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AfrikaEs grünt so grün, wenn Afrikas Bäume blühen

04-07-2012

World Vision erzielt durch Wiederaufforstung vielfach positive Effekte

Von Maria Rüther, Pressesprecherin von Aktion Deutschland Hilft

Am Anfang war eine Autopanne: Tony Rinaudo, Agrar- und Wiederaufforstungsexperte von World Vision Australien, blieb mit seinem Auto im Niger im Wüstensand stecken. Als er die Panne beheben wollte, entdeckte er um das Auto herum winzige Büsche und untersuchte sie. Es handelte sich um junge Triebe eines Baumes mit weitverzweigtem Wurzelwerk unterhalb der Erde. Und davon gab es viele um ihn herum. „Ein Untergrundwald“, dachte Tony, und ihm kam die Idee, dass durch Regenerierung der vorhandenen Bäume Wiederaufforstung betrieben werden könnte. Das war 1984.

„Ich habe nichts Neues entdeckt, sondern nur Verstecktes wieder hervorgeholt“, sagt Tony auf unserer Reise, bei der wir uns anschauen, was diese Wiederbelebung des Waldes im Humbo-Tal bewirkt hat, das sechs Autostunden südwestlich von Addis Abeba in Äthiopien liegt. Kann es gelingen, dass ausgetrocknete Hügel, ja ganze Täler in Afrika mit dieser vergleichsweise einfachen Methode wieder grün werden und so neue Perspektiven für die dort lebenden Menschen geben?

Im Niger hat das funktioniert. Die Bauern waren aufgrund der immer wiederkehrenden Hungersnöte verzweifelt. Aus dem kleinsten Lufthauch wurde ein Sandsturm, der die Aussaat zunichte machte, ganze Dörfer wurden unter dem Sand begraben. Was nach dem Sandsturm übrig blieb, verdorrte. Es bedurfte immenser Überzeugungsarbeit, damit die Bauern die kleinen Triebe wachsen ließen. Aber nach zwei bis drei Jahren waren aus den Büschen kleine Bäume geworden und es gab weitere positive Auswirkungen: Die bei der Beschneidung abfallenden Äste dienten als Feuerholz, das Gras, das unter den Bäumchen wuchs, war Futter für die Tiere, in dem Gehölz fanden andere Pflanzen und Tiere eine Heimat, die Erde rutschte bei Regen nicht mehr die Abhänge herunter …

Wald bedeutet Leben, das man schützen muss

Es grünt so grün, wenn Afrikas Bäume blühen

„Farmer Managed Natural Regeneration“ (FMNR) wird diese Methode der Wiederaufforstung genannt, die seit 2007 nun auch im Humbo-Tal angewendet wird – mit Erfolg. „Der Wald bedeutet Leben, ich will ihn schützen“, sagt Thomas Hera, einer von 5000 Bauern im Humbo-Tal. Früher hatten er und seine Nachbarn jedes kleine Gestrüpp für Feuerholz genutzt, der Berg war kahl und Erdrutsche zerstörten Ernten. Mit FMNR hat sich das Leben für ihn stark verändert: „Ich konnte für meine Familie und mich ein neues Haus bauen, Ochsen kaufen. Meine acht Kinder gehen zur Schule.“

„Das Wichtigste ist, die Bauern davon zu überzeugen, dass sie das Richtige tun, wenn sie nachhaltige Forstwirtschaft betreiben“, sagt auch Hailu Tefera, Projektmanager World Vision Äthiopien. Nachdem die Bauern anfänglich Sorge hatten, dass ihr Land an Investoren verkauft werden könnte, sind sie nun mit vollem Elan dabei. Die Kosten für die Wiederaufforstung mit FMNR betragen 4 US-Dollar pro Hektar, bei Neupflanzungen wären es 20 US-Dollar. Für Äthiopien ist FMNR für 15 Millionen Hektar Land geplant. Die äthiopische Regierung unterstützt von Anfang an die Projekte. Sie ist auch Partner im CO2-Fund der World Bank. Das hat für die Bauern einen beachtlichen Nebeneffekt: Im Humbo-Tal erhalten die sieben Genossenschaften anteilig Geld aus dem Emissionshandel, das sie dann wieder investieren können, bislang 84.000 US-Dollar.

Die Genossenschaft Abela Longena von Thomas Hera hat von dem Geld ein Getreidelager gebaut, in dem das Korn gelagert werden kann. In Zeiten, in denen es auf den Märkten allgemein teuer ist, können die Menschen es von der Genossenschaft günstiger kaufen – die Gefahr von Hunger wird so eingeschränkt. In der gemeinsamen Mühle wird das Getreide gemahlen. Die Planung für künftiges Investment: Zwei Autos, um überschüssige Ernte zu Märkten zu bringen, und eine Ziegelfabrik.Tony Rinaudo freut sich, wenn die Bauern selbst von FMNR begeistert sind und ihr Wissen an andere Bauern weitergeben, das ist der überzeugendste Weg. FMNR kann dabei eine gute Grundlage sein, um in Kombination mit anderen Ansätzen für Bildung oder Familienplanung sichere Existenzen aufzubauen. Es besteht Hoffnung, dass aus FMNR mit Unterstützung der jeweiligen Regierung in anderen Ländern wie Kenia oder Tansania eine Bewegung für ganz Afrika wird – ein grüner Kontinent.

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