In Äthiopien hat es seit über einem Jahr nicht mehr geregnet. Besonders Hirtenvölker und Nomaden leiden unter der Wasserknappheit.

AfrikaCARE zu El Niño in Äthiopien: „Wir steuern auf eine Katastrophe zu“

09-03-2016

In Äthiopien hat es seit über einem Jahr nicht mehr geregnet. Besonders Hirtenvölker und Nomaden leiden unter der Wasserknappheit. Bereits im April könnten mehr als zehn Millionen Menschen in Äthiopien von einer akuten Hungerkrise bedroht sein, warnt die internationale Hilfsorganisation CARE. „Seit mehreren Monaten nun warnen Hilfsorganisationen vor einer Katastrophe, die sich noch abwenden lassen könnte. Trotzdem fehlen weiterhin Gelder, um jetzt schnell Vorsorge zu treffen“, so Wolfgang Jamann, Generalsekretär von CARE International, der vor kurzem aus Äthiopien zurückgekehrt ist. Aufgrund des Wetterphänomens El Niño durchlebt das Land am Horn von Afrika schon das zweite Dürrejahr in Folge.

In manchen Gebieten im Osten des Landes ist die Produktion von Getreide um 70 Prozent gefallen. Es ist die schwerste Dürre in Äthiopien seit über 30 Jahren. El Niño hat Äthiopien und viele andere Länder des afrikanischen Kontinents so stark getroffen wie schon lange nicht mehr. „Gerade chronisch arme Familien, die kaum Reserven bilden können,  stehen jetzt vor dem Nichts.“

Langjährige Arbeit durch diesjährige Dürre bedroht


CARE betont, dass Frauen und ihre Kinder jetzt besonders dringend geholfen werden muss. Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen 1,7 Millionen Kinder, schwangere sowie stillende Frauen in Äthiopien dringend Unterstützung. In den letzten drei Jahrzehnten konnte die äthiopische Regierung die Ernährungssicherheit im Land deutlich verbessern. Während der Trockenzeit unterstützen Sozialprogramme Millionen von Menschen mit Bargeld oder Nahrungsmitteln. Diese von CARE unterstützte Initiative kann so Ersparnisse schützen und verhindern, dass Menschen aufgrund von Dürren weiter in die Armut abrutschen. Doch die Dürre in diesem Jahr untergräbt auch diese Erfolge.

Hilfe weiterhin drastisch unterfinanziert

Die äthiopische Regierung hat die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten. Bisher sind nur etwa die Hälfte der notwendigen Gelder bereitgestellt worden. „Bis zur nächsten Ernte dauert es noch Monate und die Unterernährung in der Bevölkerung steigt rapide an. Aufgrund der logistischen Herausforderungen dauert es einige Zeit, bis Nahrungsmittel die Menschen in Not erreichen können. Wir dürfen keinen Tag mehr warten und müssen Hilfe für die über zehn Millionen Menschen in Not jetzt auf den Weg bringen. Sonst haben sie im April nichts mehr zu essen.“

CARE unterstützt in Äthiopien im Moment eine halbe Million Menschen mit Lebensmittelhilfe, 150.000 Kinder und Mütter mit Zusatznahrung und stellt für 290.000 Menschen sauberes Trinkwasser bereit. Weltweit hat CARE bisher über 1.1  Millionen von El Niño betroffene Menschen in sechs Ländern unterstützt.

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