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Schlaglichter der Woche
Millennium Entwicklungsziel Nr. 8 Weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen

UN-Ziele: weltweite Partnerschaften für Entwicklung
Die speziellen Bedürfnisse der am wenigsten entwickelten Länder, insbesondere den Binnen- und kleinen Inselstaaten unter ihnen, sollen öffentlich thematisiert und behandelt werden. Dazu gehören:
• Teilziel 1: 0,7% des BIP der Industrienationen sollen von diesen als Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt werden
• Teilziel 2: ein offen, regelgeleitet, abschätzbares und vor allem faires Handels- und Finanzsystem, zu dem die Entwicklungsländer leichten Zugang haben
• Teilziel 3: neuen Technologien - insbesondere Internet und Mobiltelefon - für alle Menschen zugänglich machen
Teilziel 1: bisher nur 0,3% statt 0,7% des BIP für Entwicklungshilfe
119,6 Milliarden Dollar betrug 2009 die öffentliche Entwicklungshilfe (ODA), das entspricht durchschnittlich 0,31% des Brutto-Inland-Produktes (BIP) aller Geberländer. Das Ziel der Vereinten Nationen (UNO) von 0,7% ist damit lange noch nicht erreicht. Mehr als doppelt so viel finanzielle Hilfe wäre laut UNO nötig, um eine anhaltende und nachhaltige Entwicklung in den ärmsten Ländern dieser Welt zu fördern.
Teilziel 1: Deutschland hilft nur mit 0,38% des BIP
2009 haben nur wenige Länder dieses Ziel von 0,7% erreicht bzw. übertroffen: Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden. Deutschland hat 2010 nur 0,38% seines BIP für Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt. Dass Deutschland die 0,7% Marke bis 2015 erreichen oder sogar übertreffen wird, ist sehr unwahrscheinlich. Wenn es allerdings rein um die Höhe der Summe geht, die für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben wird, steht Deutschland im weltweiten vergleich an dritter Stelle hinter den USA und Frankreich.
Teilziel 2: Zugang zu den Märkten hat sich verbessert
In den letzten zehn Jahren hat sich der Zugang der Entwicklungsländer zum Markt der Industrienationen verbessert. Entwicklungsländer profitieren am meisten von der Heruntersetzung der Zollgebühren, sodass sie ihre Waren (insbesondere Lebensmittel) günstig auf dem europäischen oder nordamerikanischen Markt anbieten können. Der zollfreie Import von Gütern (inklusive Waffen und Öl) ist zwischen 1998 und 2008 gestiegen. 1998 waren nur 54% aller Importe aus Entwicklungsländern von Zollgebühren befreit, 2008 waren dies schon rund 80%.
Teilziel 2: Achtung, die regionale Wirtschaft nicht vergessen!
in dieser Entwicklung besteht jedoch die Gefahr, dass Bauern aus Entwicklungsländer ihre Lebensmittel lieber auf den Markt der Industrienationen anbieten, als sie der hungernden Bevölkerung im Heimatland zu verkaufen. Andererseits haben viele arme Menschen in den Entwicklungsländern einfach nicht genug Geld, um Lebensmittel von einem Bauern zu kaufen und so bleibt den Bauern manchmal keine andere Wahl, als die Ware nach Europa oder Nordamerika zu schicken.
Teilziel 3: Mehr Menschen haben Zugang zu Internet und Handy
2009 liefen 4,6 Milliarden Verträge mit Mobilfunkdiensten (Handyverträge). Das würde bedeuten, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung einen Handyvertrag hat. Jedoch darf man dabei nicht vergessen, dass in den Industrienationen viele Menschen gleich mehrere Verträge inne haben (Wer besitzt heute noch kein Firmenhandy?). Ein Mobiltelefon bietet aber auch für viele Menschen in armen Ländern eine große Chance. In Afrika südlich der Sahara, zum Beispiel, hat nur 1% der Bevölkerung Zugang zu einem Festnetztelefon. Allerdings können rund 30% ein Mobiltelefon nutzen. Mobiltelefone sind auch im Katastrophenmanagement sehr wichtig, um Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und ansässige Helfer zu koordinieren und auf dem neusten Stand zu halten.
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