- Themen
- Kinder in Not
- Natur- & Humanitäre Katastrophen
- Milleniumsziele
- Katastrophenvorsorge
- Gastkommentare
- Vergessene Katastrophen
- Klimawandel & Nothilfe
- Schlaglichter
- Meine Bilder sollen Hoffnung wecken
- EM nicht auf Kosten der sozial Schwächsten
- Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
- Grundbildung für alle
- Gleichberechtigung und Stärkung der Frauen
- Kindersterblichkeit verringern
- Gesundheit von Müttern verbessern
- Bekämpfung schwerer Krankheiten
- Ökologische Nachhaltigkeit sichern
- Weltweite Entwicklungspartnerschaft
- Das Frühwarnsystem hat sich bereits bewährt
- Die Begegnung mit der Angst
- „Die Armut der Welt ist zu zwei Dritteln weiblich“
- Lesen, schreiben, rechnen
- Kinder im Kriegseinsatz
- Kindersoldaten: Mit 12 Soldat und Mutter
- Erste Hilfe für die Seele
- Der Kampf gegen das Wasser
- Die Schwächsten stärken
- Das Leid fern der Stadien
- Nahrungsmittelkrise: Noch nicht ausgestanden
- Nahrungsmittelkrise: Nachhaltige Hilfe
- Ausmaß der Nahrungsmittelkrise
- Malaria
- Minen - heimtückische Massenvernichtung
- Mit Mikrokrediten gegen die Armut
- Acht hehre Ziele für eine bessere Welt
- Wasser - Quell des Lebens und Konfliktstoff
- Seuchen – Schnelles Handeln ist wichtig
- Pendants zu Aktion Deutschland Hilft
- HIV / Aids - eine Geißel der Menschheit
- Ein Meilenstein in der Geschichte der Abrüstung
- Erdbeben – ab Stärke 5 wird es gefährlich
- Tsunamis: Mit 800 km/h in Richtung Küste
- Der Einsatzfall – Wie wir helfen
- Die Armut der Welt ist zu zwei Dritteln weiblich
- Fotostrecke: Hilfe für Frauen in Krisengebieten
- Cash for Work - Hilfe zur Selbsthilfe
- Medizinische Nothilfe
- Hilfstransporte – wenn Logistik Leben rettet
- Katastrophenbewältigung hierzulande und weltweit
- Humanitäre Hilfe: 1. Schritt zur Armutsbekämpfung
- Phasen der Humanitären Hilfe
- Planung – damit Hilfe ihr Ziel erreicht!
- Wasser und Hygiene retten Leben
- 12 Grundregeln der Humanitären Hilfe
- Die hohe Kunst der Nahrungsmittelverteilung
- Klimawandel und Entwicklungspolitik
- Kodizes zur Sicherung der Qualität in der Nothilfe
- Bildung und Aufklärung in Katastrophengebieten
- Orthopädie: Für ein Leben auf zwei Beinen
- Großstadt Flüchtlingslager
- „Manche kennen nur das Leben im Flüchtlingslager“
- Das FAST-Einsatzteam des ASB steht für Schnelle Hilfe
- Hilfe hat ein Gesicht
- Armut
Spendenkonto & Spenden-Telefon
Spendenkonto: 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Spenden-Stichwort: Westafrika/Sahel
Spendenhotline: 0900 55 10 20 30
(Festnetz kostenfrei, mobil höher)
Charity-SMS: adh10 an die 8 11 90 senden (10 € zzgl. üblicher SMS-Gebühr, 9,83 € gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft)
Online-Spenden: zum Spendenformular
Schlaglichter der Woche
Cash for Work - Hilfe zur Selbsthilfe

Die Grundidee der Cash for Work-Programme ist, dass Betroffene nach einer Katastrophe eine Arbeit bekommen, bei der sie selbst an Wiederaufbauprojekten mitarbeiten. Der Lohn in diesen „Bargeld für Arbeit“- Programmen wird von der ausführenden Hilfsorganisation bezahlt. Besonders effektiv sind die Programme nach Naturkatastrophen, zerstörerischen Kriegen und in Zeiten von akuten Nahrungsmittelkrisen.
Die lokale Bevölkerung wird also in die Katastrophenbewältigung mit einbezogen. Das führt dazu, dass Hilfsmaßnahmen besser akzeptiert werden, die Verantwortung geteilt wird und sich die finanzielle Situation der lokalen Bevölkerung verbessert. So kann sich die lokale Marktwirtschaft einer Gesellschaft (sei sie noch so klein) langsam wieder entwickeln – und zwar von innen heraus.
Vorteile von Cash for Work-Programmen
- Individuelle Stärkung der Betroffenen
Die Betroffenen erhalten ein geregeltes Einkommen und haben daher eine gewisse finanzielle Flexibilität. So können sie ihre individuellen Probleme selbstverantwortlich lösen.
