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Klimawandel & Nothilfe
200 Millionen Klimaflüchtlinge

Die Folgen des Klimawandels lassen sich wissenschaftlich längst nicht mehr abstreiten – doch neben immer häufiger auftretenden Extremwetterereignissen wie Starkregen, Wirbelstürme oder Dürrekatastrophen birgt der Klimawandel vor allem eine große Gefahr: Hunderte Millionen von Menschen in ärmeren Ländern sind den lebensbedrohlichen Folgen weitgehend hilflos ausgeliefert – obwohl sie am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben.
Die Welt muss sich in den nächsten Jahren auf eine riesige Flut von Klimaflüchtlingen vorbereiten – in diesem Punkt sind sich Klimaforscher einig. Norman Myers, Professor an der Universität Oxford, schätzt sogar, dass 200 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2050 Asyl in anderen Ländern suchen werden.
Vor allem Dürrekatastrophen sind besonders bedrohlich, da die daraus resultierende Wasserknappheit und Nahrungsmittelunsicherheit wesentlich zu schwelenden Konflikten in den betroffenen Regionen beitragen.
Laut Prognosen wird die Anzahl der von Wasserknappheit bedrohten Menschen, von 1,7 Milliarden im Jahr 2000 auf rund fünf Milliarden im Jahr 2025 klettern – zum Vergleich: Die derzeitige Weltbevölkerung wurde im Jahr 2008 auf 6,7 Milliarden geschätzt. Besonders in Südasien und Teilen von Zentral- und Ostafrika wird das Risiko von klimabedingten Konflikten erheblich steigen.
Häufigere und länger andauernde Katastrophen
Die Lösung liegt in gezielten präventiven Maßnahmen – denn nicht die klimabedingten Katastrophen sind das Hauptproblem, sondern die sinkende Fähigkeit der betroffenen Bevölkerung, mit ihnen umzugehen.
Klimaforscher dokumentieren, dass sich in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten die Intensität, Häufigkeit, Dauer und die Ausbreitung von wetterbedingten Gefahren vergrößern wird.
Vor allem Afrika und Asien werden unter den Folgen des Klimawandels immens zu leiden haben; speziell die Sahelzone, das Horn von Afrika, Zentralafrika und zentral- und südasiatische Staaten wie Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien und die Kaspische Region sowie Teile von Südostasien wie Myanmar, Laos, Kambodscha und Indonesien sind Risikogebiete für Extremwetter.
In den eben genannten Gebieten ist besonders zu beachten, dass nicht bloß eine Form von Extremwettervorkommen vorausgesagt wird, sondern gleich drei: Überschwemmungen, Wirbelstürme und Dürren. Diese Vielzahl an Katastrophen und vor allem ihre Unberechenbarkeit machen die Gebiete zu einer dauerhaft gefährdeten Krisenzone.
Ruf nach Frühwarnsystemen
Die Verschiebung des Schwerpunkts – von Nothilfe hin zur Risikoreduktion durch Präventivmaßnahmen – beschreibt den richtigen Ansatz, um die katastrophale Lage gefährdeter Menschen langfristig zu bessern.
Eine sinnvolle Maßnahme zur Katastrophenprävention wäre, die gefährdeten Gebiete verstärkt mit Frühwarnsystemen auszustatten; gezielte Vorbereitungen müssen getroffen werden, die in Notfällen sowohl die Leben als auch die Existenzgrundlagen der Betroffenen retten. Denn nur so haben die Menschen auch nach einer Klimakatastrophe die Möglichkeit, sich eigenständig weiter zu versorgen.
So leben allein am Horn von Afrika über 20 Millionen Viehhalter – nach einer Dürrekatastrophe oder einer Überschwemmung könnte ihnen möglicherweise durch humanitäre Hilfe das Leben gerettet werden – aber ihre Existenzgrundlage, die Viehzucht, wäre ohne entsprechende Hilfe vernichtet. Daher besteht ein wichtiger Ansatzpunkt darin, die Lebensgrundlage der Menschen aufrecht zu erhalten.





