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Aktion Deutschland Hilft
Newsletter April 2007
Liebe Leserin, lieber Leser,

M_Rossbach.jpg Zaheda, das 19-jährige junge Mädchen lächelt. Etwas verlegen und doch stolz blickt sie in unsere Kamera. Sie hat wieder einen Traum - hat endlich wieder Hoffnung. Das Mädchen hat Schlimmes erlebt. Vor eineinhalb Jahren erschütterte ein schweres Erdbeben die Grenzregion zwischen Pakistan und Indien. Viele Menschen starben damals, über 3,3 Millionen Menschen verloren ihr Zuhause.

Wenige Sekunden reichten aus, um auch Zahedas Heimatdorf Arounta nahezu auszulöschen: Häuser, Schulen, Gesundheitsstationen - alles lag in Trümmern.

Die darauf folgenden Anstrengungen von der ersten Nothilfe für Verletzte bis hin zum Wiederaufbau waren gewaltig. Gemeinsam - und nur dank Ihrer Spenden- haben Aktion Deutschland Hilft und die Mitgliedsorganisationen gut 10 Millionen Euro aufgebracht, um für die Betroffenen schnell und effizient Hilfe zu leisten. Und um nachhaltige Projekte zu finanzieren - so wie das von Zaheda.

Gerne möchte ich einige Impressionen aus dem Land am Karakorum mit Ihnen teilen: In diesem Newsletter haben wir daher ein kleines Fotoalbum für Sie zum Download bereitgestellt. Und - weil schenken Freude bringt - verlosen wir unter unseren aufmerksamsten Lesern vier Gutscheine für einen Blumengruß an Ihre Liebsten. Für Ihre Unterstützung danke ich Ihnen von Herzen!

Manuela Roßbach
Geschäftsführerin

PS Bitte unterstützen Sie uns auch heute wieder mit Ihrer Spende. Denn nur gemeinsam mit Ihnen können da sein, wenn Menschen in Not geraten! Herzlichen Dank.

Inhalt:
Hilfe konkret : Pakistan: Wie Frauen nach dem Erdbeben geholfen wird sich selbst zu helfen.
Nachgefragt : Interview mit HELP-Country Director E. Wissinger
Durchblick : So hilft Aktion Deutschland Hilft
Verlosung : Frühlingssträuße zu gewinnen
Gewußt? : Was sind Livelihood Recovery-Programme?
Download : Fotoimpressionen aus Pakistan

Hilfe konkret


"Für dieses Projekt habe ich meine Heirat verschoben"

Wie Frauen nach dem Erdbeben in Pakistan mit Handarbeiten wieder Geld verdienen...

"Für dieses Projekt habe ich meine Heirat verschoben", sagt lachend die Handarbeitslehrerin Rukhsana Choudhury. Aus der Millionenstadt Rawalpindi ist die Vierundzwanzigjährige in das kleine Dorf Arounta gekommen, um Frauen zu zeigen, wie sie mit hochwertigen Handarbeiten bares Geld verdienen können. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt des Projektes, motiviert die über 150 Frauen und vermittelt ihnen notwendige Fertigkeiten. "Ich möchte, dass die Frauen auf eigenen Füssen stehen können und deswegen bin ich hier", sagt die junge Frau, die selbst erst mit 16 Jahren sprechen lernte.

Stolz präsentiert die 19-jährige Zaheda ihre Werke: kunstvolle traditionelle Stickereien, Handtaschen und Geldbörsen, aufwändig mit Paletten und Glasperlen besetzt.

Die Produkte werden von HELP, einer Mitgliedsorganisation von Aktion Deutschland Hilft, in Deutschland und Jordanien auf die ‚fair-trade’-Märkte gebracht. "Ein Set von Tischuntersetzern können wir für 20 Dollar verkaufen, nach Abzug der Kosten haben die Frauen so einen Verdienst von ca. 8 Dollar, erklärt die jordanische Projektleiterin Maha Telfah von HELP. Das ist sehr viel Geld für Zahida und ihre sechs Geschwister, auch wenn sie längst nicht jeden Tag ein Set verkaufen kann. Denn in dieser Gegend Kaschmirs nahe der indischen Grenze sind die Menschen bitter arm. Viele verdingen sich als Tagelöhner.

