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Radiobeitrag:
Ein Arzt kämpft gegen den Hunger
Flüchtlinge Kongo
Keine EU-Soldaten sondern Vermittler und Hilfe schicken!
Die Hilfsorganisation World Vision spricht sich gegen eine militärische Einmischung der Europäischen Union (EU) im Kongo aus. „Stattdessen sollte die UN-Friedenstruppe (MONUC) gestärkt werden, so dass sie ihre Verantwortung, die Zivilbevölkerung zu schützen, auch wahrnehmen kann“, sagt Friedensexperte Ekki Forberg. Berichte von lokalen World Vision-Mitarbeitern in Goma bestärken diese Haltung. „Die Nachricht, dass General Nkunda damit drohe, EU-Soldaten zu bekämpfen, hat gestern in Goma neue Panik ausgelöst“, so Forberg.
Angesichts des Flüchtlingsdramas im Kongo berät die EU derzeit über die Entsendung von rund 1500 EU-Soldaten. „Diesen Vorschlag unterstützen wir nicht“, sagt Forberg und fordert stattdessen eine diplomatische Lösung: „Wir erwarten von der EU, dass sie Verhandlungen durch Vermittler unterstützt und auf allen Ebenen dafür eintritt, den Friedensprozess neu zu beleben.“
World Vision hatte im September in der Provinzhauptstadt Goma ein Friedensnetzwerk ins Leben gerufen. Dieser Initiative haben sich mehr als 30 Nicht-Regierungsorganisationen angeschlossen, darunter auch das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) und das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR). Das Netzwerk möchte den Frieden im Kongo fördern. Erste Kampagnen-Aktivitäten fanden am Weltfriedenstag unter anderem in 60 Schulen statt. Zudem wurden Radio-Programme ausgestrahlt, die die Bevölkerung dazu aufrufen, friedliche Lösungen für Probleme zu suchen. Forberg: „Über dieses Friedensnetzwerk in Goma könnte auch die Zivilbevölkerung sinnvoll in den aktuellen Prozess einbezogen werden.“
In der umkämpften Grenzstadt Goma war es heute weitgehend ruhig, berichtete ein lokaler World Vision-Helfer am Vormittag von dort. Seinen Angaben zufolge haben sich die Rebellen einige Kilometer außerhalb der Stadt aufgestellt. Viele der Zivilisten hätten Angst vor Misshandlungen und Gewalt. Einige seien über die Grenze nach Ruanda geflohen. Auch die meisten internationalen Helfer mussten aus Sicherheitsgründen ins benachbarte Ruanda fliehen. World Vision steht bereit, um humanitäre Hilfe für die etlichen tausend Flüchtlinge in der Region zu leisten. Sobald es die Sicherheitslage zulässt, können die Mitarbeiter hilfsbedürftige Männer, Frauen und Kinder mit Trinkwasser, Nahrung, Decken und Hygieneartikeln versorgen.






