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Klimawandel & Nothilfe
Der Klimawandel und die Folgen für die Nothilfe

Die Lebensbedingungen auf der Erde sind maßgeblich vom Zustand der Atmosphäre abhängig. Durch anthropogene Einflüsse, wie den erhöhten Ausstoß von Kohlendioxid (CO-2), Methan (CH-4), Ozon (O-3) und anderer Gase, kommt es zu einer zusätzlichen Erwärmung der Atmosphäre. Auch synthetische Stoffe, wie FCKW, werden durch menschliche Nutzung freigesetzt und führen zu negativen Effekten, welche die Erderwärmung beschleunigen und dadurch den Abbau der Ozonschicht in der höheren Atmosphäre vorantreiben.
Folgen des globalen Klimawandels
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Naturkatastrophen auf der Nordhalbkugel um zwei bis vier Prozent zugenommen. Seit Ende der 60er Jahre hat die Schneedecke auf unserem Planet um rund zehn Prozent abgenommen, während sich die sommerliche Eisdicke in der Arktis seit den 50er Jahren sogar um 40 Prozent reduziert hat. Folgen für das Ökosystem liegen u.a. in Veränderungen des Zugverhaltens der verschiedenen Tierarten sowie im vermehrten Entstehen von Stürmen, Überschwemmungen, Dürren und Waldbränden.
Das Szenario des Klimawandels ist ebenso bedrohlich wie real. In naher Zukunft besteht die Gefahr eines Zusammenbruchs des Golfstroms, in dessen Folge sich die nördliche Halbkugel deutlich abkühlen würde. Und wenn das Wetter kippt, so die Vorhersage einer Pentagon-Studie, werden Kriege um die Vorräte Erdöl, Wasser und Lebensmittel die Geschichte unseres Planeten bestimmen.
Nothilfe und globaler Klimawandel
Während die größte Sorge bezüglich des Klimawandels in den westlichen Ländern eine mögliche Reduzierung des Wohlstandsniveaus ist, leiden gerade die Menschen in den Ländern der Südhalbkugel enorm unter dessen Folgen. Sie müssen sich immer neuen Lebensbedingungen unterwerfen, für welche hauptsächlich die Industrieländer verantwortlich sind. Sie sind in ihrer Existenz bedroht und haben kaum Reserven, um aus eigener Kraft den Wiederaufbau leisten zu können. Ihre Regierungen sind meist nicht in der Lage, sie ausreichend zu unterstützen. Diese Veränderungen verursachen Umstellungen im Bereich von Hilfsaktionen im Katastrophenfall. Es ist daher zwingend erforderlich, präventive Stabilisierungs- und langfristige Umweltschutzmaßnahmen in Nothilfeprojekte mit einzubeziehen, ebenso wie zur Eindämmung von Emissionen auf dem eigenen Kontinent aufzurufen.
Zukunftsweisende Projekte der Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft
CARE hat in Zusammenarbeit mit dem Koordinationsbüro GEOTECHNOLOGIEN eine Wanderausstellung zum Thema „Unruhige Erde - Naturgefahren und ihre Risiken“ auf den Weg gebracht. Im Rahmen dieser Ausstellung zeigt CARE einen Ausschnitt der Arbeit, die im Bereich Katastrophenvorsorge und Nothilfe geleistet wird. So werden hier Projekte dokumentiert, wie in Laos und Vietnam gemeinsam mit der Bevölkerung Krisenpläne erstellt, Frühwarnsysteme installiert und Schulungen für Katastrophenschutzteams organisiert wurden. Solche Projekte sind laut CARE unbedingt notwendig, da „Naturereignisse durch den fortschreitenden Klimawandel ein immer drastischeres Ausmaß annehmen“.
HELP setzt im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit stark auf ökologische Aufklärung, Materialien und Instrumente. So startete man gemeinsam mit dem Französischen Roten Kreuz in Indonesien ein Projekt, dass die Einwohner in der Abfallbeseitigung schult, ihnen Mülltrennung, Kompostierung und Reycling-Techniken beibringt und die Nutzung von Mülltonnen einführt. Bisher wurden 25.000 Menschen mit dieser Kampagne erreicht.
Bei Help setzt man außerdem auf Erneuerbare Energien: In einem Wiederaufbauprojekt in Blang Pidie auf Sumatra, wo bisher 100 Häuser erdbebensicher neu gebaut oder repariert wurden, werden mit Solarenergie tagsüber Grundwasserpumpen betrieben, die das Wasser bei Sonnenschein in einen Hochbehälter pumpen. So steht das Wasser den Haushalten auch nachts oder bei bedecktem Himmel zur Verfügung.
Auch Malteser International verfügt über zahlreiche Projekte im Bereich „Umweltschutz und Nothilfe-Prävention“: In Indien, Sri Lanka und Birma wurden Regenwasser-Auffang-Systeme mit zentralen Tanks installiert, die der Bevölkerung auf lange Sicht als stabile Wasserquelle dienen. Zudem sorgen vielerorts septische Regenwasser-Tanks mit nachgelagerten Bio-Filtern für sauberes Trinkwasser. Ähnlich wie HELP treiben auch die Malteser so genannte „Solid Waste Management“-Programme voran, die der effektiven Abfallbeseitigung in Ländern wie Thailand und Sri Lanka dienen. In Südthailand und Sri Lanka wurden einige Pflanzenkläranlagen, so genannte „Constructed wetlands“, als dezentrale ökologische Kläranlagen für kleinere Siedlungen installiert.





