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Die Gleichwertigkeit des Ungleichen

Die Gleichwertigkeit des Ungleichen

Der Paritätische vertritt die Interessen von über 10.000 Mitgliedsorganisationen

Über 10.000 Organisationen, Einrichtungen und Initiativen sind heute unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes versammelt. Es sind große Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe, Pro Familia und der Weiße Ring, aber auch kleinere Vereine wie die Spastikerhilfe im niedersächsischen Leer, der Arbeitskreis Asyl im bayerischen Weiden oder die Elterninitiative Pusteblume in Neustadt an der Weinstraße.

Dass Kategorien wie groß oder klein bei einer Mitgliedschaft beim Paritätischen keine Rolle spielen, geht schon aus dem Namen des Verbandes hervor: „Paritätisch“ stammt vom lateinischen Begriff „par“ ab und bedeutet soviel wie „gleich“ oder „gleichwertig“. Getreu seinem Selbstverständnis will der Paritätische Mittler sein zwischen Generationen und zwischen Weltanschauungen, zwischen Ansätzen und Methoden sozialer Arbeit - und auch zwischen seinen gleichwertig betrachteten Mitgliedsorganisationen, die ein breites Spektrum sozialen Arbeitens repräsentieren. Kernaufgaben des Verbandes sind unter anderem die fachliche Beratung und die Unterstützung bei der finanziellen Absicherung der Arbeit seiner Mitgliedsorganisationen, aber auch die sozialpolitische Interessenvertretung. Insofern ist es eine wichtige Verbandsaufgabe, gesellschaftliche und politische Entwicklungen zu analysieren, frühzeitig kritische Tendenzen zu erkennen und der Politik Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Die Gründung des Verbandes geht auf das Jahr 1924 zurück. In den Jahren zuvor hatten die traditionellen Wohlfahrtsverbände wie der Caritasverband, der Zentralverband für die innere Mission oder das Deutsche Rote Kreuz damit begonnen, als Spitzenverbände aufzutreten.

Auflösung im Nationalsozialismus


Als sich jedoch 23 Frankfurter Krankenanstalten keinem der bereits existierenden Verbände mit religiösem oder weltanschaulichem Hintergrund anschließen wollten, entstand aus ihnen im April 1924 die Vereinigung der freien privaten gemeinnützigen Wohlfahrtseinrichtungen Deutschlands (Fünfter Wohlfahrtsverband). Im Jahr 1932 erhielt der Verband dann seinen bis heute gültigen Namen: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Verband „gleichgeschaltet“. Am 23. Juni 1934 fand die letzte Vorstands- und Mitgliederversammlung statt, bei der der Verband aufgelöst wurde. Seine Einrichtungen wurden in die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt überführt.

Bereits kurz nach Kriegsende 1945 wurden in den westlichen Besatzungszonen nach und nach einzelne Landesverbände gegründet. Im Jahr 1949 wurde dann in Frankfurt/Main auch der Gesamtverband des Paritätischen wieder ins Leben gerufen.

Im Lauf der Jahre hat sich der Paritätische zum heute drittgrößten Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege mit bundesweit rund 545.000 Beschäftigten entwickelt. Die innerverbandlich so wichtige Bereitschaft zum Dialog und zur Kooperation prägt auch das Verhältnis des Paritätischen zu anderen Spitzenverbänden. Mit ihnen arbeitet er unter anderem in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege zusammen.

Seit Oktober 2007 präsentiert sich der Paritätische mit einem neuen Erscheinungsbild. Das offizielle Logo des Verbandes ist jetzt ein rotes Gleichheitszeichen in einem blauen Rahmen. „Dieses Signet symbolisiert hervorragend den Grundgedanken der Parität“, so Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. „Es steht für die Gleichwertigkeit von Ungleichem, für das Recht auf gleichen Respekt und gleiche Chancen.“