Klimawandel & Nothilfe
Wirbelstürme und ihre Zerstörungskraft

Im Jahr 1928 tobte vor der Küste Floridas ein Wirbelsturm, der – zumindest literarisch gesehen – weit reichende Folgen hatte. War es doch niemand geringerer als der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway, der damals mit seinem Boot über die Meere schipperte und infolge des Sturms in schwere Seenot geriet. Als Hemingway seinerzeit von dem kubanischen Fischer Gregorio Fuentes gerettet wurde, war dies gleichzeitig der Beginn einer langjährigen Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Männern. Fuentes arbeitete in der Folgezeit als Koch und Kapitän für Hemingway – und diente letztlich auch als Vorbild für Santiago, dem Helden jener Novelle, die Hemingway den Pulitzerpreis einbrachte: „Der alte Mann und das Meer“.
Doch dies ist sicherlich nur eine der wenigen positiven Folgen jener tropischen Wirbelstürme, die in den vergangenen Jahrzehnten über die Weltmeere und die Küstenabschnitte fegten – die meisten brachten Tod und Verwüstung. Doch wie entstehen Stürme mit einer solch immensen Zerstörungskraft? Dies bedarf mehrerer Faktoren:
- Das Meer muss mindestens eine Wassertemperatur von 26 Grad aufweisen. Ausnahmen stellen jene Stürme dar, die aus ehemaligen außertropischen Tiefs entstanden sind. Hierbei ist aber nicht die absolute Wassertemperatur entscheidend, sondern vielmehr die Differenz zur Lufttemperatur in höheren Schichten. Dies hängt damit zusammen, dass die Wechselwirkungen zwischen höheren und niedrigeren Luftschichten und die unterschiedliche Erwärmung Ausgleichsbewegungen nach sich ziehen.
- Das Meeresgebiet muss eine gewisse Größe aufweisen; daher entstehen die meisten Tropenstürme im Atlantischen oder Pazifischen Ozean.
- Es darf kein Ungleichgewicht in der Intensität von Höhen- und Tiefenwind herrschen, da der Sturm hierdurch auseinandergetrieben wird.
Wenn alle diese Voraussetzungen gegeben sind, kann sich aus einem tropischen Tiefdruckgebiet ein Wirbelsturm bilden. In diesem Fall steigt feuchtwarme Luft auf – wobei sich die Luft beim Aufstieg in die Höhe gleichmäßig abkühlt. Hierdurch bilden sich in den oberen Luftschichten markante Gewittertürme aus, bestehende Druckunterschiede werden durch angesaugte Luftmassen ausgeglichen. Durch die Erdrotation entsteht die charakteristische Drehbewegung: Auf der Südhalbkugel drehen sich Tropenstürme im Uhrzeigersinn, auf der Nordhalbkugel entgegengesetzt.
Wenn also diese verschiedenen Komponenten zusammen auftreten, kann es je nach Windgeschwindigkeiten im Inneren des Sturms zur Ausbildung eines Hurrikanes/Taifuns/Zyklons kommen. Direkt am Äquator können sich jedoch generell keine Stürme bilden, da hier die Corioliskraft – also die ablenkende Kraft der Erdrotation – fehlt. Erst ab etwa fünf Grad nördlicher und südlicher Breite, was etwa 550 Kilometern entspricht, reicht die Corioliskraft theoretisch aus, um Stürme entstehen zu lassen.
Tropische Wirbelstürme werden – je nach Stärke – in Klassen eingeteilt:
Tropische Depression | Tiefdruckgebiet, maximaler Wind unter 62 km/h |
Tropischer Sturm | Wirbelsturm mit 63 km/h bis 117 km/h |
Hurrikan, Taifun, Zyklon | Sturm mit Stärke 12, also mehr als 117 km/h. Diese Sturmart werden in 5 Kategorien eingeteilt, von 1 = schwach bis 5 = katastrophal |
Die Unterscheidung in die Begriffe Hurrikan, Taifun und Zyklon hängt vom globalen Standort ab. Während man in weiten Teilen des Indischen Ozeans von Zyklonen spricht, wird die höchste Klasse der tropischen Stürme in Ost- und Südostasien Taifun und im Atlantik- und Nordpazifikbereich Hurrikan genannt. Oft kommt es in Folge von Wirbelstürmen zu Starkniederschlägen, die häufig zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen.
Aktion Deutschland Hilft unterstützte die Opfer verschiedener Sturmkatastrophen: So wurde innerhalb der letzten Jahre den Menschen in Bangladesch, Mexiko und Mittelamerika sowie in den USA durch die Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft geholfen. In Bangladesch forderte der Zyklon Sidr im November 2007 rund 3300 Todesopfer, während in Folge des im Sommer des Jahres 2005 tobenden Hurrikans Katrina rund 1500 Menschen ihr Leben verloren.
Aktion Deutschland Hilft, das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe:
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