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Schlaglichter der Woche
Erdbeben – ab Stärke 5 wird es gefährlich

Fatale Erdbeben wie im Februar 2010 in Chile mit mehreren hundert Toten geschehen immer wieder. Weitere Beispiele sind Pakistan im Jahr 2005, bei dem das Erdbeben schätzungsweise 80.000 Tote forderte oder Iran, wo 2003 über 35.000 Tote zu beklagen waren.
Zu den größten Katastrophen gehören auch das Seebeben 2004 vor der indonesischen Insel Sumatra, das einen Tsunami auslöste, durch den geschätzte 300.000 Menschen starben und das Erdbeben in Haiti 2010 durch das 210.000 Menschen starben.
Bei all diesen Naturkatastrophen war Aktion Deutschland Hilft im Einsatz.
Erdbeben sind keine Seltenheit – nur werden die meisten schlichtweg nicht gespürt. „Jährlich entstehen weltweit über eine Millionen Erdbeben mit Magnituden über 2“, sagt Dr. Klaus Hinzen, Geophysiker und Leiter der Erdbebenstation Bensberg bei Köln. Die Erschütterungen lösen Wellen aus, die mit Seismometern gemessen werden. Die Stärke wird nach der Magnitudenskala eingeteilt. Je nach der Energie, die bei den Erdbeben in Form seismischer Wellen ausgesandt wird, reicht diese Skala von Minus-Werten bei den kleinsten noch messbaren Beben bis zu Werten über 9 bei den stärksten bekannten Erdbeben. Ab der Stärke 3 oder 3,5 spüren Anwohner in besiedelten Gegenden die Beben. Ab der Stärke 5 muss man mit Schäden rechnen. Zum Vergleich: Vor Sumatra wurde eine Stärke von 9,3 gemessen.
Die Nothilfe nach dem Erdbeben
Die Bonner Hilfsorganisation HELP – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. war in der Vergangenheit nach schweren Erdbeben immer wieder im Einsatz und leistete Nothilfe. „Wir kommen nicht mit Hunden und suchen nach Verschütteten“, erklärt Wolfgang Nierwetberg von HELP. „Wir schauen stattdessen vor Ort, was dringend gebraucht wird und wo andere schon helfen. Wir füllen dann die Lücken.“ Die Maßnahmen bei der Erdbebenhilfe unterscheiden sich laut Nierwetberg nur in wenigen Punkten von jenen bei anderen Naturkatastrophen. In allen Fällen sei es das Wichtigste, die Überlebenden zu versorgen. Bei der Erdbebenhilfe könnten indes Nachbeben, die noch Wochen oder Monate nach der eigentlichen Katastrophe auftreten können, den Wiederaufbau belasten. „Da muss man etwa darauf achten, dass nicht sofort mit Zement gearbeitet wird, der sechs Wochen zum Trocknen braucht“, erklärt Nierwetberg, der seit 1992 bei HELP arbeitet. Zudem ist das wahre Ausmaß der Naturkatastrophe erst später zu erkennen, da durch das Beben oftmals die Infrastruktur zerstört sowie die Kommunikation unterbrochen ist – dadurch haben die Hilfsorganisationen Probleme, in andere betroffene Gegenden zu reisen, um sich ein umfassendes Bild zu machen.
Beim Wiederaufbau nach einem Erdbeben spielen die klimatischen Bedingungen der geschädigten Region eine wichtige Rolle. Beim Beben in Pakistan etwa verschärfte ein Wintereinbruch die Situation der Millionen Obdachlosen. Die Menschen mussten schnellstmöglich mit robusten Unterkünften versorgt werden. Zudem konzentrieren sich die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft darauf, Strukturen zu schaffen, die längerfristig Bestand haben. Gerade in armen Ländern richten Erdbeben den größten Schaden an, da dort der Lebensstandard niedrig und Gebäude oft nicht erdbebensicher konstruiert sind. „Wir bauen die Häuser dann so stabil, dass sie das nächste Erdbeben überstehen“, sagt Nierwetberg.
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