Schulungen für Notfallpädagogik sind zur Vorbereitung auf Katastrophen wichtig. Denn die seelische Nachsorge ist wichtig, um mit den Traumata umzugehen.

KatastrophenvorsorgeLokale Fachkräfte lernen Nothilfe

Erneut führen die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. ihre erfolgreiche Kooperation mit der Hilfsorganisation LandsAid e.V. fort: Vom 5. bis 15. Oktober schulen die beiden Organisationen gemeinsam regionale Notfallteams in Südafrika. Die lokalen Nothelfer in Kapstadt und Johannesburg sollen qualifiziert werden, um im Katastrophenfall schnell helfen zu können.

Der Süden Afrikas ist von immer wiederkehrenden Krisen unterschiedlicher Art betroffen – seien es Dürren oder Bürgerkriege – die durch die ohnehin sehr schlechten Lebensbedingungen besonders stark wirken. Die Gefahren sind in ihrer Natur und ihren Auswirkungen sehr unterschiedlich, ziehen jedoch in jedem Fall Hilfsbedarf nach sich, etwa die medizinische Versorgung sowie die Behandlung erlittener Traumata. Insbesondere die Vororte (Townships) großer Städte wie Kapstadt und Johannesburg sind geprägt von großer Armut, mangelnder Infrastruktur und Gesundheitsversorgung sowie einer hohen Kriminalitätsrate – Faktoren, die die Entwicklung von Traumata begünstigen, obwohl kaum Ressourcen zu deren Behandlung verfügbar sind.

Medizinische und traumapädagogische Schwerpunkte

In Vorträgen und praktischen Workshops sollen die Teilnehmer lernen, wie mit Kindern und Jugendlichen nach traumatischen Erlebnissen gesundend umgegangen werden kann. Dazu gehört zum einen eine medizinische Versorgung – die im Zweifel auch ohne viel medizinisches Material durchgeführt werden muss. LandsAid fokussiert sich auf diesen medizinischen Teil der Schulungen und vermittelt hier fundierte Grundlagen, etwa in erster Hilfe unter erschwerten Bedingungen, Hygiene, der Behandlung von Infektionskrankheiten. „Diese Art der Aufklärung ist ungeheuer wichtig – gerade in Schulen und Kindergärten, wo viel mit Kindern gearbeitet wird“, sagt LandsAid-Projektleiterin Angelika Schott.

Zum anderen ist auch ein adäquater traumapädagogischer Umgang mit den Betroffenen – vor allem Kindern und Jugendlichen – wichtig, damit sie das Erlebte nicht nur körperlich, sondern auch psychisch verarbeiten können. Darauf konzentriert sich die Arbeit der Notfallpädagogen der Freunde der Erziehungskunst. „Wir müssen im Katastrophenfall schnell reagieren können“, sagt Malte Landgraff, Koordinator Notfallpädagogik, „denn das erste Zeitfenster nach Katastrophen, in dem die Entwicklung von Traumata verhindert oder geschwächt werden kann, ist relativ kurz“. Das gehe aber nur mit qualifizierten Teams vor Ort: „Mit Hilfe der regelmäßigen Schulungen wollen wir ein weltweites Netzwerk aus Notfallteams schaffen, die vor Ort schnell einsatzbereit sind“, bekräftigt Landgraff.

Kooperation seit mehreren Einsätzen

Die Fortbildungen finden in Kooperation mit dem „Centre for Creative Education“ statt. Diese waldorfpädagogische Einrichtung ist langjähriger Partner der Freunde der Erziehungskunst und arbeitet mit kunsttherapeutischem Schwerpunkt mit benachteiligten Kindern aus dem Umland von Capetown. Lokale Nothelfer sind beispielsweise Pädagogen, Sozialarbeiter, Therapeuten und ähnliche Berufsgruppen, die mit Kindern und Jugendlichen in erschwerten Sozialgebieten arbeiten. Diese werden im Fall einer Katastrophe die erworbenen Grundkenntnisse und Fähigkeiten in der medizinischen Nothilfe einsetzen.

Nach zwei Einsätzen in Südamerika, arbeiten LandsAid und die Freunde der Erziehungskunst in Südafrika bereits zum dritten Mal im Bereich der Katastrophenvorsorge zusammen. Die Kooperation und Finanzierung kam über Aktion Deutschland Hilft, dem Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, zustande. 

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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Spenden-Stichwort: Katastrophenvorsorge
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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