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Hilfe hat ein Gesicht„Kinder sind besonders von Mangelernährung betroffen“

21-12-2012

Lisa Voigt (oben) hat gerade erfolgreich ihr einjähriges Traineeship bei der Johanniter-Auslandshilfe absolviert. Ein halbes Jahr davon war sie im Büro in Dschibuti tätig und hat hier die Projektarbeit der Auslandshilfe unterstützt. Im Interview berichtet sie von ihren Erlebnissen und den Lebensumständen in dem kleinen afrikanischen Land.

Frau Voigt, die Johanniter sind bereits seit den 90er Jahren in Dschibuti tätig, können Sie uns erzählen, was genau die Johanniter dort tun?

Wir unterhalten in Dschibuti seit Jahren ein Ernährungsprogramm für Kleinkinder, stillende Mütter und schwangere Frauen. Unser Personal vor Ort ist in den Slumgebieten der Hauptstadt sowie in der ländlichen Region Tadjoura unterwegs, um von Unterernährung betroffene Kinder zu registrieren und in das Programm aufzunehmen. Sie werden in speziell dafür eingerichteten Zentren mit Zusatznahrung versorgt. Darüber hinaus haben die Johanniter in Dschibuti eine Kampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung gestartet. Über 90 Prozent der Frauen dort sind von Genitalverstümmelung betroffen, oftmals von der schlimmsten Form, die als Infibulation bezeichnet wird. Gemeinsam mit ehrenamtlich engagierten Frauen klären die Johanniter über die gesundheitlichen Folgen von weiblicher Beschneidung auf und leisten Überzeugungsarbeit.

In Ihren Projekten geht es um die Versorgung von unterernährten
Kindern. Warum sind so viele Menschen in Dschibuti unterernährt?


Aufgrund der klimatischen Bedingungen können die Menschen in Dschibuti kaum Landwirtschaft betreiben und müssen aus den Nachbarländern importierte Lebensmittel kaufen. Seit Jahren hat es in der ohnehin sehr trockenen Region am Horn von Afrika noch weniger geregnet als sonst. Die Ernten fallen dementsprechend mager aus und die Preise für Nahrungsmittel sind stark angestiegen. Viele dschibutische Familien haben nicht genügend Geld, um sich und ihre Kinder ausreichend zu versorgen. Kinder sind besonders von Mangelernährung betroffen. In den Slumgebieten der Hauptstadt gilt jedes dritte Kind als unterernährt.

Wie sehen die weiteren Pläne der Johanniter in Dschibuti aus?

Aktuell planen wir in Dschibuti ein Projekt zur Förderung von Menschen mit Körperbehinderung. Wir wollen gemeinsam mit einem dschibutischen Krankenhaus eine orthopädietechnische Werkstatt mit integriertem Physiotherapieangebot aufbauen. Bislang gibt es im ganzen Land noch keine Einrichtung, die technische Rehabilitationsdienste anbietet. Menschen mit Körperbehinderung haben deshalb bislang nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, sich aus dem häuslichen Umfeld herauszubewegen und am öffentlichen Leben teilzunehmen. Mit diesem Projekt betreten wir Neuland in Dschibuti, und der Bedarf ist riesig.

Wie sehen Ihre persönlichen Pläne aus?

Nach dem Abschluss meiner Ausbildung arbeite ich nun weiter für die Johanniter als Projektkoordinatorin in Dschibuti. Vor allem die Kampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung und das geplante Orthopädieprojekt werde ich hier betreuen.

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