Menschen, die durch Unfälle oder Katastrophen körperliche Behinderungen erfahren, brauchen seelische und körperliche Unterstützung. Eine gelungene Inklusion und Integration in die Gesellschaft hilft ihnen, mit ihrem Schicksal umzugehen.

KatastrophenvorsorgeZwei Beispiele für gelungene Integration von Menschen mit Behinderung

Kabir Ahmed (56)

Bei einem Unfall im Jahr 1963 verlor Kabir Ahmed beide Beine. Er war zu diesem Zeitpunkt acht Jahre alt. Kabir wollte mit dem Zug in die Moschee fahren. „Als der Zug anhielt, begann ich, mit anderen Kindern zu spielen. Aber plötzlich fand ich mich auf den Gleisen wieder – und der Zug fuhr los.“ Er blieb stecken und der Zug zerquetschte seine Beine.

Heute ist Kabir 56 Jahre alt und beschreibt sein Leben als ständigen Kampf. „Ich musste mein Eigentum verlassen, als die Regierung beschlossen hat, eine neue Straße zu bauen.“ Er lebt jetzt auf einem Stück Land, das ihm nicht gehört. In jedem Moment kann er enteignet werden. Trotz allem schafft es Kabir, für seine acht Kinder, seine Frau und für sich zu sorgen. Zunächst arbeitete er in einer Fabrik; mittlerweile hat er einen eigenen kleinen Laden an der Hauptstraße. Dort verkauft er Kekse, Tee und Zigaretten.

„In meiner Umgebung habe ich viele Menschen kennengelernt, die so wie ich mit einer Behinderung leben. Gemeinsam nehmen wir regelmäßig an Treffen von Handicap International und dem Partner YPSA (Young Power in Social Action) teil. Wir erfahren dabei, was bei einem Notfall oder während einer Katastrophe zu tun ist.“ Durch diese Treffen bekam Kabir eine Vorstellung davon, wie die Arbeit von Handicap International in der Region aussieht. „Sie haben mir einen Rollstuhl beschafft, der komplett auf mich abgestimmt wurde – auf meine Behinderung, meine Bedürfnisse und auch auf den sehr ungleichmäßigen Boden rund um mein Haus.“

Jasim Uddim (24)

Im Alter von zwölf Jahren wurde Jasim Uddim beim Überqueren der Straße von einem Lastwagen angefahren – bei dem Unfall verlor der Junge ein Bein. Vier Jahre später erhielt er eine Prothese. „Mit Hilfe meines Vaters konnte ich eine Ausbildung in einer Näherei absolvieren. Dort arbeite ich jetzt. Ich habe mich für das Nähen entschieden, weil ich die Arbeit mit nur einem Bein ausüben kann.“

Bis vor vier Jahren war Jasim noch ausschließlich auf Krücken unterwegs. Das bereitete ihm stets große Probleme. Es war nicht nur schwierig, auf unebenen oder rutschigen Oberflächen zu laufen – es war zudem nicht möglich, den Bus zu nutzen. Die Fahrer weigerten sich, Fahrgäste mit Krücken mitzunehmen.

Dann erfuhr der 24-Jährige beim Besuch einer Behinderten-Selbsthilfegruppe, dass ihm ein staatlicher Zuschuss zusteht, um eine neue Prothese finanzieren zu können. Heute ist Jasim ein sehr aktives Mitglied der Gemeinschaft. Er nimmt unter anderem an Diskussionsrunden zum Thema Katastrophenvorsorge teil, mit Vertretern von Handicap International. „Ich war zudem an Evakuierungstrainings beteiligt und bin Teil einer Gruppe, die Ideen dazu entwickelt, wie jeder sich im Fall eines Zyklons in Sicherheit bringen kann – egal ob ältere Menschen, schwangere Frauen und Menschen mit Behinderungen.“

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die Katastrophenvorsorge:

Spenden-Stichwort: Katastrophenvorsorge
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