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AfrikaKenia: Zelte und Nahrungsmittel für somalische Flüchtlinge

17-06-2014

Schwerste Dürre seit 60 Jahren

Nachdem im Juli 2011 durch die UN offiziell wegen der schwersten Dürre seit 60 Jahren eine Hungersnot in Ostafrika ausgerufen wurde, waren zeitweise bis zu 13,3 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen und vier Millionen Menschen benötigten lebensrettende Maßnahmen. Anfang Februar 2012 hat die UN diesen Zustand nun offiziell aufgehoben, doch man kann bei weitem von keiner Entspannung der Lage sprechen. Lediglich die schlimmsten Fälle von Unterernährung sowie die Todesfälle konnten reduziert werden. Das Kinderhilfswerk Global-Care engagiert sich im größten Flüchtlingslager weltweit, in Dadaab, Kenia.

Achan aus Äthiopien

Achan ist eine ganz normale Frau. Sie hat 6 Kinder, die sie liebt und versorgt
und um die sie sich auch manchmal Sorgen macht. Eine Frau also, die sich für ihre Familie eine gute Zukunft wünscht: etwas zu essen, Geborgenheit, ein Zuhause. Eine ganz normale Frau, die sich unter der brennenden Sonne, bei kargem Essen, dürftigen Behausungen und drohenden Gefahren weigert, ganz die Hoffnung zu verlieren. Eine Frau wie Hunderttausend in Dadaab - im größten Flüchtlingslager weltweit. Achan ist aber auch anders als die meisten hier, denn sie ist nicht Somalierin und nicht Muslimin. Sie gehört zu einer der vielen kleinen Minderheiten im Camp: Sie ist Christin und kommt aus Äthiopien.

Auf der Flucht

Achan weiß, was es bedeutet, Angehörige und geliebte Menschen zu verlieren: Sie lebte mit ihrer Familie in einem Dorf nahe der Danakhil Wüste an der Grenze zu Eritrea. Seit Jahrzehnten wird diese Grenze von äthiopischen und eritreischen Streitmächten umkämpft. In einem dieser Kämpfe 1998 verlor Achan ihre Eltern, Brüder, Schwestern und andere Verwandte. Wie durch ein Wunder war Achan gerade an diesem schrecklichen Tag zu Besuch bei einer Tante in einem anderen Dorf. Als Folge der letzten Kämpfe im Jahre 2000 mussten Achan, ihr Bruder, ihre jüngere Schwester und ihr Ehemann aus Äthiopien fliehen.

Heimatlos

Heimatlos landeten sie im März 2001 nach beschwerlicher Reise in Kenia, im Flüchtlingscamp Dadaab. Dass sie überhaupt alle ankamen, ist wie ein Wunder, denn viele Menschen schaffen die Flucht nach Dadaab nicht: Väter werden erschossen, Mütter überfallen und misshandelt, Eltern müssen wählen, welches ihrer Kinder sie in der Einöde zurücklassen, Kinder sehen ihre Eltern sterben.

Das Flüchtlingslager Dadaab

Endlich in Dadaab angekommen: Dort dürfen sie sich endlich ausruhen und bekommen Hilfe. Ach, aber wie kläglich sind viele der Unterkünfte aus Zweigen und alten Lumpen zusammengebaut. Wie sengend heiß ist die Sonne, ohne Schatten das Land. Wie gedrängt wohnen die Menschen beieinander. Wie viele stehen noch vor den Toren und bitten um Registrierung und um Einlass.
1991 für 90.000 Flüchtlinge konstruiert, ist das Lager Dadaab mit seinen heute über 460.000 chronisch überbevölkert. Das ohnehin schon sehr dürre Land kann diese Überzahl an Bewohnern nicht ernähren. Sie sind auf die regelmäßigen Lebensmittelverteilungen durch NGOs angewiesen.

Achans Leben im Camp

11 Jahre lebt Achan nun schon hier. Wie alle Frauen sucht sie Feuerholz im Umkreis von 10 km und holt Wasser von einer der nächsten Wasserstellen. Oft werden Frauen dabei überfallen und misshandelt. Sie sind froh, wenn sie wieder heil bei ihren Kindern ankommen. Achans Kinder von 3 und 5 Jahren sind in Dadaab geboren und wachsen hier auf. Hunger ist ihnen vertraut, die Fremde ist ihre Heimat.

Kein sicherer Zufluchtsort

Doch Dadaab ist nicht der Zufluchtsort, den Achan erträumte. Ihre Familie ist der Gewalt im eigenen Lande entflohen, um der Gewalt im anderen Lande schutzlos ausgeliefert zu sein.
Seit dem Tod ihres Bruders ist auch Achan nicht mehr sicher: Ohne Mann und Bruder ist sie noch schutzloser als zuvor. Dadaab ist kein sicherer Hafen für die 460.000 Flüchtlinge. Dennoch ist dieser Flecken Erde ihre Heimat geworden, denn eine andere Heimat haben sie nicht mehr. Doch Achan gibt nicht auf.

Kinderhilfswerk Global-Care engagiert sich für Flüchtlinge

Auch die Hilfsmaßnahmen vom Kinderhilfswerk Global-Care haben dazu beigetragen, die Situation der Flüchtlinge zu verbessern. Es wurden Zelte und Nahrungsmittelpakete zur Verfügung gestellt.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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