InfografikInfografik: Hunger weltweit

von Aktion Deutschland Hilft

Weltweit leiden 690 Millionen Menschen unter Hunger: Das bedeutet: Jeder elfte Mensch hat nicht genug zu essen.

Einige Jahre ging die Zahl der Hungernden in vielen Teilen der Welt zurück, auch in Entwicklungsländern. 2005 lag sie bei 825 Millionen und sank bis 2014 auf 629 Millionen. Zuletzt nimmt der weltweite Hunger aber wieder zu. Allein zwischen 2018 und 2019 stieg die Zahl der hungernden Menschen um 10 Millionen. 

Chronischer Hunger – aktuelle Zahlen

  • Mit 381 Millionen Menschen lebt der größte Anteil der chronisch hungernden Weltbevölkerung in Asien.
  • Am schnellsten steigt die Zahl der Hungernden in Afrika: Aktuell leiden dort 250 Millionen Menschen unter chronischem Hunger.
  • In Lateinamerika und der Karibik sind 48 Millionen betroffen.
  • Mehr als 190 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind aufgrund lang andauernder Unterernährung schlecht entwickelt. Sie sind etwa zu klein für ihr Alter oder zu leicht für ihre Größe.
  • 2 Milliarden Menschen haben keinen regelmäßigen Zugang zu sicherer, nahrhafter und ausreichender Nahrung.
  • 3 Milliarden Menschen auf der Welt können sich keine gesunde Ernährung leisten.
  • Gleichzeitig sind 13 Prozent der Erwachsenen weltweit übergewichtig.

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Kriege und Klimawandel verstärken den Hunger

Der zunehmende Hunger und die vielen Hungerkatastrophen haben unterschiedliche Ursachen. Klimabedingte Katastrophen wie Dürren und Überschwemmungen führen dazu, dass Felder vertrocknen und Ernten ausfallen. Dem Welternährungsbericht der Vereinten Nationen zufolge spielt dabei auch das Wetterphänomen El Niño eine Rolle.

Außerdem wächst die Anzahl der Konflikte. Sie verschärfen die Lage zusätzlich – vor allem in Entwicklungsländern mit unsicherer Ernährungssituation. Im vergangenen Jahrzehnt hat es Krisenländer wie Jemen, Südsudan, Somalia oder Nigeria besonders schwer getroffen. Die Gewalt wirkt sich nicht nur auf das Leben der Kinder, Frauen und Männer in den betroffenen Ländern aus, sondern auch auf Wirtschaft, Infrastruktur und Landwirtschaft. Ernteausfälle und Lebensmittelknappheit sind die Folge.

Länder, in denen 2019 die größten Ernährungskrisen herrschten

In diesen Ländern herrschten 2019 die größten Ernährungskrisen. Die Hauptursachen: Konflikte, Wetterextreme und wirtschaftliche Schieflagen.

  • Jemen
  • DR Kongo
  • Afghanistan
  • Venezuela
  • Äthiopien
  • Südsudan
  • Syrien
  • Sudan
  • Nord-Nigeria
  • Haiti


Quelle: FSIN (Global Report on Food Crises 2020)

Folgen von COVID-19 noch nicht abzusehen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zahl der weltweit Hungernden ist noch nicht abzusehen. Ersten Schätzungen zufolge könnte die Zahl aufgrund der wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie um bis zu 132 Millionen Menschen zunehmen. 

SDGs: Hunger & Armut sollen bis 2030 verschwinden

In den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) lautet eines der Ziele der Vereinten Nationen, Hunger und Armut auf der Welt zu beseitigen. Aufgrund andauernder Krisen sowie der Corona-Pandemie sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ziel bis 2030 erreicht wird.

Infografik: So hat sich der weltweite Hunger entwickelt


Bis zum Ablaufen der Millennium-Entwicklungsziele 2015 hatten 72 von 129 Ländern das in der Millenniums-Erklärung festgelegte Ziel erreicht, die Zahl der hungerleidenden Menschen zu halbieren. Die meisten dieser Länder sind politisch und wirtschaftlich stabil und haben soziale Sicherungssysteme, die benachteiligten Bevölkerungsgruppen zugutekommen.

Was tun gegen den Hunger in der Welt?

  • Wirtschaftswachstum ist einer der wichtigsten Faktoren für den Rückgang von Unterernährung. Alle Bevölkerungsgruppen müssen davon profitieren. Die Förderung von Kleinbauern und nachhaltiger Landwirtschaft ist ein wichtiger Schritt zum Erfolg.
  • Soziale Sicherungssysteme tragen zu einer Verringerung von Armut, Hunger und falscher Ernährung bei, indem sie Einkommenssicherheit, Gesundheitsversorgung und Zugang zu Bildung bieten. Sie sollen arme Bevölkerungsgruppen befähigen, durch einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt am Wirtschaftswachstum teilzuhaben.
  • Durch Katastrophenvorsorge wird Leid verhindert, bevor es geschieht. In vielen Entwicklungsländern leben große Teile der Bevölkerung von Land- und Viehwirtschaft. Dürre und Überschwemmungen, Desertifikation und Versalzung der Böden gefährden die Ernten und können zu Hungersnöten führen. Erhalten Bauern beispielsweise dürreresistentes Saatgut, kann die Ernte lange Trockenzeiten überstehen.


Q
uelle: FAO (The State of Food Security and Nutrition in the World 2020)

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