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Schlaglichter der Woche
Millennium Entwicklungsziel Nr. 5 Gesundheit von Müttern verbessern
Hintergrund zur Gesundheit von Schwangeren und Müttern
Wenn in Deutschland eine Frau schwanger wird, dann fragt sie ihre Mutter um Rat, geht zur Schwangerschaftsgymnastik und zu Vorsorgeuntersuchungen. Sie wird ihr Kind vermutlich im Krankenhaus zur Welt bringen. Dabei wird medizinisches Fachpersonal anwesend sein und alles dafür tun, damit Mutter und Kind die Geburt gesund überstehen. Wenn eine Frau ihr Kind zu Hause bekommen möchte, dann wird sie eine Hebamme zu Hilfe holen; wenn nicht, ist der Krankenwagen bestimmt schon unterwegs.
Aber nicht alle Frauen haben die Chance auf eine solch intensive Betreuung in der Schwangerschaft. In manchen Teilen der Welt werden Mädchen schwanger, ohne zu wissen, warum ihr Bauch so plötzlich wächst. Manche Frauen wohnen mehrere hundert Kilometer von der nächsten Hebamme oder einem Krankenhaus entfernt. Und viele Schwangere bekommen ihr Kind ganz alleine zu Hause, zum Beispiel auf dem sandigen Boden einer Lehmhütte, während ihr Mann arbeiten ist. Zu häufig kommt es daher vor, dass eine Frau die Schwangerschaft oder Geburt ihres Kindes nicht überlebt. Dabei könnten die meisten dieser Sterbefälle verhindert werden.
Tod der Mutter hat oft schlimme Folgen für die Kinder
Kinder, die ihre Mütter verlieren, haben eine fünfmal so hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie vor dem 5. Lebensjahr sterben. Auch für die ältere Geschwister hat der Tod der Mutter oft schlimme Folgen. Meist müssen Mädchen in der Familie die Schule verlassen, um die Aufgaben der Mutter im Haus, auf dem Feld und in der Erziehung zu übernehmen.
UN-Ziele in der Mütter- und Schwangerengesundheit
Die Sterblichkeitsrate unter Müttern soll um drei Viertel gesenkt werden. Im Jahr 2015 soll jede Frau Zugang zur medizinischen Beratung und Behandlung im Bereich Mutter-Kind-Gesundheit haben.
Kleine Fortschritte in der Gesundheit von Schwangeren
Seit Verfassung der Millenniumsziele erhalten mehr Frauen eine Schwangerschaftsvorsorge. Allerdings müssen in den ländlichen Gebieten von Entwicklungsländern immer noch zwei Drittel aller Schwangeren auf diese Behandlung verzichten. 10 bis 15 Millionen Frauen jährlich leiden unter den schweren Folgen ihrer Schwangerschaft, dazu gehören auch chronische Krankheiten und Behinderungen. 529.000 Mütter jährlich sterben sogar an den Folgen.
In Afrika ist die Gesundheit von Müttern besonders bedroht
Besonders in Südasien und im südlichen Afrika sind Schwangerschaft und Geburt äußerst riskant für Mutter und Kind. In Afrika kann nur jede zweite Frau bei der Geburt ihres Kindes auf die Hilfe einer Hebamme zählen. Das führt dazu, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau bei der Geburt ihres Kindes stirbt, im südlichen Afrika bei 1 zu 22 liegt, während sie beispielsweise in den USA lediglich 1 zu 4.800 beträgt.
Ebenfalls besonders gefährdet: Gesundheit junger Mütter
Die Reduzierung von Teenager-Schwangerschaften ist ins Stocken geraten. So bekommen 25%-50% der Mädchen, die in Entwicklungsländern leben, bereits vor ihrem 18. Geburtstag ein Kind. Sie wurden nicht richtig aufgeklärt oder hatten keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Dass der Kindheit bzw. Jugend eines Mädchens so abrupt ein Ende gesetzt wird, ist schon schlimm genug. Leider überleben viele junge Mädchen die Strapazen des Mutterwerdens nicht. Unter den Mädchen, die 15 bis 19 Jahre alt sind und in Entwicklungsländern leben, sind Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt die häufigste Todesursache.
Verhütungsmittel tragen zur Gesundheit von Mutter und Kind bei
Auch der Verhütungsmittel-Gebrauch von Frauen, insbesondere Kondomen zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten, konnte seit der Verfassung der Millenniumsziele zwar vermehrt werden, scheint aber in den letzen Jahren zu stagnieren. Vor allem arme Frauen, die nur schlechten oder gar keinen Zugang zu Bildung haben, verhüten nur sehr selten. Verhütungsmittel sind teuer und werden noch nicht flächendeckend kostenlos an die arme Bevölkerung verteilt. Täglich kommen etwa 1000 Babys auf die Welt, die sich im Mutterleib mit HIV infiziert haben. Das muss nicht sein: mittlerweile gibt es Medikamente, die eine HIV-Infizierung des Kindes durch die HIV-positive Mutter auf eine 2%-Wahrscheinlichkeit senken können.
Aktion Deutschland Hilft unterstützt Schwangere und Mütter (Beispiele)
Johanniter-Unfall-Hilfe: Die Johanniter betreiben in Pakistan ein gemeindebasiertes Ernährungsprogramm für mangelernährte Kinder, Schwangere und stillende Mütter. Dabei werden 18 lokalen Gesundheitsstationen zusätzliche Ernährungsspezialisten zur Seite gestellt, die mangel- und unterernährte Patienten untersuchen und behandeln. In besonders schweren Fällen werden diese an spezialisierte Stabilisierungszentren überwiesen. Darüber hinaus bieten die Spezialisten Aufklärungskurse zur ausgewogenen Ernährung von Kindern an.
Malteser International: Die Malteser widmen sich in Haiti der Förderung der Mutter-Kind-Gesundheit durch verbesserte Geburtshilfe, Schwangeren-Vor- und Nachsorge, Ausbildung und Ausstattung von Hilfshebammen auf Dorfebene und Gründung von Mütter-Beratungsgruppen. Außerdem planen sie die Durchführung von Aktionsplänen gegen Unter- und Fehlernährung von schwangeren und stillenden Frauen, Babys und Kindern unter fünf Jahren u.a. durch Ernährungsberatung, Anlage von Obst- und Gemüsegärten und Kleintierhaltung.
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