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Seuchen – Schnelles Handeln ist wichtig

Dass sich gefährliche Infektionskrankheiten schnell zu weltweiten Pandemien ausweiten können, hat auch in unserer unmittelbaren Nähe die immer wieder um sich greifende Influenza-Pandemie („Schweinegrippe“) gezeigt. Im Falle der Schweinegrippe haben sich die Viren so verändert, dass die körpereigene Abwehr mit der neuartigen Grippeart nur schwer fertig wird. Da es derzeit noch keinen effektiven Impfstoff gibt, sind alle Menschen weltweit einer möglichen Infektion durch das Virus ausgeliefert. Der Verlauf dieser Krankheit führt aber nur in seltenen Fällen zum Tod. Dennoch zeigen solche Viren-Mutationen, dass auch die Menschen in den Industrieländern gegen Seuchen nicht immun sind und immer die Gefahr besteht, dass sich neue Krankheiten verbreiten können.
Seuchen haben in der Weltgeschichte auch schon oft eine große Rolle gespielt. An der Pest starb im 14. Jahrhundert innerhalb kürzester Zeit ein Drittel der Europäer. Auch bei der Eroberung Amerikas waren Seuchen von entscheidender Bedeutung. Sowohl Maya und Azteken, als auch große Indianerstämme wie die Irokesen, verloren durch die von europäischen Seefahrern eingeschleppten Krankheiten wie Masern und Pocken mehr als zwei Drittel ihrer Bevölkerung. Die Europäer waren schon an diese Erreger gewöhnt. Die Ureinwohner, die keine Immunitäten gegen die Viren besaßen, trafen die Seuchen stärker. So konnten die Eroberungsfeldzüge der Franzosen, Portugiesen, Briten und Spanier schneller als erwartet entschieden werden.
Bis vor einigen Jahrhunderten traten Seuchen in vielen Teilen der Welt auf. In Europa grassierten Pest, Masern, Pocken und Cholera; in Afrika und Asien entwickelten sich gefährliche Krankheiten wie Gelbfieber, Ebola und das Dengue-Fieber. Seit einiger Zeit kommen Seuchen aber fast ausschließlich in Entwicklungsländern vor. Dies liegt unter anderem an dem schlechten Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung. Durch solche und weitere Mängel besteht dort eine deutlich größere Seuchengefahr als in den Industrieländern.
Die Seuchenausbreitung verläuft unterschiedlich
Seuchen verlaufen nicht immer gleich. Es gibt verschiedene Formen, je nachdem wie stark sie sich ausbreiten und wie lange sie grassieren. „Endemie“ nennt man ein gehäuftes Auftreten einer Krankheit in einer begrenzten Region, wie etwa einer Insel. Diese Ausbreitungsform tritt im Zeitalter der Globalisierung nur noch selten auf. Durch die hohe Mobilität steigt die Wahrscheinlichkeit, auch Menschen über Grenzen hinweg anzustecken. Bei der „Epidemie“ häufen sich Krankheitsfälle innerhalb einer bestimmten Bevölkerung, also etwa innerhalb eines ganzen Landes oder mehrerer Staaten, die sich aber noch nicht auf benachbarte Kontinente ausbreiten. Eine solche Seuche, bei der sich die Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit über einen Kontinent oder sogar – im schlimmsten Fall - über den ganzen Erdball erstreckt, ist die „Pandemie“. Auch der stellvertretende Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Keiji Fukuda, betonte den Zusammenhang zwischen hoher Mobilität der Menschen und der Ausbreitung von Viren: „In einem Zeitalter, in dem die Menschen mit Flugzeugen so schnell die ganze Welt bereisen, gibt es keine Region, in die sich ein Virus nicht ausbreiten könnte“.
Nicht jedes Virus kann aber eine globale Seuche auslösen. Nur hoch ansteckende und schwer behandelbare Krankheiten haben das Potenzial sich zu großen Seuchen auszuweiten. Das passiert besonders dann, wenn die Menschen stark geschwächt sind und die Versorgung mit dem Nötigsten nicht gegeben ist. Treten dazu noch Naturkatastrophen auf, wird die Not der Menschen noch verstärkt. Fluten und Stürme haben häufig unsauberes Wasser zur Folge, in dem Parasiten sich rasch vermehren. Bei Dürren müssen die Menschen mit wenig, oftmals dreckigem Wasser auskommen. Durch den entkräftenden Hunger können die Menschen Krankheitserregern wenig entgegensetzen.
Rechtzeitig Seuchen verhindern
Nach Naturkatastrophen müssen Hilfsorganisationen besonders auf mögliche Ausbreitungen von Seuchen achten. Häufig treten in solchen Fällen Cholera und Ruhr auf, da diese hochinfektiös sind. Mangelhafter Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygieneartikeln sind Faktoren, welche die Ausbreitung dieser Krankheiten in solchen Fällen begünstigen. Daher kümmern sich die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft in akuten Notsituationen besonders um die Verbesserung der Lebensbedingungen. Hierzu gehören die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, die Errichtung von Latrinen und sanitären Einrichtungen, das Verteilen von Hygieneartikeln und die Durchführung von Aufklärungskampagnen zum Thema Hygiene.
Bei einer schnellen und effektiven Versorgung der Betroffenen können Seuchen hierdurch verhindert oder aber verlangsamt werden. Hierbei werden Behandlungszentren errichtet, um eine schnelle Versorgung der Opfer zu gewährleisten und weitere Ansteckungen zu verhindern. Die Infizierten werden dort separiert und mit Zucker-Salz-Wasser-Lösungen behandelt, um Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen, die anderenfalls lebensbedrohlich sein können.
Cholera in Simbabwe
In Simbabwe, in dem ein Großteil der Menschen seit langem durch einen Mangel an Nahrungsmitteln und politische Misswirtschaft geplagt ist, kam es Ende 2008 zum Ausbruch einer Cholera-Seuche, durch die mehr als 4000 Menschen zu Tode kamen. Die Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft förderten zu diesem Zeitpunkt verschiedene Hilfsprojekte in der Region und konnten daher schnell zur Eindämmung der Epidemie beitragen. Action medeor schickte Lieferungen mit medizinischen Hilfsgütern in das Land, die von lokalen Helfern der Organisation HELP verteilt wurden. Care Deutschland-Luxemburg half, die Hygiene von Gesundheitsstationen zu verbessern. Die Johanniter Unfall-Hilfe versorgte lokale Krankenhäuser mit Medikamenten und Laborzubehör. Malteser International beteiligte sich an der Versorgung der Bevölkerung mit medizinischer Ausrüstung und Medikamenten. World Vision kümmerte sich insbesondere um die Aufbereitung und Erschließung von sauberem Wasser. Durch das Engagement der Bündnispartner, unterstützt durch die Spender von Aktion Deutschland Hilft, konnten in Simbabwe viele Menschenleben gerettet werden.
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