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Schlaglichter der Woche
Wasser und Hygiene retten Leben

Im April 2006, ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Nord-Pakistan, erklärten die Vereinten Nationen die Versorgung von drei Millionen Obdachlosen mit Wasser, sanitären Anlagen und Hygienemitteln zur größten Herausforderung. Diese Einschätzung zeigt, wie entscheidend Wasser und Hygiene für die Gesundheit und das Überleben der Leidtragenden sind.
Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft haben weltweit anerkannte Mindeststandards der humanitären Hilfe mit entwickelt, welche den Gefahren durch Wasser- und Hygienemangel ebenfalls höchste Priorität geben. Entsprechende Gegenmaßnahmen müssen rasch, bedarfsgerecht und professionell erfolgen. Denn wenn tausende Evakuierte und Einwohner in Lagern und Notunterkünften aufeinander treffen, breiten sich – besonders bei Hitze – rasch gefährliche Krankheitserreger aus, die durch schmutziges Wasser und mangelnde Hygiene übertragen werden. Die Richtlinien des internationalen Projektes „Sphere“ nennen sieben zentrale Aufgaben dieses Hilfesektors:
- Sauberes Wasser in ausreichender Nähe, Qualität und Quantität, um Grundbedürfnisse befriedigen zu können (Trinken, Kochen, persönliche und häusliche Hygiene). Verfügbarkeit von Hilfsgütern, um Wasser transportieren, lagern, nutzen und gegebenenfalls aufbereiten zu können (Tanks, Kanister, Eimer, Becher, Töpfe, Filter, Entkeimungstabletten oder -lösungen).
- Versorgung der betroffenen Bevölkerung mit Hygienemitteln (Seife, Shampoo, Zahnpasta, Zahnbürsten, Handtücher, Binden, Windeln usw.).
- Aufklärung über Nutzen und Risiken von Wasser, Grundregeln der Hygiene und den richtigen Umgang mit Wasser, Filtern, Tanks und Entkeimungsmitteln.
- Eindämmung des Infektionsherdes Fäkalien durch ausreichende Zahl an hygienischen und sicheren Behelfstoiletten, die jederzeit und schnell erreichbar sein müssen.
- Abwehr von Insekten, Nagern und anderen Krankheitsüberträgern, wenn sie ein signifikantes Gesundheitsrisiko darstellen (z.B. durch Moskitonetze und Insektenschutzmittel, in Übereinstimmung mit ökologisch vertretbaren Normen).
- Abfallmanagement: Bereitstellung von Sammelbehältern zur kontinuierlichen Müllentsorgung, einschließlich medizinischer Abfälle.
- Entwässerung: Konzeption und technische Ausstattung von Hilfscamps müssen gewährleisten, dass das Gelände frei bleibt von Erosion, Überflutung und stehendem Wasser als Brutstätte von Krankheiten.
Wasser: Fluch und Segen zugleich
Nicht nur in Pakistan, weltweit sind Helfer von Aktion Deutschland Hilft im Einsatz, um vor allem die Schwächsten – Kinder, Alte, Kranke und Katastrophenopfer – vor Bedrohungen durch schmutziges oder fehlendes Wasser zu schützen. Nach dem Tsunami am Indischen Ozean etwa verteilte CARE allein in Indonesien über eine Million „Safe Water Systems“ zur Wasserentkeimung. Im Osten Sri Lankas, wo die Bevölkerung zusätzlich unter einem Bürgerkrieg leidet, konnte arche noVa im März 2007 den 2000. Brunnen während seiner Hilfstätigkeit auf der Insel einweihen.
Weitere Beispiele zeigen, dass – beschleunigt durch den Klimawandel – Wasser noch stärker in den Fokus humanitärer Hilfe rücken wird. Auf Java helfen Bündnispartner wie ASB, ADRA und CARE mit sauberem Trinkwasser, Moskitonetzen, Hygienesets und Reinigungslösungen: Nach ungewöhnlich schweren Regenfällen erkrankten dort im Februar mehr als 200.000 Menschen an Denguefieber, Typhus und anderen Infektionen. Auch in den brutheißen, überfüllten Flüchtlingslagern im Sudans und im Tschad versuchen unsere Mitgliedsorganisationen wie CARE und die Johanniter, mit Trinkwasser und neuen Brunnen akut gefährdete Kinder, Frauen und Männer vor dem Verdursten und vor Seuchen wie Malaria, Cholera oder Hepatitis zu bewahren.
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