550-helfer-sinnfragen

Hilfe hat ein GesichtZwischen Sinnfragen und Freudentränen

26-06-2012

„Die Kinderärzte aus Deutschland sind wieder da!“ Diese Nachricht spricht sich im Jemen in Windeseile herum, wenn das HAMMER FORUM wieder einmal ein medizinisches Team in das Land nach Vorderasien schickt. Die Hilfsorganisation ist in diesen Breitengraden fast bekannter, als in ihrer Heimatstadt im nordrhein-westfälischen Hamm. Dort gründeten 1991 engagierte Ärzte und Bürger das HAMMER FORUM. Damals tobte der Golfkrieg und angesichts der Gewalt erwachte in Hamm der Wunsch, den Kindern unter den Kriegsopfern angemessen medizinisch zu helfen. Aus einem einmalig geplanten Einsatz sind mittlerweile 21 Jahre medizinische Hilfe für Kinder in Krisengebieten geworden. Heute engagieren sich über 400 Menschen für das HAMMER FORUM. Einer von ihnen ist Dr. Egbert Schlüter.

„Wie stellt sich die medizinische Versorgung für Kinder in einem Krisengebiet dar? Kann man gute und sichere Narkosen durchführen, wenn man nicht – wie in Deutschland gewohnt – aus dem Vollen schöpfen kann, was die Diagnostik, die Therapie und die Versorgung mit Strom und Wasser angeht?“ Diese Fragen hat sich Dr. Egbert Schlüter, Oberarzt am Klinikum Herford, gestellt, als er 2006 erstmals mit dem HAMMER FORUM in den Jemen flog. Als Anästhesist ist er für die Durchführung von Narkosen bei den Kindern zuständig, die von den operativ tätigen Ärzten behandelt werden. Gleichzeitig kümmert er sich um die Ausbildung des einheimischen Personals. „Frei nach dem Motto ‚Weniger ist manchmal mehr‘ lernt man mit einfachen Mitteln und mit Hilfe seiner fünf Sinne zu arbeiten. Auch die Patchwork- Teams aus deutschen und einheimischen Ärzten funktionieren immer sehr gut“, berichtet Dr. Schlüter.

Arzt und Vorstandsmitglied

„Es ist immer wieder anrührend zu sehen, wie lange, mit welcher Geduld und in welchem Tumult die Menschen mit ihren Kindern auf einen Termin oder eine Operation warten, wenn wir mit einem deutschen Ärzteteam im Jemen sind.“ Diese Eindrücke haben den Arzt motiviert, sich stärker zu engagieren. Auch in der Demokratischen Republik Kongo hat er vielen Kindern geholfen und in Deutschland trägt er als Vorstandsmitglied die Arbeit des HAMMER FORUM in die Öffentlichkeit.

Leider gibt es während der Hilfseinsätze auch immer wieder traurige Erlebnisse: „Die fehlende intensivmedizinische Nachbehandlung führt immer wieder dazu, dass Kinder, die wir erfolgreich operieren konnten, letztlich doch versterben. Solche Fälle bewegen das ganze Team und führen uns vor Augen, dass wir nicht allmächtig sind.“ Trotzdem möchte Dr. Egbert Schlüter weitermachen. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass unsere Hilfe wirklich gebraucht wird. Viele Kinder, die schwer verletzt und erkrankt zu uns kommen, laufen nach einigen Tagen wieder munter durch die Station. Bei deren Verabschiedung fließt schon einmal die eine oder andere Freudenträne.“

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die Katastrophenvorsorge:

Spenden-Stichwort: Katastrophenvorsorge
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Sicher online spenden!