Eine verhängnisvolle Rückkehr
Handicap International/Till Mayer

MyanmarEine verhängnisvolle Rückkehr: "Ich bin froh überlebt zu haben"

18-06-2015

Über Trampelpfade zurück nach Myanmar

Der 19- jährige Htee Soe Ehs möchte wie viele andere Flüchtlinge endlich wieder zurück nach Myanmar kommen. Aus diesem Grund machte er sich auf dem Weg, um die Lage in seinem Heimatdorf Wa Bor Joh einzuschätzen.

Auf den ersten Blick scheinen die Wege und Grenzen frei und einer Rückkehr scheint nichts im Wege zu stehen. Zwar führt es ihn durch den Dschungel und Trampelpfade, aber die Vorfreude über eine Rückkehr siegt. Die größte Gefahr der Rückkehr ist jedoch nicht die Wildnis, durch die es die Flüchtlinge treibt, sondern versteckte Landminen die großflächig zwischen Myanmar und Thailand in den Konflikten verteilt wurden.

"Im Boden kann der Tod auf euch warten"

So eine Landmine kostete auch Htee Soe Ehs beinahe das Leben. Versteckt unter dichtem Gras sind die Minen kaum zu erkennen. Durch die Explosion verlor er ein Bein. Zum Glück konnten ihn seine Freunde wieder zurück nach Thailand bringen, wo er von Handicap International in einem kleinen Rehabilitationszentrum behandelt wurde. Hier erhält er Physiotherapie und lernt zu gehen. Man erkennt immer noch die Fassungslosigkeit in seinem Gesicht, wenn er sich im Spiegel betrachtet: „Ich bin froh überlebt zu haben. Ich kann nur jeden warnen, der zurückgeht. Passt auf, im Boden kann der Tod auf euch warten.“

Handicap International: Prothesenwerkstatt, Minenräumung und Sensibilisierung

Neben der Errichtung von Rehabilitationseinrichtungen gibt es auch noch eine kleine Prothesenwerkstatt von Handicap International in dem Ma Ra Ma Lung Camp. Hier erhielt Htee Soe Ehs eine für ihn angepasste Prothese.

Handicap International setzt sich außerdem besonders für die Minenräumung und Sensibilisierung sein, um weitere Opfer von Landminen zu vermeiden. Es werden Fachkräfte für Minenräumung ausgebildet, die dann langfristig kontaminierte Gebiete von Minen befreien können und Aufklärungsmaßnahmen zum Beispiel in Schulen und Flüchtlingslagern angeboten, um die Bevölkerung vor der Gefahr von versteckten Anti-Personen-Minen zu warnen und ihnen ein richtiges Verhalten nahezulegen.

Angst vor weiteren Konflikten

Doch nicht nur die Rückkehr nach Myanmar bereitet den Flüchtlingen in Thailand sorgen: Viele Flüchtlingslager bestehen schon seit 30 Jahren, obwohl diese offiziell nur als vorübergehende Lager dienen sollten. So auch das Ma Ra Ma Lung Camp, in dem Htee Soe Ehs lebte. Baumaterialen in den Lagern gibt es nur aus dem umliegenden Dschungel. Mehr können sich die Bewohner nicht leisten und wird von der Regierung auch nicht toleriert.

Viele Flüchtlinge haben Angst ihre Hütten in naher Zukunft verlassen zu müssen. Sie fürchten die Regierung in Rangun und haben Angst vor weiteren Konflikten. Außerdem ist es für besonders schutzbedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung schwierig und zu gefährlich die weite Reise durch den Dschungel aufzunehmen. Viele Lager könnten in geraumer Zeit von der Regierung aufgelöst werden, denn Flüchtlinge zählen in Thailand nahezu als rechtlos. Thailand hat kein Flüchtlingsgesetz und auch kein funktionierendes Asylverfahren. Sollten die Camps aufgelöst werden, müssten die Flüchtlinge illegal außerhalb der Lager unterkommen.

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