Flüchtlinge in KeniaKenia: Spielen(d) gegen das Trauma

17-06-2014

Nach wie vor erreichen tagtäglich bis zu 200 Menschen das im Nordwesten Kenias gelegene Flüchtlingslager Kakuma. Seit 2012 bieten die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. hier notfall- und traumapädagogische Hilfe an. Mittlerweile liegt die Arbeit in den Händen lokaler KollegInnen des Kakuma Waldorf Projects, die eng mit der Nairobi Waldorf School verbunden sind. Angesichts der eskalierenden Gewalt in Afrikas jüngstem Staat Südsudan sind die notfallpädagogischen Stabilisierungsmaßnahmen nach wie vor elementar für die psycho-soziale Genesung der Menschen.

Die Lage in Kakuma ist aufgrund des nicht abreißenden Flüchtlingsstroms weiterhin angespannt. Die meisten Ankommenden stammen aus dem Südsudan, in dem erneut seit Dezember 2013 ein Bürgerkrieg zahlreiche Opfer forderte. Auf Bitten des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) hat das lokale Notfallteam unter Leitung von Bellah Wairimu drei weitere Kinderschutzzentren (Child Friendly Spaces) eröffnet. Um die pädagogische Arbeit effizient gewährleisten zu können, hat sich das Team vor Ort von anfänglich 13 KollegInnen auf 40 erhöht. Die personelle Aufstockung kommt mittlerweile täglich 600 Kindern und Jugendlichen im Alter von zwei bis 17 Jahren zugute.
Rhythmische Bewegungsspiele zur Lösung innerer Blockaden, maltherapeutische Übungen zur Unterstützung von Verarbeitungsprozessen sowie Plastizieren sind einige der Aktivitäten, die den Kindern täglich angeboten werden.

Krieg bedeutet von Menschenhand verursachte Gewalt, die insbesondere von Kindern kaum kognitiv verstanden und verarbeitet werden kann. „Gerade Kinder, die Aufgrund von sexueller und physischer Gewalt traumatisiert sind, brauchen zuverlässige Bezugspersonen und Hilfe, um Vertrauen in andere Menschen wieder aufbauen zu können“, erklärt Kristina Wojtanowski, Abteilungsleiterin der Notfallpädagogik. Können traumatische Erlebnisse nicht mit den eigenen Selbstheilungskräften verarbeitet werden, drohen Chronifizierungen der Traumasymptome, aus denen sich dauerhafte Erkrankungen entwickeln können. Dies kann wiederum auf die Biografie der betreffenden Person gravierende Auswirkungen haben.

Am 16. Juni ist der International Day of the African Child, an dem sich das Waldorf Kakuma Project mit seiner traumapädagogischen Arbeit im Kakuma mit einem Infostand und zahlreichen Aktivitäten präsentieren wird. Vom 16. bis 20. Juni hat UNHCR eine Projektwoche in dem Flüchtlingslager initiiert. Im Laufe dieser Woche werden die lokalen NotfallpädagogInnen weitere Aktivitäten für bis zu 5000 Kinder anbieten.

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