MillenniumszieleMillennium Entwicklungsziel Nr. 6 Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria, Tuberkulose und anderen schweren Krankheiten

22-12-2011

Hintergrund zu HIV/Aids

Das „Humane Immundefizienz-Virus“ (HIV) ist ein Virus, der durch Blut, Sperma, Vaginalsekret oder Muttermilch übertragen wird. Eine Ansteckung führt (durchschnittlich nach 9-11 Jahren) zur Erkrankung an Aids, einer derzeit noch unheilbaren Immunschwächekrankheit. Unbehandelt führen Aids und seine Folgekrankheiten meist zum Tod. Mit den richtigen Medikamenten, kann der Ausbruch von Aids bei HIV-Infizierten verhindert werden. Viel wichtiger sind jedoch vorbeugende Maßnahmen beim Geschlechtsverkehr (Kondome) und Bluttransfusionen.

Hintergrund zu Malaria

Malaria (Tropenfieber) wird heutzutage hauptsächlich durch den Stich einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles übertragen. Ein hohes Fieber über 39,5 °C tritt häufig bei Kindern auf. Weitere Symptome sind u.a. Durchfall, Lähmungen, Krampfanfälle, Durchblutungsstörungen der Niere, Bewusstseinsstörungen und Koma. Da es keinen Impfschutz gegen Malaria gibt, kann das Risiko einer Malariaerkrankung nur durch die Vermeidung von Insektenstichen und Einnahme von vorbeugenden Medikamenten gesenkt werden. Moskitonetze sind in den betroffenen Gebieten äußerst wichtig.

Infografik HIV/Aids

Hintergrund zu Tuberkulose

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht wird und beim Menschen am häufigsten die Lungen befällt. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion von erkrankten Menschen in der Umgebung. Zur Therapie stehen verschiedene speziell gegen die Erreger wirksame Antibiotika zur Verfügung. Symptome können sein: Müdigkeit und Schwäche, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme, geschwollene Lymphknoten, leichtes Fieber, Nachtschweiß und ständiges Hüsteln. Wenn die Tuberkulose auf Organe übergreift, können kleine Wunden, Risse, warzenartige Eiterherde und umschriebene Geschwüre auftreten.

UN-Ziele in der Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose

Bis zum Jahr 2015 soll die Ausbreitung von HIV/Aids gestoppt und rückläufig gemacht werden. Allen HIV/Aids-Erkrankten soll der Zugang zu einer entsprechenden Behandlung ermöglicht werden. Die Ausbreitung von Malaria, Tuberkulose und anderen schweren Krankheiten soll ebenfalls gestoppt und rückläufig gemacht werden.

Fortschritte in der Behandlung von HIV/Aids

Die Kosten für eine Aids-Behandlung sind von 20.000 Dollar pro Jahr und Person auf 200 Dollar gesunken. Mittlerweile erhalten 28% der Betroffenen eine Therapie. Tatsächlich scheint sich die Ausbreitung des Virus stabilisiert zu haben. Mehr Menschen überleben die Erkrankung an Aids länger. Die Zahl der Neuinfektionen und auch die Zahl der Todesfälle, die auf Aids zurückzuführen sind, sind gesunken.

2,1 Millionen Kinder haben HIV

Trotzdem bleibt Aids eine der Krankheiten, die jährlich weltweit die meisten Sterbefälle verursacht. Im Jahr 2008 lebten 33,4 Millionen Menschen auf der Welt mit dem HI-Virus in ihrem Körper. Allein 22,4 Millionen davon lebten in der Region Afrika südlich der Sahara. 72% aller Neuinfektionen geschehen in dieser Region. Viele der jungen Leute wissen noch immer wenig über den Virus und wie man sich davor schützen kann. 40% der Neuinfizierten weltweit sind unter 24 Jahre alt (Infektion im Mutterleib ausgenommen). 2,1 Millionen Kinder auf der Welt haben das HI-Virus bereits, 90% davon haben sich im Mutterleib bei ihrer HIV-positiven Mutter infiziert.

Aufklärung ist der wichtigste Schritt im Kampf gegen HIV/Aids

Scheinbar haben auch viele Regierungen erkannt, wie gefährlich HIV für ihre Bevölkerung ist. In vielen Ländern konnten Kenntnisse unter den jungen Leuten über das Virus um mehr als 10% erhöht werden. Das klingt wenig, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Inh manchen Ländern ist das Wissen über HIV und Aids unter jungen Frauen sogar auf bis zu 65% gestiegen. Der wichtigste Faktor in punkto Prävention von HIV, der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, findet immer mehr Akzeptanz.

Zahlen zur Ausbreitung und Bekämpfung von Malaria

Eine Million Menschen sterben jährlich an Malaria, 80 Prozent davon sind Kinder. Rund die Hälfte der Weltbevölkerung ist von einer Malaria-Infektion bedroht, da sie in Risikogebieten lebt. Im Jahr 2008 erkrankten 243 Millionen Menschen an Malaria, 863.000 davon starben an dem Tropenfieber. Afrika – wie so oft leider – war von den Todesfällen am stärksten betroffen. Von 10 Menschen, die an Malaria gestorben sind, kamen 9 aus Afrika. Fortschritte sind in der Herstellung, Verteilung und Wirkungsweise von Malaria-Medikamenten zu verzeichnen. Auch die Ausgaben zur Bekämpfung der Malaria Epidemie sind gestiegen.

Tuberkulose und HIV sind eine gefährliche Mischung

Tuberkulose ist – nach HIV – die Krankheit, die weltweit für die meisten Todesfälle verantwortlich ist. Allein im Jahr 2008 starben 1,8 Millionen Menschen an Tuberkulose. Viele Menschen, die sich mit HIV infiziert haben oder an Aids erkrankt sind, infizieren sich auch schneller mit Tuberkulose. Etwa die Hälfte der Menschen, die 2008 an Tuberkulose gestorben sind, war mit HIV infiziert.

Aktion Deutschland Hilft kämpft gegen HIV/Aids, Malaria, Tuberkulose und andere schlimme Krankheiten in aller Welt

Action medeor: Action medeor will dazu beitragen, dass Malaria in den Dörfern rund um den Nyassasee in Tansania als Ursache für Krankheit und Tod verringert wird. Neben der Verbesserung der Gesundheitsversorgung initiierte medeor gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation ein umfassendes Programm zur Malaria-Aufklärung in allen Gemeinden entlang des Sees. Dazu werden Multiplikatoren ausgebildet, die ihr Wissen über Malaria-Vorsorge, -Symptome und -Behandlung an die Mitglieder ihrer Gemeinde weitergeben. Die Menschen im Projektgebiet lernen, wie sie Malaria-Infektionen vermeiden können und wie sie im Krankheitsfall richtig handeln. Außerdem wurden 10.000 dauerhaft imprägnierte Moskitonetze zu einem stark vergünstigten Preis an die Menschen ausgegeben.

Handicap International: Handicap International hat vor vielen Jahren schon eine Kampagne in Kenia gestartet, die den Zugang zu Präventionsmaßnahmen und HIV/Aids-Behandlungen für Menschen mit Behinderung verbessern soll. Es werden Aspekte der Prävention, der Heilung und der sozioökonomischen Unterstützung mit einbezogen.

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