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Schlaglichter der Woche
Millennium Entwicklungsziel Nr. 1 Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
Ursachen von Hunger
Mit „Hunger leiden“ sind solche Menschen gemeint, die chronisch hungern müssen und unter- bzw. mangelernährt sind. Sie nehmen am Tag zu wenig Energie auf, um lernen, studieren oder arbeiten zu können. Unterernährte Mütter bringen häufig auch unterernährte Kinder zu Welt. Bekommt ein Kind nicht genug zu Essen, kann es in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung zu Verzögerungen kommen. Menschen, die ständig Hunger leiden müssen, haben ein anfälligeres Immunsystem und werden häufiger krank.
Ursachen von Hunger sind oft mangelnde Anbaufläche, Ressourcenknappheit (insbesondere Wasser) und extreme Einkommensunterschiede. Auch bewaffnete Konflikte, korrupte Politiker und der Klimawandel tragen zur Entstehung von Armut und Hunger bei.
Weltweit wird genug Nahrung produziert, um alle Menschen ausreichend zu ernähren. Würden die Nahrungsmittel angemessen verteilt, kämen jedem Menschen (Erwachsenen und Kindern) täglich mindestens 2.720 Kilokalorien zu. Jedoch landen allein in Deutschland jedes Jahr 20 Millionen Tonnen (genießbare) Lebensmittel auf dem Müll.
Ursachen von Armut
Als „extrem arm“ gelten Menschen, die am Tag weniger als 1,25 Dollar (95 Eurocent) zur Verfügung haben. Ein Deutscher hat im Jahr eine durchschnittliche Kaufkraft von 18.734 Euro, das sind 51,33 Euro pro Tag.
Der Teufelskreis der Armut
UN-Ziele in der Bekämpfung von Armut und Hunger
Der Anteil der Menschen, die von weniger als 1,25 Dollar täglich leben müssen, soll von 1990 bis 2015 halbiert werden. Der Anteil der Weltbevölkerung, der Hunger leiden muss, soll ebenfalls halbiert werden.
Fortschritte im Kampf gegen die Armut
Die Anzahl der Menschen, die in extremer Armut leben, sank von 1,8 Milliarden im Jahr 1990 auf 1,4 Milliarden Menschen im Jahr 2008. Ihr Anteil armer Menschen an der Gesamtbevölkerung ist somit von 33 auf 21 Prozent gesunken, und wird nach Schätzungen der Vereinten Nationen noch weiter auf 15 Prozent im Jahr 2015 sinken.
Finanzkrise und Armut
Aufgrund der seit 2008 anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise verlangsamt sich der Wachstum auch in den Entwicklungsländern. Die Weltbank rechnet daher mit zusätzlichen 114 Millionen Menschen, die seit 2008 oder 2009 in Armut leben müssen. Die Anzahl der extrem armen Menschen wird daher 2015 vermutlich höher liegen als das Millenniumsziel.
Prognose im Kampf gegen den Hunger
Die Anteil der stetig hungernden Menschen betrug 2009 rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung und konnte bis 2010 auf 16 Prozent reduziert werden. Jedoch scheint das Millenniumsziel von 10 Prozent bis 2015 nahezu unerreichbar zu sein.
Die „Food and Agriculture Organization of the United Nations“ schätzt die Anzahl der Menschen, die im Jahr 2010 Hunger leiden mussten, auf 925 Millionen. Somit musste jeder siebte Mensch auf der Welt jeden Tag hungrig zu Bett gehen. Weltweit werden jährlich etwa 17 Millionen unterernährte Kinder geboren.
Hunger ist besonders schlimm in Afrika und Asien
98 Prozent der hungernden Menschen leben in Entwicklungs- und Schwellenländern. Allein in China und Indien zusammen leben über 40 Prozent der hungernden Weltbevölkerung. Die am stärksten betroffene Region ist Afrika südlich der Sahara. Dort litt 2010 ein Drittel der Bevölkerung an Hunger und Unterernährung.
Aktion Deutschland Hilft gegen Armut und Hunger (Beispiele)
AWO International: 5.000 Menschen, die besonders auf Hilfe angewiesen sind - kranke oder ältere, Kleinkinder, schwangere oder stillende Frauen, Menschen mit Behinderungen - werden in Kenia mit Nahrungsmitteln versorgt. Mit 25 Euro kann ein lebensbedrohlich unterernährtes Kind zehn Tage im Krankenhaus behandelt und sein Leben gerettet werden, 36 Euro reichen für therapeutische Zusatznahrung für einen Monat.
Habitat for Humanity: 500.000 Unterkünfte sind im letzten Jahr neu entstanden oder im Zuge der Nothilfe wieder aufgebaut worden. Mehr als 2 Millionen Menschen konnte so ein eigenes zu Hause gegeben werden.
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