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Schirmherr und Kuratorium

Schirmherr/Kuratorium: Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a.D., Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister a.D.
Fotostrecke: Der Einsatzfall

Schlaglichter der Woche

HIV / Aids - eine Geißel der Menschheit

Flut Afrika: Kind im Bett neben HIV Plakat Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2007 haben sich jeden Tag rund 6800 Menschen mit HIV infiziert. Dies belegt ein gemeinsamer Bericht der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Mehr als 33 Millionen Menschen weltweit tragen den Immunschwäche-Virus in sich. Rund 2,5 Millionen der Erkrankten sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre. Die gleiche Zahl, auch das besagt der Bericht, haben sich im Jahr 2007 mit dem tödlichen Erreger angesteckt. Dagegen verstarben im selben Zeitraum zwei Millionen Menschen an den Folgen der Krankheit.

HIV steht für Human Immunodeficiency Virus. Der Erreger kann unter anderem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, einen Austausch von Spritzen und Nadeln, verseuchte Blutkonserven oder von der infizierten Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden. Aus dem Virus kann sich nach einigen Jahren die Krankheit Aids entwickeln, was für Acquired Immunodeficiency Syndrom steht. Aids ist tödlich.  

Die größte Anzahl der Menschen, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben, leben in afrikanischen Ländern unterhalb der Sahara. Statistisch gesehen fanden dort 68 Prozent der Neuinfektionen im vergangenen Jahr statt. Aids ist die häufigste Todesursache. Doch auch andere Kontinente leiden unter der Epidemie. Ein Vergleich: In Asien lebten im Jahr 2007 knapp fünf Millionen Infizierte, mit steigenden Zahlen in Vietnam und Indonesien. In Lateinamerika wurden 1,6 Millionen Menschen erfasst. Ein Drittel der Erkrankten lebt in Brasilien. In Nordamerika sind es laut dem Bericht der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation 1,3 Millionen  – wobei die USA das Land mit der größten Anzahl an HIV-Infizierten in der Welt vorweist. Rund 74 Prozent davon, so eine statistische Erhebung aus 2005, sind Männer. In Europa belief sich die Zahl der Menschen, die den Erreger in sich tragen, auf 760.000.

Auch wenn Wissenschaftler immerfort nach einem Impfstoff und einer Heilung der Krankheit  forschen: HIV/Aids ist bislang nicht heilbar. Dagegen kann die Krankheit mit einer antiretroviralen Therapie behandelt werden. Durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten kann die Vermehrung des Virus verlangsamt und auch gestoppt werden. Aktuell gibt es Ansätze in der Forschung, einen Impfstoff zu entwickeln – ein bahnbrechender Durchbruch hat allerdings noch nicht stattgefunden.

Bündnispartner sind mit Projekten vor Ort

Die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit sehr aktiv. So hat der Arbeiter-Samariter-Bund frühzeitig erkannt, dass die Arbeit gegen die Epidemie wesentlicher Bestandteil der Hilfsprojekte sein muss. Der ASB organisiert unter anderem einen Workshop für Aids-Waisen im afrikanischen Lesotho. Die Kinder lernen, wie Getreide gesät, geerntet, gelagert wird und wie sie anschließend die Überschüsse, die nicht zur eigenen Ernährung gebraucht werden, verkaufen. Dazu wird intensiv über das Thema HIV/Aids aufgeklärt. In Gambia besteht ein ASB-Gesundheitszentrum, in dem sich unter anderem schwangere Frauen kostenlos beraten und testen lassen können.  HIV-positive Menschen werden kostenlos behandelt. In Nicaragua befindet sich seit 2007 ein ASB-Zentrum für von HIV/Aids betroffene Menschen, das als Anlaufstelle fungiert und öffentliche Aufklärungskampagnen unternimmt.

