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Schirmherr und Kuratorium

Schirmherr/Kuratorium: Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a.D., Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister a.D.
Fotostrecke: Der Einsatzfall

Schlaglichter der Woche

Tsunamis: Mit 800 km/h in Richtung Küste

Der verheerende Tsunami, der Ende des Jahres 2004 über 230.000 Menschen das Leben gekostet hat, war Folge einer so genannten Subduktion. Allgemein gesagt, meint Subduktion das Abtauchen von Erdkruste in den Erdmantel. Im konkreten Fall war es die ozeanische Erdkruste, die sich von Westen nach Osten bewegte, mit der Krustenplatte von Sumatra kollidierte und unter diese geschoben wurde. „Das führte dazu, dass die Krustenplatte in Richtung Osten verbogen wurde und sich vor der Küste Sumatras ein Tiefseegraben bildete“, erklärt Prof. Peter Bormann vom Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ). Aufgrund der eben in Jahrzehnten angesammelten Spannungen sei dieser Plattenkontakt am 26. Dezember 2004 aufgerissen – und zwar auf einer Fläche von über 100.000 Quadratkilometern, was etwa der Größe Portugals entspricht. Die Sumatraplatte schnellte daraufhin um etwa 13 Meter in Richtung Westen und löste das Seebeben mit der unglaublichen Stärke von 9,3 auf der Richterskala aus. In der Folge breiteten sich nach allen Seiten hin Wellenberge und –täler aus, die später auf die Küsten von zahlreichen Ländern Asiens, aber auch Afrikas trafen und unermessliches Leid anrichteten.

Knapp 90 Prozent aller Tsunamis werden durch Erdbeben verursacht. Aber auch Vulkanausbrüche, Erdrutsche unterhalb des Meersspiegels oder sogar Meteoriteneinschläge können Tsunamis auslösen. Wie heimtückisch Tsunamis sind, zeigt die – vermutete – Entstehung des japanischen Begriffs, der übersetzt „Hafenwelle“ bedeutet. „Tsunami“ soll von japanischen Fischern geprägt worden sein, die bei ihrer Rückkehr vom Fischfang den Heimathafen vollkommen verwüstet vorgefunden hatten – und das, obwohl sie auf offener See keine Riesenwelle gesehen oder gespürt hatten. Grund: Auf dem offenen Meer liegt die Wellenhöhe meist noch unter einem Meter, die Wellenlänge, gemessen von Kamm zu Kamm, ist dagegen mit 10 bis 100 Kilometern sehr groß. Die Welle kann dabei Ausbreitungsgeschwindigkeiten bis zu 800 km/h annehmen (zum Vergleich: Eine gewöhnliche Welle ist rund 90 km/h schnell). In Küstennähe reduziert sich die Geschwindigkeit, während gleichzeitig die Wellenberge auf Höhen von 10 bis sogar 30 Meter anwachsen.

Tsunami: besonders gefährdete Gebiete      Quelle: Münchener Rück

Drei Flutberge überschwemmten Lissabon

Die früheste schriftliche Erwähnung eines Tsunami datiert aus dem Jahr 479 v. Chr., wo von verheerenden Schäden in der nördlichen Ägäis berichtet wird. Im Jahr 1703 kam es in Japan zu einer Katastrophe, bei der rund 100.000 Menschen ihr Leben ließen, während 1755 das Beben in Lissabon etwa 70.000 Opfer forderte – die meisten davon ertranken, als drei Flutberge nacheinander die Mündung des Tejo heimsuchten. In den 1990er Jahren kam es zwischen September 1992 und Juli 1993 in Nicaragua, Indonesien und Japan zu drei Tsunamis. Am 17. Juli 1998 riss eine 15 Meter hohe Flutwelle rund 2500 Menschen in  Papua-Neuguinea in den Tod.

Die Gefahren, die ein Tsunami mit sich bringt, sind vielfältiger Natur: Bei der Katastrophe Ende 2004 wurden viele Menschen durch die starke Strömung ins Meer gespült. Unzählige Opfer ertranken, weil sie nicht schwimmen konnten oder nach kurzer Zeit vollkommen erschöpft waren. Andere wurden von den hereinbrechenden Fluten mitgerissen und von im Wasser treibenden oder festen Gegenständen erschlagen oder zumindest schwer verletzt. Viele wurden auch von Gebäuden verschüttet, die unter dem Druck des Wassers zusammengebrochen waren.

Nachdem die Phase der unmittelbaren Nothilfe abgeschlossen waren, machten sich die Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft im Jahr 2005 an die Bewältigung der erheblichen Spätfolgen: Häuser, Schulen, Gesundheitszentren, Hafenanlagen, Kanalisationen  und Brücken wurden wiederaufgebaut, landwirtschaftliche Nutzflächen instand gesetzt und Programme zur Traumabewältigung ins Leben gerufen.   

Die Staaten am Indischen Ozean haben nach der Flutkatastrophe beschlossen, ein Tsunami-Frühwarnsystem einzurichten, das Ende 2008 installiert werden soll. Dabei handelt es sich um das „German Indonesian Early Warning System“ (GITEWS), das im Auftrag der deutschen Bundesregierung von einem neun Einrichtungen umfassenden Konsortium getragen wird. Das Konzept fußt auf verschiedenen Arten von Messintrumenten (Sensoren). Nach Angaben der GITEWS-Experten vergehen von der Entstehung eines Tsunamis bis zum ersten Aufrollen der Welle auf die Festlandküsten von Indonesien etwa 20 Minuten. In dieser Zeit können installierte Sensoren wie Erdbebenmessstationen, Küstenpegeln, Ozeanbojen oder auf dem Meeresboden abgelassene Druckmesser frühzeitig Abweichungen vom Normalzustand erfassen. Die Messdaten können dann in einem Warnzentrum in Indonesien mit Tsunami-Simulationen abgeglichen werden – um im Gefahrenfall eine möglicherweise lebensrettende Warnmeldung herauszugeben.

Tsunami: Frühwarnsystem

                    Quelle: GFZ Potsdam

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