In einem Krankenhaus in Nepal werden Kranke und Verletzte nach dem Erdbeben behandelt.

GesundheitMedizinische Nothilfe

Naturkatastrophen, Kriege und Konflikte, aber auch technische Großunfälle ziehen einen sprunghaften Anstieg der Sterblichkeits- und Krankheitsraten im Krisengebiet nach sich. Die schlimmsten Feinde der verletzten und geschwächten Überlebenden sind bekannt – und gefürchtet: Masern, Durchfallerkrankungen (einschließlich Cholera und Ruhr), akute Atemwegsinfekte, Mangelernährung, Malaria, Tuberkulose, Polio und Hirnhautentzündung. Die Geschwindigkeit, mit der sich Erreger unter Flüchtlingen wie Einheimischen ausbreiten, steht in direktem Zusammenhang mit den Bedingungen, unter denen sie leben müssen. Zu den gefährlichsten Gesundheitsrisiken gehören extreme Hitze oder Kälte, drangvolle Enge, zu wenig und zu schmutziges Trinkwasser, Nahrungsknappheit, improvisierte Notunterkünfte, mangelnde Hygiene und fehlende sanitäre Einrichtungen.

In der sudanesischen Bürgerkriegsregion Nord-Darfur - einem der schlimmsten humanitären Brennpunkte in Afrika - leben hunderttausende Menschen seit Jahren in Flüchtlingslagern. Seit Juli 2004 ist Malteser International dort tätig. „In den von uns betreuten Orten Tabit, Shangil Tobaya, Galab, Abu Zerega und Wadah sind mehr als 120.000 Menschen auf eine regelmäßige Versorgung mit Basisgesundheitsdiensten, Medikamenten und sauberem Trinkwasser angewiesen“, berichtet Dr. Peter Schmitz, Leitender Arzt von Malteser International. „Außerdem konzentrieren wir uns auf die Ausbildung und Förderung des einheimischen Personals in den Gesundheitsstationen. In den von Malteser unterstützten Gesundheitszentren werden jeden Monat insgesamt durchschnittlich 10.000 Patienten behandelt.“

Nicht nur im Sudan gelten Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft als praxiserprobte Teamplayer und Lebensretter. Neben den Maltesern zählen die Johanniter, der Arbeiter-Samariter-Bund und action medeor zu den Hauptakteuren im Sektor der medizinischen Nothilfe. „Gerade dieser Bereich zeigt, wie sehr die verschiedenen Aufgabengebiete der humanitären Hilfe ineinander greifen“, sagt Manuela Roßbach, Geschäftsführerin von Aktion Deutschland Hilft. So wertet etwa das international anerkannte SPHERE-Projekt die Schlüsselsektoren Wasser, sanitäre Einrichtungen, Nahrung und Unterkunft ausdrücklich als Bestandteile der medizinischen Nothilfe.

Gefahren erkennen, schnell handeln

In der medizinischen Soforthilfe sind gerade die ersten Tage kritisch. Prioritäten unmittelbar nach der Katastrophe zu erkennen und gezielt zu handeln, kann tausende Leben retten. So entsandten die Johanniter unmittelbar nach dem Erdbeben, das im Oktober 2005 Teile Pakistans, Indiens und Afghanistans verwüstete, ein „Assessment-Team“, um die Lage und den Bedarf vor Ort rasch und gründlich einzuschätzen. Ein Hilfsflug transportierte kurz darauf drei medizinische Notfall-Einheiten nach Pakistan. Winterfeste Zelte, Decken und Hygiene-Kits unterstützten diese Maßnahme.

In der Region Chatter Plain errichteten die Johanniter ein Feldkrankenhaus. Bis März 2006 konnten dort 20.000 Menschen von deutschen und einheimischen Ärzten und Rettungssanitätern behandelt werden. Um die medizinische Versorgung langfristig sicherzustellen, bauten die Johanniter die zerstörte Gesundheitsstation von Chatter Plain wieder auf. Teile des Feldkrankenhauses und seiner Ausstattung wurden integriert.

Wie in Pakistan sorgen Organisationen von Aktion Deutschland Hilft generell für die Erstversorgung mit lebenswichtigen Hilfsgütern – wie Medikamenten, Impfstoffen, Verbandsmaterial, Moskitonetzen, Entkeimungs- und Desinfektionsmitteln. Gleichzeitig wenden die Helfer standardisierte Verfahren an, um die Gesundheitslage im Krisengebiet dauerhaft zu beobachten, regelmäßig zu dokumentieren und so flexibel reagieren zu können.

Wo immer möglich, nutzt Aktion Deutschland Hilft vorhandene Gesundheitseinrichtungen. Denn deren Leistungsfähigkeit soll gestärkt statt durch fremde, provisorische Hilfsstrukturen verdrängt werden. Deutsche Helfer kooperieren mit lokalen Behörden, mobilen Pflegekräften und Gesundheitshelfern aus der Krisenregion. Einheimische Multiplikatoren klären gemeinsam mit den Bündnispartnern die Bevölkerung über Hygiene, Ansteckungsrisiken, Nutzen und Gefahr von Wasser sowie gesundheitsförderndes Verhalten auf. Diese Teamarbeit spielt bei der Seuchenprävention eine wichtige Rolle. Sie gewährleistet außerdem, dass internationale Nothelfer trotz des Handlungsdrucks kulturelle und religiöse Traditionen nicht missachten.

Besonders schutzbedürftig: Frauen und Kinder

In Extremsituationen nehmen vor allem Frauen und Kinder Gesundheitsdienste in Anspruch. Umso wichtiger ist es, die weibliche Perspektive zu berücksichtigen. Aktion Deutschland Hilft stellt sicher, dass alle betroffenen Menschen Zugang zu Hilfsangeboten haben und dass diese Angebote den Bedürfnissen beider Geschlechter gerecht werden. Die Helfer beteiligen bewusst Frauen daran, Gesundheitsmaßnahmen zu planen und umzusetzen.

Nicht zu unterschätzen sind Gefahren, von denen besonders wehrlose Gruppen bedroht sind – vor  allem Frauen und Mädchen, aber auch Alte, Behinderte und unbegleitete Minderjährige. Im Chaos von Flucht und Vertreibung werden gerade die Schwächsten häufig vernachlässigt, misshandelt oder sexuell gedemütigt. Die Bündnispartner bieten ihnen deshalb geschützte Räume und medizinische Hilfe. Mit psychosozialer Betreuung helfen sie darüber hinaus Opfern oder Zeugen von Vergewaltigungen und anderen Verbrechen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Spendenbeispiele

  • Ein dauerhaft imprägniertes Moskito-Netz: 5 Euro
  • Impfung/Grundimmunisierung eines Kindes: 15 Euro
  • Behandlung eines unter akuter Diarrhöe leidenden Kindes: 20 Euro
  • Materialien für den Bau einer Latrine: 40 Euro

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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