kommunen für die Sicherheit der Menschen in Deutschland zuständig. Dafür wirken unterschiedliche behördliche Verwaltungsebenen mit Feuerwehren, Hilfsorganisationen und dem THW zusammen.

Vor diesem Hintergrund helfen auch Bündnisorganisationen wie die Johanniter, die Malteser, AWO und der ASB den Menschen in Deutschland: Sie betreiben Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen und helfen bei Planung, Aufbau und Betrieb von Screening- und Screeningfahrzeugen für potentiell erkrankte Menschen.

Außerdem bieten einige unserer Hilfsorganisationen Nachbarschaftshilfe, Einkaufdienste und telefonische Seelsorge und unterstützen Menschen ohne Obdach mit Mahlzeiten und Notunterkünften.

Unsere Corona-Nothilfe in Deutschland: Erfahren Sie mehr!


*Hinweis zu den Corona-Fallzahlen in Afghanistan: Die dortigen Ressourcen des Gesundheitswesens sowie die Testkapazitäten sind begrenzt und es gibt kein nationales Sterberegister. Daher gehen die Vereinten Nationen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden, um in weltweiten Hilfsprojekten des Bündnisses die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausweiten zu können:

Spenden-Stichwort: Corona-Nothilfe weltweit
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden