Eine Frau läuft mit ihrem Kind durch die von einem Tsunami zerstörten Gebiete in Indonesien.

TsunamisTsunamis: Mit 800 km/h in Richtung Küste

Tsunamis: Rasend schnelle Flutwellen

Im Gegensatz zu normalen Wellen bemerkt man Tsunamis auf offener See nicht. Die Welle ist dort nur rund einen Meter hoch. Die Geschwindigkeit des Tsunamis liegt auf dem Meer jedoch bei 800 Kilometern pro Stunde. Zum Vergleich: Eine gewöhnliche Welle erreicht auf dem Meer maximal eine Geschwindigkeit von 90 Stundenkilometern. Je näher die Wellen der Küste kommen, desto flacher wird der Boden. Dies bremst Tsunamiwellen enorm ab, sodass nur noch Geschwindigkeiten von etwa 50 Kilometern pro Stunde erreicht werden.

In Küstennähe türmt sich der Tsunami schnell viele Meter hoch auf. Grund dafür ist die Wasserbewegung. Während bei einer vom Wind erzeugten Welle nur die oberen Wasserschichten bewegt werden, ist bei einem Tsunami die gesamte Wassersäule vom Meeresboden bis zur Oberfläche in Bewegung. Durch das Abbremsen in Küstengebieten verringert sich der Abstand zwischen den Wellenkämmen. Dadurch schichten sich die Wassermassen übereinander und werden immer höher, je näher sie dem Ufer kommen.

Eine Wellenwand trifft auf die Küste

Trifft die Tsunamiwelle auf die Küste, wird durch die ungeheure Wucht alles mitgerissen. Häuser, Bäume und Autos werden manchmal mehrere Kilometer weit ins Landesinnere getragen. Schiffe, die von der Welle mitgerissen werden, verwandeln sich in tödliche Geschosse. Nicht minder gefährlich ist der Sog, der beim Zurückweichen der Welle entsteht. Dieser zieht Menschen und Trümmerteile kilometerweit ins offene Meer. Der ersten Welle folgen meist weitere, zum Teil noch gefährlichere und höhere Flutwellen.

Die Höhe der Tsunamiwelle hängt vor allem davon ab, wo er auf Land trifft. Besonders hoch türmt sich die Welle in engen, trichterförmigen Fjorden und Buchten auf. Auch Flussmündungen verstärken den Tsunami, da er durch diese kilometerweit ins Land getragen werden kann. Tsunamis können Inseln umrunden und auch die abgewandte Seite der Insel überspülen. Weil sie sich dort wieder vereinen, sind die Wellen dort sogar noch höher. Atolle, die von sehr tiefem Wasser umgeben sind, werden hingegen meist nur von sehr flachen Wellen überspült.

Gefahren durch den Tsunami

Die Gefahren, die ein Tsunami mit sich bringt, sind vielfältiger Natur. Die Vorwarnzeit beträgt je nach Entfernung zum Erdbeben manchmal nur wenige Minuten. Das wird Menschen im Küstengebiet oftmals zum Verhängnis, da sie sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Meist geht einer Tsunamiwelle ein Wellental voraus. Das Wasser an der Küste wird dann mit einem ungeheueren Sog ins Meer hinaus gezogen und der Meeresboden wird oft über große Flächen freigelegt. In manchen Fällen weicht das Wasser mehrere hundert Meter zurück. Wird dieses Phänomen richtig gedeutet, haben die Menschen am Strand noch ein paar Minuten Zeit, um auf höher gelegene Stellen zu fliehen.

Eine der größten Gefahren ist sicherlich die hohe Geschwindigkeit der Welle. Sieht man einen Tsunami herannahen, ist es bereits zu spät, sich in Sicherheit zu bringen. Bei dem Tsunami vor Indonesien ertranken unzählige Opfer, weil sie nicht schwimmen konnten oder nach kurzer Zeit vollkommen erschöpft waren. Andere wurden von den hereinbrechenden Fluten mitgerissen und von im Wasser treibenden Gegenständen erschlagen oder verletzt. Viele wurden von Gebäuden verschüttet, die dem Druck des Wassers nicht standgehalten haben. Durch den Sog der zurücklaufenden Welle wurden viele Menschen ins offene Meer gespült. Aber auch Trümmer und giftige Abfälle gelangen ins Meer. Nach dem Tsunami 2011 in Japan bildete sich ein Trümmerteppich von der Größe Kaliforniens. Dieser birgt noch heute Gefahren für die Schifffahrt und die Gesundheit.

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