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Klimawandel & Nothilfe
Die zerstörerische Kraft des Wassers

Die erste überlieferte Überschwemmungskatastrophe ist in der Bibel beschrieben und als Sintflut bekannt. Sie entstand – nach neusten Forschungserkenntnissen – aus einem Durchbruch der Landenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer. Hieraus resultierten große Überschwemmungswellen, welche die umliegenden Küsten unterspülten und schwerwiegende Veränderungen nach sich zogen. Gemäß dem biblischen Bericht im Alten Testament (1. Mo 7-8) soll die Sintflut 300 Tage gedauert und selbst den höchsten Berg der Welt mit Wasser bedeckt haben.
Gravierende Überschwemmungsereignisse der letzten 20 Jahre sind die Mississippi-Flut von 1993, in der nach Deichbrüchen etwa 80.000 km² Fläche überflutet wurde, sowie die großflächigen Überflutungen in Bangladesch und China 1998 und die Elbeflut in Mitteleuropa im Jahr 2002. 2007 gab es gravierende Flutkatastrophen entlang der Sahel-Zone und in Mexiko. In jüngerer Zeit können auftretende Hochwässer zunehmend besser erfasst und analysiert werden.
Ursachen für Überschwemmungen
Sobald Flüsse über ihre Ufer treten, entstehen Überschwemmungen: Meist geschieht das nach lang anhaltendem Niederschlag oder auch durch Schneeschmelze. Wenn die Abflusskapazität überschritten wird oder ein Deich bricht, kommt es zur Ausuferung. Sie ist zusätzlich abhängig von den Vorbedingungen des jeweiligen Gebietes: Gefrorener oder wassergesättigter Boden wirkt sich begünstigend auf Überschwemmungen aus. Flussüberschwemmungen dauern in der Regel mehrere Tage bis Wochen und betreffen meist große Gebiete zur gleichen Zeit. Auch Sturzfluten können extrem gefährlich sein – diese resultieren zumeist aus lokalen Starkniederschlägen. Sie sind in der Regel relativ unabhängig von den Vorbedingungen einer Region, erreichen in Minuten bis zu wenigen Stunden ihren Abflussscheitel und klingen meist ebenso schnell wieder ab. Eine Vorwarnung ist hierbei schwer möglich. Die Wucht von Sturzfluten, die kleine Bäche in reißende Flüsse verwandeln kann, macht diese zu einer großen Gefahr für Leib und Leben.
Menschlicher Einfluss begünstigt Überschwemmungen
Die Verdichtung und Versiegelung des Bodens durch Überbauung in Küstennähe und an Flüssen ist ein extrem begünstigender Faktor für die Schwere der Hochwasserschäden. Das Wasser kann hierdurch nicht versickern und unterirdisch ablaufen und hält sich somit über lange Zeit über der Oberfläche.
Auch in Gesellschaften, die ihre Küsten nicht künstlich überbauen, hat der menschliche Einfluss entscheidende Auswirkungen auf die Dauer und die Schwere von Überflutungen. So beschleunigt beispielsweise die Rodung von Mangrovenwäldern in Küstennähe die Ausbreitung der Flutwassermassen, die durch Stürme an das Ufer gepeitscht wurden. Hierbei fungieren Mangroven in ursprünglicher Weise als Filter und Barrieren, die einer schnellen Ausbreitung des Wassers entgegenstehen.
Folgen von Überschwemmungen
- Erosion: In dem Überschwemmungsgebiet führt die schnelle Wasserbewegung zur erhöhten Abtragung von Bodenmaterial
- Sedimenttransport: Fließendes Wasser führt immer Boden-Teilchen mit sich. Bei Überschwemmungen ist der Sedimenttransport besonders ausgeprägt.
- Ablagerungen/Treibgut: Teile des Bodens, die vorher abgetragen wurden, lagern sich oft außerhalb des Flusslaufes an. Treibgut, das sich verkeilt kann nach Überschwemmungen zu einem großen Rückstau führen, der kleinere Hochwässer verursachen kann.
- Muren: Muren sind talwärts gerichtete Ströme aus Schlamm und Gesteinen, die Geschwindigkeiten von bis zu 15 Meter pro Sekunde erreichen können und in einem Großteil der Fälle verheerende Verwüstungen mit sich bringen können.
- Verschmutzungen: Durch ein erhöhtes Wasseraufkommen kommt es zu Verunreinigungen, beispielsweise bedingt durch ausgelaufene Öltanks oder überflutete Kläranlagen.
Aktion Deutschland Hilft vor Ort
Aktion Deutschland Hilft war seit der Gründung im Jahr 2001 bei mehreren großen Flutkatastrophen als Hilfsbündnis im Einsatz: Durch die Elbeflut 2002 in Mitteleuropa starben alleine in Deutschland 21 Menschen. Der Gesamtschaden für die Volkswirtschaften betrug knapp 10 Milliarden Euro. Im Jahr 2007 engagierte sich das Bündnis in Südasien, Afrika und Mittelamerika:
- In Südasien waren durch lang anhaltende Überschwemmungen in Nepal, Bangladesch und Indien mehr als 20 Millionen Menschen in existenzieller Not.
- Über 1,5 Millionen Menschen waren in diversen Ländern von West- bis Ostafrika von den Fluten betroffen. Mehr als 200 Menschen starben durch diese Katastrophe.
- In Mittelamerika wurden etwa eine Million Menschen obdachlos, knapp 150 kamen ums Leben. Im Gegensatz zur Flut in Afrika trat hierbei eine räumliche Konzentration der Flut in der mexikanischen Region Tabasco auf.