- Anregung der lokalen Wirtschaft
Die Betroffenen haben mehr Geld zur Verfügung, wodurch sich die gesamte wirtschaftliche Situation in der Region verbessert. Die Menschen konsumieren mehr und die lokalen Geschäfte erzielen höhere Umsätze. - Rehabilitation des Gemeinschaftsbesitzes
Die betroffene Bevölkerung kann durch die gestiegene Kaufkraft Projekte mit unterstützen, die der Regeneration des Gemeinschaftsbesitzes und -kapitals dienen. - Erleichterung der Verwaltung
Der Bedarf an dringend benötigten Hilfsgüter kann durch lokale oder benachbarte Märkte gedeckt werden. Dies erleichtert die Verwaltungsarbeit und verhindert mögliche Verzögerungen, die etwa bei einer Verschiffung der Hilfsgüter aus anderen Staaten entstehen könnten. - Geringere Arbeitslosigkeit durch Kurzzeit-Jobs
Es werden kurzfristige Arbeitsplätze für einen großen Teil der betroffenen Bevölkerung geschaffen. - Schuldenreduktion
Durch die Löhne wird verhindert, dass die Betroffenen eigene Habseligkeiten verkaufen oder Schulden aufnehmen, um aus ihrer misslichen Lage herauszukommen. - Partizipation
Durch die aktive Mithilfe der Bevölkerung entsteht ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Bevölkerung. Zudem kommt es zu einer größeren Akzeptanz der Maßnahmen von Hilfsorganisationen.
Herausforderungen bei Cash-for-Work-Programmen
- Beeinträchtigungen der Marktwirtschaft
Wenn mögliche negative Preisentwicklungen nicht berücksichtigt werden, kann es zu Inflation und Preissprüngen auf den lokalen Märkten kommen. Die beteiligte Hilfsorganisation muss daher stets die Entwicklung der Preise in der Projektregion überwachen. - Korruption und schlechtes Finanzmanagement
Es besteht die Möglichkeit, dass Geld von lokalen Eliten abgezweigt oder von Individuen verschwendet wird. Es muss daher bei Cash for Work-Programmen auf einen guten Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung geachtet werden, da diese eher in der Lage ist sich gegen Missmanagement und Korruption zu wehren. - Negative Einflüsse auf die regionale Kultur
Wenn man in eine Gemeinschaft eingreift, kann das zukünftige Verhalten dieser in Katastrophensituationen beeinflusst werden. Auch können Hilfsprogramme die Wertestruktur verändern. Bei der Durchführung von Cash for Work-Programmen müssen daher kulturelle Besonderheiten frühzeitig erkannt und berücksichtigt werden. - Begrenzte Reichweite der Maßnahmen
Da die Programme nur einer begrenzten Zahl von Menschen helfen können, kann es zu Missgunst in benachbarten Regionen kommen. Auch ist es nicht immer möglich, ältere oder behinderte Menschen angemessen in die Programme zu integrieren. Daher muss man in der Durchführung darauf achten, dass möglichst viele unterschiedliche Menschen einer Region in die Mitarbeit der Cash for Work-Programme integriert werden. - Abhängigkeiten verhindern
Die neuen Arbeitsmöglichkeiten können Abhängigkeiten erzeugen. Den Arbeitern muss daher frühzeitig vermittelt werden, dass es sich bei Cash for Work-Programmen nicht um langfristige Unterstützungsprogramme handelt und sie ihre ursprünglichen Erwerbsformen hierdurch nicht vernachlässigen sollten. - Sicherheitsrisiken
Sowohl für die ausführenden Organisationen wie auch für die Begünstigten der Programme kann es zu Sicherheitsrisiken wie Erpressungen und Überfällen kommen. Die Berücksichtigung der Sicherheitslage muss daher immer ein zentraler Bestandteil der Projektplanungen einer Hilfsorganisation sein.
Beispiele von Cash for Work-Programmen
Die Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft haben weitreichende Erfahrungen mit Cash for Work-Programmen und können vielfältige Erfolge vorweisen:
HELP initiierte direkt nach dem Tsunami in Südasien Anfang 2005 ein solches Programm, bei dem über 200 Einheimische in die Aufräumarbeiten eingebunden wurden. Care Deutschland-Luxemburg förderte bereits sechs Monate nach dem verheerenden Tsunami 2.000 Menschen, die längerfristig am Wiederaufbau mitarbeiteten. Das Prinzip der Cash for Work-Programme fand aber auch in anderen Katastrophen Anwendung. So wurden den arbeitslos gewordenen Menschen in New Orleans nach dem Hurrikan Katrina über Cash for work-Programme neue Einkommensquellen erschlossen. Auch beim Erdbeben in Pakistan im Jahr 2008 sorgte Malteser International mit Cash for Work-Programmen für eine nachhaltige Unterstützung der Bevölkerung.
Bei den Einsätzen der Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft in verschiedenen Katastrophen hat sich herausgestellt, dass mögliche negative Auswirkungen von Cash for Work-Programmen durch gute Planung verhindert oder verringert werden können. Nimmt man die Herausforderungen ernst, sind Cash for Work-Programme ein unersetzliches Mittel um Menschen in Not schnell, individuell und nachhaltig zu helfen.
© Das Bündnis der Hilfsorganisationen: Spenden & helfen