Zaheda aber hat die Chance genutzt: Die Teilnahme am Hilfsprojekt gibt ihr nicht nur ein eigenes Einkommen und Selbstbewusstsein, sie hat auch einen Traum reifen lassen: Zaheda will sich weiter bilden, sie möchte die High-School in der Kreisstadt Hajira besuchen und später einmal ihr eigenes Geschäft eröffnen.

Noch stellt HELP die Materialien und Werkzeuge wie Stickrahmen, Nähmaschinen, Nadeln, Pailletten, Glasperlen und Stoffe. Doch langfristig sollen die Frauen ihre Sachen selbst vermarkten. Deswegen lernen sie, genug Rücklagen zu bilden für den regelmäßigen Einkauf.

Schon eine Spende von 100 Euro schenkt den Frauen von Arounta ein "Starter-Set" für hochwertige Handarbeiten mit einem Rahmen, Stoff, Perlen, Nadeln, Fäden etc. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!





Größere Karte


Handarbeitlehrerin Rukhsana vermittelt Fertigkeiten und Selbstbewußtsein.


Gemeinsam sticken die Frauen von Arounta für eine selbstbestimmte Zukunft.





Nachgefragt

Wissinger.jpg
Steckbrief
Name: Dipl.-Ing. (TH) Eberhard M. Wissinger
Alter: 68 Jahre
Kinder: Drei
Beruf: Country Director HELP -Hilfe zur Selbsthilfe e.V. Umwelt- und Entwicklungsplaner. Beschäftigt bei HELP seit 2004. Leitete vor seinem Einsatz in Pakistan Wasserprojekte im Irak.



Herr Wissinger, Sie sind seit einem Jahr für unsere Mitgliedsorganisation HELP in Pakistan. Wie beurteilen Sie die Lage der Menschen eineinhalb Jahre nach dem Erdbeben?

Die Organisationen von Aktion Deutschland Hilft konnten tausenden Menschen helfen. Sie retteten Leben und versorgten Menschen mit dem Nötigsten. Heute helfen wir den Menschen gemeinsam in eine neue und selbstbestimmte Zukunft. Dennoch: Das Ausmaß der Katastrophe war immens - es gab über drei Millionen Menschen, die mit einem Schlag obdachlos wurden.

Es ist klar, dass der Wiederaufbau nicht in ein oder zwei Jahren zu bewerkstelligen ist. Daher gibt es immer noch viele Menschen, die in Notunterkünften leben und die auch heute weiter auf Hilfe angewiesen sind. Insbesondere die Armut und die Wasserversorgung in den Bergdörfern sowie daraus resultierende Krankheiten sind Problem und Herausforderung zugleich.


Welche besonderen Herausforderungen musste HELP direkt nach dem Beben bewältigen? Vor welchen stehen Sie heute?

Unmittelbar nach dem Beben stand für alle Organisationen von Aktion Deutschland Hilft, wie auch für HELP, die unmittelbare medizinische Versorgung der Verletzten im Vordergrund. Ärzteteams versorgten die Verwundeten rund um die Uhr.

Die folgenden Wochen standen im Zeichen des hereinbrechenden Winters. Wir arbeiteten auf Hochtouren, um den Menschen ein zumindest vorübergehendes Dach über dem Kopf zu geben. Sie brauchten dringend warme Decken, Kleidung, Öfen, Nahrung und Wasser, um der klirrenden Kälte des pakistanischen Winters etwas entgegenzusetzen. Alte Menschen, Kinder und die vielen Kranken waren besonders bedürftig.

Heute, eineinhalb Jahre nach dem Beben geht es vor allem darum, die Menschen in die Lage zu versetzen, sich selbst zu helfen. Projekte wie das oben beschriebene sind nur eine Facette unsere Arbeit. Wir betreiben in fünf Dörfern so genannte "integrierte Dorfentwicklung". D.h. wir helfen den Menschen, ihre Häuser, Schulen und Gesundheitszentren wieder aufzubauen, helfen die Wasserversorgung zu sichern, Krankheiten vorzubeugen und nicht zuletzt wirtschaftliche Strukturen zu errichten, damit sie möglichst schnell nicht mehr auf Hilfe von außen angewiesen sind.


