Nach dem schweren Erdbeben in Haiti geht der Wiederaufbau voran.

KatastrophenvorsorgeKatastrophenvorsorge – ein Thema für viele Akteure!

12-08-2011

Gerold Reichenbach, Vorsitzender des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (DKKV)

Katastrophenvorsorge umfasst alle Maßnahmen, die mit dem Ziel der Verringerung des Katastrophenrisikos und der Abschwächung von Katastrophenfolgen durchgeführt werden. Die Definition zeigt sowohl den zeitlich als auch den fachlich-inhaltlich umfassenden Ansatz, der abgedeckt werden muss, um die Verletzbarkeit (Vulnerabilität) der Gesellschaft zu verringern und ihre Widerstandsfähigkeit (Resilience) zu stärken. Nur eine fach- und Institutionen übergreifende Herangehensweise kann alle verschiedenen Aspekte des Risikos erfassen. Katastrophenvorsorge ist ein Querschnittsthema.

Wir können heute feststellen, dass wir in vielen Bereichen keinen Mangel an Wissen haben. Die Lücke besteht in der Übermittlung des vorhandenen Wissens und der Informationen an Entscheidungsträger und die Menschen vor Ort. Katastrophenvorsorge ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Akteure aus allen gesellschaftlichen Gruppen müssen einbezogen werden, aus Politik, Wirtschaft, Medien, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Praxis. Diese Akteure müssen auf verschiedenen Ebenen lokal – national- regional- international zusammenarbeiten.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit stärken


Effektive Katastrophenvorsorge braucht interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen von Sozial- und Naturwissenschaften. Dies ist aber nur eine Komponente. Eine enge Kooperation von Wissenschaft und Praxis ist zwingend notwendig, um neueste Erkenntnisse zielgerichtet umzusetzen. Maßnahmen der Katastrophenvorsorge – wie z. B. Anpassungsmaßnahmen an Extremereignisse durch den Klimawandel – müssen immer lokal umgesetzt werden. Die notwendigen Informationen, mit welchen Ereignissen wo gerechnet werden muss, kann nur die Wissenschaft liefern.

Die humanitäre Hilfe kann in der Katastrophenvorsorge eine wichtige Rolle übernehmen, indem sie ihr Zeitfenster nutzt, um Grundlagen für einen verbesserten Wiederaufbau und resiliente Strukturen zu schaffen. Viele Faktoren deuten darauf hin, dass die Zahl extremer Naturereignisse – auch bedingt durch den Klimawandel – in den nächsten Jahren ansteigt. Wir alle sind gefordert, zu verhindern, dass sie zu Katastrophen werden.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die Katastrophenvorsorge:

Spenden-Stichwort: Katastrophenvorsorge
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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