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Klimawandel & Nothilfe

Katastrophen, Konflikte und Klimaflüchtlinge

Wirbelsturm von oben„Wir sind alle an Bord der Titanic – auch wenn manche erster Klasse reisen.“ Mit diesem Satz hat die französische Politikwissenschaftlerin Susan George eine unbequeme Wahrheit auf den Punkt gebracht: Die Tatsache nämlich, dass sich angesichts der klimatischen Veränderungen niemand aus der Verantwortung stehlen kann. Die britische Umweltorganisation International Alert warnt davor, dass der Klimawandel in 46 Ländern mit 2,7 Milliarden Einwohnern zu wirtschaftlichen, sozialen und politischen Problemen führen wird – und in der Folge wohl auch zu bewaffneten Konflikten.

Die meteorologischen Auswirkungen sind vielfältig: So erwarten führende Wissenschaftler etwa beim Niederschlag eine weitere Steigerung der bestehenden Unterschiede: feuchte Regionen werden noch feuchter, trockene Regionen noch trockener. In Folge dessen würde einerseits die Flutgefahr durch Starkniederschläge zunehmen, während man gleichzeitig in weiten Teilen Afrikas und Brasiliens, aber auch im Mittelmeergebiet und im Südwesten der USA mit verstärkten Dürren rechnen müsste. Apropos USA: In den Vereinigten Staaten entfallen gerade mal drei Prozent des gesamten Wasserverbrauchs auf Trinken und Waschen – 39 Prozent dagegen auf die Kühlung von Kraftwerken. Somit wäre bei einer akuten Wasserknappheit auch die Stromversorgung in Gefahr.

Verzweifeltes KindWeiterhin rechnet die Mehrzahl der Klimaforscher in Küstenregionen mit einem weiteren Anstieg des Meeresspiegels und in der Folge mit einer erhöhten Sturmflutgefahr. Warme Regionen werden von häufigeren und stärkeren Hitzewellen und Waldbränden betroffen sein, was selbst in Mitteleuropa schwerwiegende gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen haben kann.

Darüber hinaus könnten besonders starke tropische Wirbelstürme auch außerhalb bisheriger Gefährdungsgebiete auftreten. So wurde 2004 erstmalig ein tropischer Wirbelsturm im Südatlantik beobachtet, der in Brasilien große Schäden anrichtete – und 2005 erreichte der erste tropische Wirbelsturm in Spanien das europäische Festland.

Unausweichliche Konsequenz des Klimawandels wird sein, dass viele noch besiedelte Weltregionen schon bald unbewohnbar werden. Laut Norman Myers, Professor an der Universität Oxford, könnte es bis 2010 weltweit etwa 50 Millionen Klimaflüchtlinge geben, bis 2050 sollen es sogar 200 Millionen sein. Als besonders gefährdet gelten unter anderem die Flussdeltas des Nil, des Mekong, des Ganges oder des Brahmaputra, einige Küstengebiete im Süden der USA sowie Regionen an den Rändern von Wüsten.

© Das Bündnis der Hilfsorganisationen: Klimawandel und Nothilfe