Gab es etwas, das Sie in Pakistan besonders bewegt hat?

Wenn ich nach einem langen Arbeitstag mit dem Jeep durch die atemberaubende Gebirgslandschaft der Kaschmirregion heimfahre, entschädigt dies für vieles. Noch wichtiger aber ist die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit der Menschen hier, ihnen zu helfen gibt mir persönlich sehr viel.

Betroffen hingegen macht mich jedoch immer wieder die direkte Begegnung mit der extremen Armut. Das Erdbeben hat die massive Armut der Menschen im Norden Pakistans nur verschärft. Es treibt einem schon mal die Tränen in die Augen, wenn Menschen weniger als einen Dollar am Tag oder aber gar nichts haben und nicht wissen, wovon sie sich und ihre Kinder am nächsten Tag ernähren sollen. Darum heißt unser Ziel: "Build back better": D. h. den Menschen unserer Projekte soll es nach Abschluss unserer Arbeit, zumindest wirtschaftlich, besser gehen als vor dem Beben. Wir wollen ihnen die Hoffnung wiedergeben und neue Zuversicht schaffen.

Herr Wissinger, vielen Dank für das Gespräch!

Durchblick


So hilft Aktion Deutschland Hilft - Das Bündnis der Hilfsorganisationen

Aktion Deutschland Hilft - Das Bündnis der Hilfsorganisationen leistet im Falle großer Katastrophen und Notsituationen gemeinsam schnelle und effektive Hilfe. Die zehn Mitgliedsorganisationen sind, im Rahmen ihrer Projektarbeit, oft schon vor einer Katastrophe vor Ort. So können wir im Katastrophenfall sofort handeln und meist auf bereits vorhandene Strukturen zurückgreifen. Die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft bündeln ihre jahrzehntelange Erfahrung in der humanitären Hilfe. Durch die ständige Abstimmung untereinander nutzen wir vorhandene Synergien und optimieren unsere humanitäre Nothilfe weiter.



Mit Ihrer freien Spende wappnen Sie Aktion Deutschland Hilft heute für künftige Aufgaben! Denn Katastrophen geschehen binnen Sekunden. Ihre Spende ermöglicht uns, sofort da zu sein, wenn Menschen dringend auf Hilfe angewiesen sind.

Vielen Dank!

Verlosung

Frühlingssträuße zu gewinnen



Frage: In welchem Dorf befindet sich das beschriebene Projekt unserer Mitgliedsorganisation HELP?

Unter allen richtigen Antworten an spenden@aktion-deutschland-hilft.de verlosen wir vier Gutscheine für einen Blumengruß -zum verschenken oder zum behalten- im Wert von je 25 Euro. Übrigens: Am 13. Mai ist Muttertag. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Wir danken FloraPrima.de für die Spende.

Gewußt?

Was sind Livelihood Recovery-Programme?

Ziel von Livelihood Recovery-Programmen ist es, die Menschen beim Aufbau einer neuen Existenzgrundlage zu unterstützen sowie ihre Lebensumstände langfristig zu verbessern.

Die Projekte zielen auf die Selbsthilfekräfte der Menschen. Durch vielfältige Maßnahmen, wie die Vermittlung spezieller Kenntnisse oder die Vergabe von Kleinstkrediten werden die Menschen in die Lage versetzt, dauerhaft ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften, um so den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.


Download

Fotoimpressionen aus Pakistan

Erleben Sie Land und Menschen der zauberhaften Region Kaschmir. Eine kleine Fotoserie unseres jüngst aus Pakistan wiedergekehrten Teams erhalten Sie hier zum Download - natürlich kostenlos.

Tip: Noch schöner ist die Fotoserie, wenn Sie sie auf Ihrem Rechner speichern und dann anschauen: Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf den Download-Link und wählen "Ziel speichern unter:" aus.



Download

Ihr Kontakt zu uns

Aktion Deutschland Hilft e.V.
Kaiser-Friedrich-Straße 13
53113 Bonn

Geschäftsführerin: Manuela Roßbach
Vereinsregister Bonn 20 VR 7945

Tel.: 0228 - 24292 - 420
Fax: 0228 - 24292 - 199
spenden@aktion-deutschland-hilft.de
www.Aktion-Deutschland-Hilft.de