Aktion Medeor KrankenwagenAction medeor ist mit verschiedenen Gesundheitsprojekten aktiv. Unter anderem im Benin wird gemeinsam mit „Aktion pro Humanität“ ein Projekt organisiert. Dort können sich Menschen beraten und testen lassen, zudem wird über Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten informiert  Bereits erkrankte Menschen erhalten eine Therapie. Ein mobiles Team besucht zudem regelmäßig kranke Patienten und so genannte Aids-Waisen auf dem Land.

Unter anderem in Nepal ist die Organisation CARE engagiert, die Aidsaufklärung unter Wanderarbeitern leistet. Viele Nepalesen suchen in Indien Arbeit. Da Indien eine der höchsten Aids-Raten in Asien aufweist und die Gastarbeiter oft nicht wissen, wie sie sich vor sexuellen Krankheiten schützen können, übertragen sie, einmal infiziert, den Erreger weiter an ihre Frauen in Nepal. Dadurch hat die westliche Region Nepals eine der am schnellsten wachsenden Aids-Raten. CARE unterstützt dabei das lokale Gesundheitswesen und Beratungsstellen unter anderem mit Schulungen und dem Umgang mit Betroffenen. Weitere Beratungsstellen und -gruppen werden aufgebaut. Dazu bildet CARE Helfer aus, die entlang der Routen nach Indien (in Poststationen, an Bushaltestellen sowie in den Privathaushalten) Wanderarbeiter und ihre Frauen über Aids aufklären. Weitere Workshops und Aufklärungskampagnen reduzieren Stigmata und Diskriminierung. Auch die Frauen werden in die Aktivitäten integriert: Sie lernen, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und erwerben sich somit mehr Rechte und Ansehen in der Gemeinschaft.

Anti-Aids-Spots im Radio

In Kenia haben die Johanniter Gesundheitshelfer ausgebildet, die Kranke und ihre Familien zu Hause aufsuchen und mit Zusatznahrung und Medikamenten versorgen. Gleichzeitig geben die Helfer ihr Wissen in der Krankenpflege an Familienangehörige weiter. In Ruanda werden an 60 Schulen 630 Lehrer in Präventionsmaßnahmen gegen Aids geschult. Ihr Wissen geben sie dann an Schüler und Eltern weiter.

Seit Januar 2007 engagieren sich die Malteser in der Bekämpfung von HIV/Aids in Indien. Mit mehreren Projekten im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu liegt der Schwerpunkt in der Prävention und der Unterstützung von Betroffenen. Dazu gehört etwa die medizinische Versorgung, die Unterstützung von Selbsthilfegruppen, Aufklärungsarbeit durch Ausstellungen, Straßentheater und Musik, Einzelberatungen durch Hausbesuche und die Organisation von Einkommen schaffenden Tätigkeiten für Betroffenen. In der Demokratischen Republik Kongo haben die Helfer 2004 in Zusammenarbeit mit der Diozöse Mahagi zwei Aids-Informationszentren eröffnet, die unter anderem Aufklärungsarbeit leisten. In besonders betroffenen Gebieten kann sich die Bevölkerung zudem kostenlos testen lassen, wird beraten und unterstützt. Dazu senden Radiostationen regelmäßig Anti-Aids-Spots.

World Vision stellt vielen seiner regionalen Entwicklungsprogrammen in Afrika zusätzliche Mittel zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit zur Verfügung. Mit dem Geld wird Aufklärungsarbeit betrieben und die Versorgung von Aids-gefährdeten Kindern und Waisen ausgebaut. Die Arbeit basiert auf der traditionellen Solidarität von Familien und Dorfgemeinschaften. „Community care coalitions“ – so genannte „Dorfgemeinschaftskoalitionen“ - erhalten von den World Vision-Mitarbeitern Schulungen und Unterstützung bei der häuslichen Krankenpflege und der Versorgung von Waisenkindern. Entwickelt und durchgeführt wird dieses Konzept in Kenia, Ruanda, Sambia, Uganda, Swasiland und Malawi.

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